Vertragsverlängerung: HSV lässt Kapitän Pascal Hens warten

Hamburg. Er ist das Gesicht des HSV Handball, beliebt bei Fans und Sponsoren: Pascal Hens. Am 26. März wird der Mannschaftskapitän 35 Jahre alt, am 30. Juni läuft sein Fünfjahresvertrag aus. Hens will in Hamburg bleiben, wohl auch nach der Karriere. Geschäftsführer Christian Fitzek beteuert immer wieder, Hens über diese Saison hinaus im Team halten zu wollen. Doch die Vertragsverhandlungen stocken seit zwei Monaten. „Wir sind irritiert, dass wir nichts mehr vom HSV hören“, sagt Hens’ Berater Wolfgang Gütschow.

Der 199-malige Nationalspieler, Weltmeister 2007, seit elfeinhalb Jahren im Verein, ist beim Bundesliga-Elften einer der Topverdiener und konnte in dieser Saison unter dem inzwischen entlassenen Trainer Christian Gaudin wieder mit guten Leistungen in Angriff und Abwehr überzeugen. Hens weiß aber, dass er bei seinem Gehalt künftig erhebliche Abstriche machen muss. Das ist der Marktlage und seinem Alter geschuldet. Er hat dem HSV angeboten, in den nächsten zwei Jahren für die Hälfte des bisherigen Geldes spielen zu wollen.

Der Verein begrüßte zwar sein Entgegenkommen, die geforderte Summe war dem HSV jedoch immer noch zu hoch. Hens’ Alternative ist ein Zweijahresvertrag in Katar. Die Scheichs locken ihn mit einem finanziell attraktiven Engagement, und er müsste pro Saison nur drei bis vier Monate in der Wüste verbringen. Eine Weiterbeschäftigung in Hamburg würde er dennoch vorziehen.

„Wir sind in Gesprächen, die Stimmung dabei ist positiv“, sagte Fitzek dem Abendblatt und fügte hinzu: „Ich mache grundsätzlich keine Aussagen über laufende Vertragsverhandlungen, egal, ob es ein Hanisch, Feld oder eben ein Hens ist.“ Von den am Saisonende auslaufenden elf Verträgen hat der Verein bislang nur den von Torhüter Johannes Bitter, 32, um zwei Jahre verlängert. Bitter musste dabei nur geringe Gehaltseinbußen hinnehmen.

Möglicher Hintergrund der Verzögerungen im Fall Hens: Polens Nationaltrainer Michael Biegler, 53, designierter neuer Chefcoach des HSV, soll möglichst in alle Personalentscheidungen einbezogen werden. Biegler, der Anfang Januar zu Verhandlungen in Hamburg weilte, bereitet aber gerade Polen auf die bevorstehende WM in Katar (15. Januar bis 1. Februar) vor. Der polnische Verband hatte kürzlich signalisiert, dass er eine Doppelfunktion Bieglers als Vereins- und Nationaltrainer bis zur Heim-EM im Januar 2016 akzeptieren könne.

Olympiasieger Frankreich hat HSV-Spielmacher Kentin Mahé für die WM in Katar nominiert. Der 23-Jährige hatte am Montag beim 30:28-Testspielsieg gegen Österreich sieben Tore erzielt.