HSVH

HSV-Handballer demonstrieren ihre Heimstärke

Lukas Ossenkopp macht das Tor.

Lukas Ossenkopp macht das Tor.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Zweitligamänner des HSV Hamburg besiegen in der Sporthalle die DJK Rimpar mit 28:18 und trotzen der Verletztenmisere.

Hamburg. Wenn es am frühen Sonntagabend noch eines Beweises der Hamburger Abwehrstärke bedurft hätte, dann war diese 41. Spielminute der endgültige Fingerzeig: Heute brennt in der Sporthalle Hamburg nichts an! Aron Edvardsson, seines Zeichens isländischer Torhüter des Handball Sport Vereins Hamburg, parierte erst stark, traf dann cool aus rund 35 Metern hinein ins verwaiste Rimparer Gehäuse.

Nur Sekunden später wiederholte der Hamburger Deckungsverbund die Szene, gewann den Ball und traf über Außen Jonas Gertges ins leere Tor: Innerhalb einer Minute wuchs der komfortable Sechstorevorsprung beim 18:10 (41.) auf nicht mehr einzuholende acht Treffer.

HSV-Handball: Prominenter Gast mit Familie

Mit 28:18 (12:6) gewann der HSVH vor 2981 Zuschauern, darunter Innen- und Sportsenator Andy Grote samt Familie, in der Sporthalle Hamburg das Verfolgerduell mit den Gästen aus Unterfranken und sorgte damit nicht nur für den bis dato höchsten Saisonsieg. Die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen hält als Zweitligasechster mit 15:11 Punkten weiter Anschluss ans vordere Tabellendrittel.

Auch weil sich das Team auf seine Heimstärke (fünf Siege aus sechs Spielen) verlassen kann. Die vergangenen beiden Auswärtsniederlagen sind vergessen. Dazu trat die Verletztenmisere des Clubs für 60 Minuten vollkommen in den Hintergrund. Auf dem Spielfeld machte sich das Fehlen von fünf Stammkräften nicht bemerkbar.

"Das Pech ist aufgebraucht"

„Wir wollen nicht klagen, aber unser Pech ist langsam mal aufgebraucht“, bekannte Sportchef Martin Schwalb. Vor dem Anpfiff kam Mittelblocker Dominik Vogt mit einem knöchernen Sehnenausriss im Handgelenk dazu. Der 21-Jährige wird in diesem Jahr nicht mehr spielen. Dazu fallen weiter die Rückraumspieler Jens Schöngarth (rechts), Finn Wullenweber (links) und Dominik Axmann (Mitte) sowie Außen Tobias Schimmelbauer aus. „Wir haben immer betont, dass wir hinter der ersten Sieben eine schlagkräftige Truppe beisammenhaben. Jetzt sind alle Mann gefordert“, sagte Kreisläufer Niklas Weller, mit sechs Toren erneut bester Hamburger Werfer.

„Wir haben in der Abwehr sicher gestanden, Rimpar keine Anspielstationen erlaubt“, lobte Trainer Jansen seine Hintermannschaft, die die Gäste oft ins Zeitspiel trieb. Allein bis zur Halbzeitpause konnte Rimpar sechs von 22 Angriffen (27,3 Prozent) im Tor unterbringen. Das lag auch am erstarkten Schlussmann Edvardsson, der in den ersten 30 Minuten auf eine Abwehrquote von 53,8 Prozent blickte. Am Ende waren es bei zehn Paraden 41,6 Prozent.

HSV-Trainer Jansen: "Eine gute Torhüterleistung"

„Ich hatte mir für dieses Spiel viel vorgenommen“, verriet der Isländer, dass ihm die Kritik der Vorwochen an seiner fehlenden Leistung nicht verborgen geblieben war. Trainer Jansen, der auch auf zwei gehaltene Siebenmeterstrafwürfe von Stellvertreter Marcel Kokoszka blicken konnte, attestierte „eine gute Torhüterleistung“.

Auffällig: Der HSVH definiert in der Verletztenmisere vor allem über seine Abwehrstärke. Der Mittelblock der seit 2016 zusammenspielenden Kapitäne Weller und Lukas Ossenkopp harmoniert, auf der Halbposition verrichtet Jan Forstbauer quasi als Abwehrspezialist Schwerstarbeit. „Das geht bei Forsti immer ein bisschen unter, weil man dazu neigt, einen Rückraumspieler an Toren zu messen. Aber was er in der Abwehr zeigt, ist stark“, sagte Weller.

Rimpars Torwart ließ sich entnervt auswechseln

Im Angriff, wo beim HSVH längst nicht alles perfekt lief, habe sein Team „mit Mut und Tempo abgeschlossen“ gegen einen Torhüter, der normalerweise Rimpars größter Rückhalt ist. Doch für Max Brustmann standen lediglich fünf Paraden zu Buche. Entnervt ließ sich der DJK-Schlussmann eine Viertelstunde vor Schluss auswechseln. Da war das Spiel längst entschieden. Über 5:2 (13.) und nach einem 7:1-Lauf zum 12:5 (29.) kochte das Rimparer Aufbäumen nach Wiederanpfiff nur auf Sparflamme. „Dann habe ich getroffen. Der Sack war zu“, scherzte Edvardsson.

Für den HSVH geht es am Sonnabend (19.30 Uhr) beim Aufstiegsanwärter HSC Coburg weiter. „Dann werden wir auf eine neue Probe gestellt und wollen dagegenhalten“, sagte Jansen, dem der Blick „auf die Tabelle vollkommen egal“ ist: „Das interessiert mich nicht.“

HSV Hamburg: Edvardsson (10 Paraden/ 1 Tor), Kokoszka (2 Paraden) – Weller (6 Tore/ 3 Siebenmeter), Ossenkopp, Bergemann (beide 5), Bauer, Gertges (beide 4), Kleineidam, Tissier, Forstbauer (alle 1), Fick, Fuchs.