Handball

HSVH-Coach Jansen schwillt nach Kaffeefahrt der Kamm

HSVH-Spielmacher Leif Tissier (l., Archiv) warf ein Tor.

HSVH-Spielmacher Leif Tissier (l., Archiv) warf ein Tor.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Hamburger Zweitligist ist in Dormagen chancenlos, bleibt aber Neunter. 14 technische Fehler, Rückraum trifft das Tor nicht.

Dormagen.  Kaffee wurde ausgeschenkt, Kuchen serviert im Sportcenter des TSV Bayer Dormagen am Sonntagnachmittag. Das, was der Handball Sport Verein Hamburg kurz darauf vor 2122 Zuschauern im Rheinland anbot, erinnerte über nahezu 60 Spielminuten dann ebenfalls an eine Kaffeefahrt, weniger an ein Zweitligaduell auf Augenhöhe. Mit 23:32 (11:18) verloren die Hamburger beim Tabellennachbarn zum Ligawiederauftakt. Die höchste Saisonpleite hinterlässt Fragen beim Team von Trainer Torsten Jansen.

HSVH-Kapitän reagiert enttäuscht

„Das war ein absolut gebrauchter Tag. Das haben wir uns ganz anders vorgestellt“, sagte ein enttäuschter Kapitän Niklas Weller. „In der Vorbereitung hat nichts darauf hingedeutet, dass dieses Spiel so schiefgehen kann“, ergänzte Spielgestalter Philipp Bauer. Vor allem der Angriff stockte.

Allein 17 Tore gingen auf der Konto der Außen, wo Linkshänder Thies Bergemann mit sechs Treffern noch am zuverlässigsten traf, und Kreisläufer Weller fünfmal erfolgreich war. Aus dem Rückraum, der ohne den kurzfristig zur SG Flensburg-Handewitt verliehenen Linkshänder Jens Schöngarth (31) auskommen muss, kommen dagegen Fahrkarten und zahlreiche technische Fehler. 14 Abspiele in des Gegners Hände, ins Aus, Offensivfouls, Kreiseintritte.

HSVH-Trainer Janßen schwillt der Kamm

„Ideenlos“, „Standhandball“, „unclever“: Während sich die Spieler durchaus selbstkritisch zeigten, konnte Trainer Jansen „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“. Vor dem nächsten Heimspiel am Freitag (20 Uhr, Sporthalle Hamburg) gegen den HC Elbflorenz Dresden, der überraschend gegen den Ligadritten ASV Hamm-Westfalen (31:28) gewann, bleibt nicht viel Zeit.

„Ich weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll. Es lief so viel falsch. Auch in der Abwehr haben wir jedes Eins-gegen-eins-Duell verloren“, monierte Jansen. Acht Siebenmeter sprechen eine deutliche Sprache: Der HSVH kam häufig zu spät.

1:8-Lauf sorgt für die Vorentscheidung

Nach nervösem Beginn gelang nur bis zum 8:8 (18.) ein ausgeglichenes Spiel. Danach nahmen die Fehler zu. Ein 1:8-Lauf (29.) sorgte bereits zur Halbzeit für die Vorentscheidung. Jansen wechselte durch, doch egal, welche Formation er aufbot, das Spiel blieb das gleiche.

„Jetzt wissen hoffentlich wieder alle, was im Ligabetrieb auf sie zukommt“, appellierte Jansen an die richtige Einstellung. Für ein Kaffeekränzchen kommt schließlich kein Zuschauer in die Halle.

HSV Hamburg: Kokoszka (6 Paraden), Edvardsson (6) - Bergemann (6 Tore), Weller (5/1 Siebenmeter), Gertges (4/2), Fick, Forstbauer (je 2), Ossenkopp, Bauer, Tissier, Axmann (je 1), Lackovic, Schimmelbauer, Vogt