Harting, Obergföll und die Bayern sind Sportler des Jahres

Bei Ehrung in Baden-Baden werden die HSV-Handballer als beste Nicht-Fußballer Vierte

Baden-Baden. Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll, Diskus-Champion Robert Harting und Triplesieger FC Bayern München sind die „Sportler des Jahres“ 2013. Dies ergab die Abstimmung unter mehreren hundert Sportjournalisten in der nacholympischen Saison. Rund 700 herausgeputzte Gäste im Kurhaus zu Baden-Baden klatschten den Siegern am Sonntag bei der festlichen Gala Beifall. Erstmals anwesend bei dem Athletenfest war auch der weltweit ranghöchste Sportfunktionär: Thomas Bach als Boss des Internationalen Olympischen Komitees ließ sich die Gala nicht entgehen.

Die Handballer des HSV Hamburg verpassten mit 800 Punkten den Sprung auf die Bühne, wo die jeweils ersten drei jeder Kategorie von den ZDF-Moderatoren Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne vorgestellt wurden. Mit Platz vier bei den Mannschaften wurde ihr sensationeller Sieg in der Champions League gewürdigt, damit sind sie immerhin die besten Nicht-Fußballer nach den Bayern (3782 Punkte), der Frauen-Nationalmannschaft (1562) und den Triple-Siegerinnen des VfL Wolfsburg (1134).

Als Nachfolgerin der zurückgetretenen Biathletin Magdalena Neuer konnte sich Obergföll bei der 67. Wahl feiern lassen. Sie ist die erste Speerwerferin seit Steffi Nerius, die 2009 in Baden-Baden gewonnen hatte. Für die 32 Jahre alte Offenburgerin wird 2013 unvergesslich bleiben. Nach fünfmal Silber bei Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen endlich WM-Gold in Moskau, Hochzeit mit ihrem Trainer Boris Henry – und nun auch noch „Sportlerin des Jahres“. Obergföll ließ mit 3552 Zählern Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki hinter sich. Das Tennis-Ass erreichte 2806 Punkte. Dritte wurde Ski-Star Maria Höfl-Riesch (1455), die vor drei Jahren letztmals ganz oben stand.

An Harting gab es auch in diesem Jahr kein Vorbeikommen. Der 29-Jährige wiederholte seinen Vorjahreserfolg. WM-Gold in Moskau war sein großes Faustpfand. 2013 sorgte Harting erneut auch außerhalb der Leichtathletik-Arenen für Schlagzeilen: Als beständiger Kritiker des DOSB und seines speziellen „Freundes“, des vormaligen DOSB-Präsidenten Bach. Harting ist der erste Leichtathlet seit dem Speerwerfer Klaus Wolfermann (1972/1973), der zweimal hintereinander gewinnen konnte. Für Formel-1-Dauersieger Sebastian Vettel (2788) blieb trotz seines vierten WM-Triumphes wie schon 2012 nur der zweite Platz. Mit großem Abstand Dritter wurde nach seinem Gold-Coup von Moskau Stabhochspringer Raphael Holzdeppe (1893).