Frauen-Handball

Buxtehude feiert Europapokalsieg und will weiter wachsen

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Gegen Göppingen langte es im Rückspiel zu einem knappen Sieg. Die Handballerinnen setzen auf eine neue Halle und Internet-TV.

Buxtehude. Als Christina Vogt versagte, war das Spiel längst vorbei. Die scheidende Kreisläuferin sollte zum Abschied ein paar Worte an das Buxtehuder Handballpublikum richten, aber vor lauter Rührung brachte sie kein Wort heraus. Ihre Augen waren feucht, und das kam nicht von der Schaumweindusche der Eigenmarke "Challenge-Cup-Sieger 2010", die sich gerade über sie ergossen hatte. Schließlich fand sie ihre Stimme wieder, sie sprach von einem "perfekten Abschluss", dann mischte sie sich wieder unter die tanzenden Mitspielerinnen, die mit ihren goldenen Hüten und den blau-gelben Sieger-T-Shirts aussahen wie ein Karnevalsverein bei der Jahresfeier.

Ja, die Stimmung war prächtig am Pfingstsonntag in der mit 1800 Zuschauern ausverkauften Halle Nord, so gut wie vielleicht seit 16 Jahren nicht mehr. Damals hatte der Buxtehuder SV zum ersten Mal einen Europapokal gewonnen. Dieser Erfolg würde sich nun wiederholen, das stand nach dem 40:28-Erfolg im Finalhinspiel bei Frisch Auf Göppingen eigentlich außer Frage. Aber dass man sich auch im Rückspiel zum 28:26 (16:15)-Sieg kämpfte, obwohl sich Rückraumspielerin Jana Stapelfeldt am Vorabend nach einem Trainingsunfall den Fuß hatte eingipsen lassen müssen, verleitete Trainer Dirk Leun zu einer schlichten Hommage: "Eine richtig geile Mannschaft, die wir haben."

Diese Mannschaft könnte, mit Verlaub, bald noch geiler werden. Manager Peter Prior ist sich mit Nationalspielerin Stefanie Melbeck (Kolding IF) über eine Rückkehr nach Buxtehude einig. Mit ihr will der BSV in der nächsten Saison im höherklassigen EHF-Pokal angreifen. "Da kann man keinen Titel erwarten, aber wir wollen mit unseren Aufgaben wachsen", sagt Prior.

CHRISTINA VOGT LEGT DEN HANDBALL WEG

Der Spielraum dafür wird in Buxtehude allmählich eng. Das Sponsorenpotenzial ist ausgereizt, die Halle platzt aus allen Nähten. Prior will den Klub deshalb näher an Hamburg heranführen: "Wir sind dabei, uns als Mitglied der Metropolregion zu fühlen." Ein Umzug in die für die Aurubis-Volleyballerinnen geplante Halle in Neugraben sei aber kein Thema. Stattdessen soll bis zum 150. Vereinsgeburtstag im August 2012 eine neue Spiel- und Trainingsstätte in Buxtehude entstehen, finanziert über eine private Stiftung.

Große Hoffnung setzt Prior auch ins Internet-Fernsehen. Zur Premiere verfolgten immerhin 4000 bis 5000 User das Hinspiel in Göppingen. In der nächsten Saison soll jedes Bundesligaspiel des BSV online zu sehen sein. Prior: "Wir hoffen, dass die anderen Vereine mitziehen."