Niederlage

"Mental nicht anwesend": Hamburgs Handballer verlieren

Hamburgs Trainer Torsten Jansen sah die dritte Saisonpleite.

Hamburgs Trainer Torsten Jansen sah die dritte Saisonpleite.

Foto: Witters

Beim 29:34 des HSV Hamburg in Eisenach stimmt es in Abwehr und Angriff nicht. Warnschuss vor dem Nordderby.

Hamburg/Eisenach. Es gibt zahlreiche Statistiken, die einordnen, weshalb der Handball Sport Verein Hamburg am Sonnabendabend mit 29:34 (13:18) beim ThSV Eisenach verlor. In nahezu allen Zahlenspielen waren die Hamburger Zweitligamänner unterlegen, etwa beim Blick auf die Zweiminutenstrafen: 9:2 hieß es aus Sicht der Eisenacher, für die der vermeintliche Nachteil auf dem Spielfeld zum Vorteil wurde. Sportliche Härte und Leidenschaft waren vor 2492 Fans aufseiten der Gastgeber.

„Wir hatten in Abwehr und Angriff zu viele Ausfälle“, beklagte Hamburgs Trainer Torsten Jansen, „zu viele Spieler waren zwar körperlich anwesend, mental aber nicht.“ Eisenach war der „verdiente Sieger“, sagte HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke: „Gegen diesen Gegner und dieses Publikum hätte es eine Topleistung gebraucht, um zu bestehen.“ Der angesichts der starken Punktebilanz (13:5) nicht ganz normale Aufsteiger aus Thüringen macht nach einem Viertel der Saison „in ganz Deutschland von sich reden“, wie ThSV-Trainer Sead Hasanefendic (71) betonte. Im Rahmen der Festspielwochen mit vier Heimspielen in Serie blieb nach Hamm, Essen und Lübeck-Schwartau mit Hamburg der nächste namhafte Gegner chancenlos.

Guter Beginn der Hamburger

„Dabei haben wir gar nicht schlecht angefangen“, analysierte Jansen, dessen Team sich zu Beginn in Front warf (6:3/ 12. Minute). Doch als Eisenachs Hasanefendic im Angriff den wendigen Israeli Yoav Lumbroso (19/4 Tore) einwechselte und in der Abwehr auf eine 6:0-Formation umstellte, liefen die Hamburger ins Verderben: hinten ohne Zugriff, vorne fehlerhaft. Allein die vier Eisenacher Außen, die wiederholt an den Kreis einliefen, trafen 17-mal bei 18 Versuchen. Über 9:8 (20.) warf sich der ThSV einen nicht mehr gefährdeten Sechstorevorsprung (19:13/32.) heraus, auch weil sich das Hamburger Spiel zunehmend aus Einzelaktionen zusammensetzte.

Mit der Neunspielebilanz „sind wir absolut zufrieden“, sagte Sebastian Frecke vor der Länderspielpause. Im Vergleich zur Vorsaison sind es drei Punkte mehr auf der Habenseite. Spitzenspiele kommen für den HSVH offenbar noch zu früh, gegen Hamm, Gummersbach und Eisenach setzte es ausnahmslos Niederlagen. As nächstes steht das Derby gegen Lübeck-Schwartau (31. Oktober, 17 Uhr, Sporthalle Hamburg) an – der VfL steht in der Tabelle hinter dem HSVH ...

HSV Hamburg: Edvardsson (5 Paraden), van den Beucken (3) – Weller (7 Tore/5 Siebenmeter), Schöngarth, Tissier, Axmann (je 5), Bergemann (3), Ossenkopp (2), Schimmelbauer, Bauer (je 1), Forstbauer, Vogt, Gertgens, Fick.