Handball

Flohr kandidiert nicht für den HSV-Aufsichtsrat

Nationalspieler soll sich auf Handball konzentrieren. Heute um 19 Uhr (O2 World) Bundesligaspiel gegen Balingen

Hamburg. Der Handball-Sport-Verein (HSV) Hamburg hat vor seiner Mitgliederversammlung am 11. Dezember eine erste Personalentscheidung getroffen. Der ehemalige Nationalspieler Matthias Flohr wird nicht für den Aufsichtsrat kandidieren. Darauf einigte sich Flohr jetzt mit HSV-Geschäftsführer Christian Fitzek, 53. „Wir stehen in der Bundesliga und im EHF-Cup vor spannenden sportlichen Herausforderungen. Meine Auffassung vom und meine Leidenschaft für den Sport lassen sich zeitlich nicht mit den umfassenden Aufgaben eines Gremienmitglieds vereinbaren“, sagte Flohr.

Der 32-Jährige war der Wunschkandidat von Aufsichtsrat und Mehrheitsgesellschafter Matthias Rudolph, 56. Nach dessen Vorstellung hätte Flohr schon auf der außerordentlichen Versammlung am 29. September in das Kontrollorgan gewählt werden sollen. Für Flohrs Kandidatur war aber eine Satzungsänderung notwendig, da Angestellte des Clubs und der Betriebsgesellschaft bislang nicht im Aufsichtsrat mitwirken können. Die scheiterte damals aus formalen Gründen. Weil der langjährige Aufsichtsrat Fritz Bahrdt, 75, am 29. September überraschend zurücktrat, blieb ein Platz im Gremium unbesetzt. Wer nun für die letzte freie Stelle am 11. Dezember kandidiert, will der HSV nächste Woche verkünden.

Flohr wird derweil auf dem Parkett dringend gebraucht. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Dänen Henrik Toft Hansen, 27, ist er für Trainer Christian Gaudin die einzige Option am Kreis, auch im Bundesligaspiel am heutigen Mittwochabend (19 Uhr, O2 World) gegen Balingen-Weilstetten. „Das ist eine Mannschaft mit ungewöhnlicher Deckung, die taktisch sehr diszipliniert spielt“, sagt Flohr. Wie dem HSV fehlen auch den Schwaben wichtige Spieler wegen Verletzungen.

Unterdessen ziehen sich die Vertragsverhandlungen mit Johannes Bitter, 32, hin. Der HSV hat seinem Weltklassetorhüter inzwischen ein zweites, verbessertes Angebot unterbreitet, das Bitter jetzt prüft. „Wir sind im Gespräch, es gibt keinen Zeitdruck“, sagt Fitzek. Dass es noch in dieser Woche zu einer Einigung kommt, wie vor Kurzem erhofft, scheint unwahrscheinlich.

Donnerstag steht der zweite Arbeitsgerichtstermin mit dem ehemaligen HSV-Trainer Martin Schwalb, 51, an. Streitpunkt ist die Höhe der Abfindung.