Handball

HSVH-Kapitän: „Er geht sehr stark mit dem Krebs um“

Tobias Schimmelbauer (32) absolvierte 15 Spiele für den HSVH.

Tobias Schimmelbauer (32) absolvierte 15 Spiele für den HSVH.

Foto: Witters

Zweitliga-Handballer des HSV Hamburg spielen für erkrankten Tobias Schimmelbauer. Positive Nachricht der OP hat Kräfte freigesetzt.

Hamburg. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Von Flensburg bis Konstanz, von West nach Ost, aus der gesamten Handball-Republik kamen in den sozialen Netzwerken die zahlreichen Genesungswünsche für den an Hodenkrebs erkrankten Hamburger Zweitligaprofi Tobias Schimmelbauer. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“, hieß es vielfach von Fans, Spielern und Clubs. Die Diagnose und die am Freitag vor einer Woche erfolgreich verlaufene Operation, bei der der Tumor entfernt worden war, ließen sportliche Rivalitäten vergessen. Der Zuspruch kam an beim 32 Jahre alten Linksaußen vom HSV Hamburg.

„Es geht ihm so weit gut. Er hat uns beim Training am Donnerstag besucht und uns davon berichtet, dass die erste Analyse des Tumors für ihn positiv verlief“, berichtet HSVH-Kapitän Lukas Ossenkopp: „,Schimmel‘ geht sehr stark und offen mit dem Krebs um“ Trainer Torsten Jansen ist froh, „dass der Krebs relativ früh erkannt worden ist“. Dass sein Schützling zudem frohen Mutes ist, was den weiteren und vollständigen Gesundungsverlauf betrifft. In sechs Wochen steht eine Nachsorgeuntersuchung an.

Seit drei Spielen sind die Hamburger ungeschlagen

„Die Nachricht war für uns alle ein Schock“, sagt Ossenkopp. Das Team habe dann vor dem vergangenen Heimspiel gegen Gummersbach die positive Nachricht der OP erhalten. „Das hat uns einen Energieschub gegeben.“ Zu sehen war der beim starken 23:23 gegen den Aufstiegskandidaten. Seit drei Spielen sind die Hamburger, die vor dem Spieltag als Achter im Tabellenmittelfeld rangieren, ungeschlagen. Die wöchentlichen Eilmeldungen, die seit Ende Januar einlaufen, haben die Mannschaft als Einheit zusammengeschweißt. Kein Klagen über die Winterwechsel von Jens Schöngarth (31/Flensburg) und Aron Edvardsson (30/Bietigheim), den Abgang von Vizepräsident Martin Schwalb (56) zurück auf die Trainerbank der Rhein-Neckar Löwen, die anhaltende Personalmisere.

Das könnte Sie auch interessieren:

Für das Auswärtsspiel beim gegen den Abstieg werfenden TV Hüttenberg (Sonnabend, 19.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) stehen Jansen nur zwölf fitte Spieler zur Verfügung, nachdem sich Marius Fuchs (28/Kreis) krank meldete, Philipp Bauer (23/Gehirnerschütterung) noch nicht bereit ist. „Je kleiner die Gruppe, desto mehr Verantwortung trägt jeder. Das kann ein Vorteil sein“, hofft Jansen. Der HSVH-Tross ist in ein Hotel nahe Frankfurt gereist. In der 11.000-Einwohner-Gemeinde Hüttenberg ist der erste bestätigte Coronavirusfall Hessens gemeldet. Quarantäne-Maßnahmen im Umfeld des betroffenen 31 Jahre alten Mannes wurden ergriffen. Ob dies Auswirkungen auf die Austragung der Zweitligapartie hat, konnte bis zum Freitagabend nicht geklärt werden.