Corona-Krise

Hamburgs Handballer wollen Saisonstart weiter verschieben

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Krisenmanager: Geschäftsführer  Sebastian Frecke (34).

Krisenmanager: Geschäftsführer Sebastian Frecke (34).

Foto: Ha / HA / Mark Sandten

Nach einem Corona-Ausbruch im Team wurde das Auftaktspiel verlegt. Doch dem HSVH macht auch das erste Heimspiel Sorgen.

Hamburg. Wenn negative Nachrichten positive Reaktionen auslösen, handelt es sich in Zeiten wie diesen meist um die Ergebnisse eines Corona-Tests. Alle Abstriche bei den bisher nicht infizierten zehn Spielern des Zweitligateams des Handball-Sport-Vereins Hamburg (HSVH) wiesen am Donnerstag keine Spuren des Virus auf, teilte der Club am Freitagmittag mit.

Grund der außerplanmäßigen Untersuchung: Bei fünf HSVH-Profis war bei der Routinekontrolle am Montagmittag Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Daraufhin musste das gesamte Team von Mittwoch an in häusliche Quarantäne, weil nach den gemeinsamen Trainingseinheiten am Montag und Dienstag Ansteckungsgefahr bestand.

Handballer sollen Monat erneut auf Corona getestet werden

Mannschaftsarzt Philip Catalá-Lehnen (46), ärztlicher Direktor Lans Medicum am Stephansplatz, überraschten die negativen Befunde nicht: „Dass sich beim Training keine weiteren Spieler bei den bereits fünf Infizierten angesteckt haben, verwundert mich nicht.“ Auf dem Feld sei das Übertragungsrisiko weit geringer als hinterher in der Kabine, in der die Spieler über einen längeren Zeitraum in direkten Kontakt zueinandertreten. Eine für Montag geplante zweite Testung erneut im Harburger Labor Dr. von Froreich-Bioscientia sagte der Verein am Freitagabend jedoch ab. Das Gesundheitsamt Altona besteht darauf, dass die Spieler in ihren Wohnungen ausharren.

„Wir könnten die Abstriche jetzt zu Hause nehmen lassen, da aber die Behörde selbst bei weiteren negativen Tests signalisierte, die Dauer der Separation nicht abzukürzen, sparen wir uns das“, sagte Sebastian Frecke, Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft. Die Nicht-Infizierten müssen 14 Tage, bis einschließlich zum 6. Oktober in Quarantäne bleiben, die fünf Infizierten, die bisher leichte Symptome wie Halskratzen zeigten, zehn Tage bis zum 2. Oktober.

Erste Konsequenz: HSVH-Kapitän Lukas Ossenkopp (27) kann an diesem Sonnabend die U-19-Junioren nicht als Assistent des neuen Cheftrainers Stefan Schröder zum Bundesligaauftakt beim HC Bremen begleiten. Schröder (39) und seine Talente hatten zuletzt keinen Kontakt zu den Profis. Weil HSVH-Torwarttrainer Goran Stojanovic (54) auch die Oberliga-Männer des AMTV Hamburg coacht, ließen auch diese ihr Mannschaftstraining vorerst ruhen.

Spieler und Trainerteam müssen in häusliche Quarantäne

Stojanovic muss wie HSVH-Cheftrainer Tosten Jansen (43), sein Assistent Blazenko Lackovic (39) und drei weitere Betreuer ebenfalls für 14 Tage in häusliche Quarantäne, obwohl auch ihre Tests negativ ausgefallen waren. Diese Entscheidung traf das Gesundheitsamt am Freitagnachmittag. Bislang soll allein Physiotherapeutin Christina Dressel eine Ausnahmegenehmigung erhalten, damit sie ihrem Beruf nachgehen kann.

Das abgesagte erste Saisonspiel des HSVH am 2. Oktober in Lübbecke wird am Dienstag, dem 1. Dezember (19.30 Uhr), nachgeholt. Der Punktspielstart der Hamburger soll laut Handball-Bundesliga (HBL) nun am 10. Oktober mit dem Heimspiel gegen die HSG Kon­stanz erfolgen. Das versucht Geschäftsführer Frecke zu verhindern: „Nach nur drei Tagen Training wäre das kaum zu verantworten. Da bestünde erhöhtes Verletzungsrisiko.“ Die Konstanzer haben einer Verlegung zugestimmt, neue Termine vorgeschlagen, umso unverständ­licher erscheint da die Haltung der HBL.

„Wir brauchen eine klare Linie, wann Mannschaften, die aus der Quarantäne kommen, wieder in den Spielbetrieb einsteigen können. Nach Meinung unserer Mediziner sollten mindestens fünf Tage dazwischenliegen“, sagte Frecke. Mannschaftsarzt Catalá-Lehnen will jetzt das Problem mit den Kollegen des Deutschen Handballbundes besprechen. Unterdessen hat Frecke neun Spinning- und Cardio-Räder für die Spieler fürs Heimtraining organisiert, das East-Hotel stellte zwei zur Verfügung.

( tip/rg )