2. Bundesliga

Auswärtssieg: HSV-Handballer stürmen die Erzgebirgshalle

Leif Tissier (20) warf im 101. Spiel für den HSVH neun Tore.

Leif Tissier (20) warf im 101. Spiel für den HSVH neun Tore.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Zweitligamänner des HSVH feiern vor 500 Zuschauern einen knappen Sieg beim EHV Aue – trotz Personalnot und Roter Karte.

Hamburg. In der Erzgebirgshalle im sächsischen Lößnitz meinten sie es gut mit dem HSV Hamburg (HSVH). Drei Turnbänke standen am Freitagabend an der Seitenlinie parat. Allein die dezimierten Hamburger benötigten nur zwei. Zwölf Spieler standen Trainer Torsten Jansen (43) noch zur Verfügung. Ein zweiter Torwart war nach dem kurzfristigen Ausfall von Marcel Kokozska (21/Grippe) nicht dabei – Hamburgs Nummer eins Jonas Maier hielt durch, wehrte am Ende mehr Bälle (acht) ab, als seine drei Gegenüber auf Auer Seite (sieben).

Die Zweitligamänner des HSVH zeigten beim unangenehmen Auswärtsspiel beim EHV Aue einmal mehr, dass sie personellen Widrigkeiten trotzen können, enger zusammenrücken, Verantwortung neu verteilen. „Auf viele Schultern“, wie Trainer Jansen nach dem 35:32 (16:14)-Erfolg bekannte. Es war vor coronabedingt nur 500 Zuschauern der erste Sieg gegen die Sachsen nach zuvor zwei Auswärtspleiten und einem Heimremis gegen diesen Gegner. Nach dem Auftaktsieg gegen Konstanz (32:23) bleibt der HSVH verlustpunktfrei, grüßt vorübergehend von Tabellenplatz zwei.

„Wir haben die Ausfälle und die frühe Rote Karte für Niklas Weller als Mannschaft kompensiert, uns über den Angriff ins Spiel gekämpft“, sagte Jansen. Toptorschütze Weller sah bei einer Abwehraktion, als er seinen Gegenspieler mit der Hand im Gesicht traf, nach 34. Minuten Rot. Statt aber bei einer eigenen Zwei-Tore-Führung (20:18/37.) ohne den Kreisläufer, der vorne und hinten seinen Mann steht, einzubrechen, baute das Team den Vorsprung aus (26:22/46.). „Das wird nicht immer klappen, aber heute haben wir uns gesagt: ,Wir ziehen das jetzt durch‘“, sagte Lukas Ossenkopp. Über den Kreis gelang A-Junior Thore Feit (17) sein erstes Zweitligator.

HSV-Handballer mit überragender Effektivität

Wie gegen Konstanz zeichnete die Hamburger in Halbzeit zwei eine überragende Effektivität aus. Nach zwei Saisonspielen liegt die Wurfquote weiter bei 75 Prozent. In Aue traf der Rückraumrechte Jan Forstbauer zehn von elf Würfen, Spielmacher Leif Tissier war bei zehn Versuchen neunmal erfolgreich. Traf Aue, trafen die Hamburger mit. Das zermürbt. In der Schlussphase leistete sich Aues Kevin Roch (58.) nach Foul an Tissier noch eine unnötige Rote Karte.

Viel Zeit zur Regeneration bleibt nach der nächtlichen, aber feuchtfröhlichen Busrückfahrt aus Aue in der ersten englischen Saisonwoche nicht. Am Mittwoch (20 Uhr) kommt Dormagen in die Sporthalle Hamburg, Sonntag in einer Woche geht es nach Großwallstadt.

HSV Hamburg: Maier (8 Paraden) - Forstbauer (10 Tore), Tissier (9), Bauer (6), Bergemann (4), Ossenkopp (2/2 Siebenmeter), Weller (1/1), Schimmelbauer, Gertges, Feit (je 1), Kleineidam, Fick.