Handballer vor dem Gruppensieg

HSV siegt in der Champions League 42:21 bei Partizan Belgrad und übernimmt die Tabellenführung

Nis. Den HSV-Handballern ist beim serbischen Meister Partizan Belgrad wahrscheinlich der entscheidende Wurf zum Gruppensieg in der Champions League gelungen. Die Hamburger gewannen vor 3500 Zuschauern in Nis 42:21 (24:10) und sollten nach einem weiteren Erfolg am nächsten Sonnabend (19 Uhr, O2 World) gegen den französischen Meister Montpellier HB aufgrund der jetzt deutlich besseren Tordifferenz nicht mehr von der SG Flensburg vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen sein. In diesem Fall würde dem HSV am 26. Februar in Wien fürs Achtelfinale einer der drei Tabellenvierten der drei anderen Vorrundengruppen zugelost. Die Runde der letzten 16 wird Mitte/Ende März gespielt. Die Hamburger treten zuerst auswärts an. Das Rückspiel soll in der Sporthalle Hamburg ausgetragen werden.

In Nis führte der HSV nach sieben Minuten bereits 7:0. "Wir sind mit viel Selbstvertrauen hierhergefahren und haben endlich mal alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: von Anfang an in der Abwehr kompakt stehen, unsere Chancen nutzen, Tempo machen, und das möglichst über 60 Minuten", sagte Mannschaftskapitän Pascal Hens. "Heute hat man sehen können, wozu wir imstande sind."

Herausragend wie im vergangenen Bundesligaspiel gegen den SC Magdeburg (31:19) war das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter Johannes Bitter. Der 30-Jährige parierte 23 von 44 Würfen, darunter einen Siebenmeter, was einer starken Quote von 52 Prozent entspricht. Schon 40 Prozent gelten als sehr guter Wert. "Wir haben gegen Belgrad alle Voraussetzungen geschaffen, um am Ende Gruppenerster zu werden. Diese Ausgangslage müssen wir nun nutzen", forderte Bitter. Auch Trainer Martin Schwalb gefiel der Auftritt seiner Mannschaft: "Das war sehr schön anzusehen. Ich konnte dieses Spiel 60 Minuten lang richtig genießen, was bei mir nicht so oft vorkommt."

Der Halbrechte Oscar Carlén (heute um 20.15 Uhr bei Hamburg 1), Spielmacher Michael Kraus und Linksaußen Torsten Jansen (alle im Aufbautraining) waren wie Nachwuchstorhüter Max-Henri Herrmann (Spiel mit der U23) in Hamburg geblieben. Gegen Montpellier könnten am Sonnabend alle vier in den Kader zurückkehren, für Carlén wäre es das erste Mal.

Tore, Partizan Belgrad: Radivojevic 4 (2 Siebenmeter), Ivosevic 4, Milosevic 3, Vanja Ilic 2, Mitrovic 2, Pavlovic 1, Kajganic 1, Mrsulja 1, Nemanja Ilic 1, Aleksandar Radovanovic 1, Marsenic 1; HSV Hamburg: Lindberg 10 (4), Petersen 8, Vori 6, Hens 5, Schröder 3, Lackovic 3, Nilsson 3, Duvnjak 2, Lijewski 2. Zuschauer: 5300. Zeitstrafen: 4; 1.