Basketball-Bundesliga

Veolia Towers bringen Spitzenreiter Bonn dem Abgrund nahe

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Topscorer unter sich: Bonns Spielmacher TJ Shorts (l.) und Towers-Scharfschütze Ryan Taylor.

Topscorer unter sich: Bonns Spielmacher TJ Shorts (l.) und Towers-Scharfschütze Ryan Taylor.

Foto: Imago

Die Wilhelmsburger beenden beinahe die nun 17 Spiele währende Siegesserie der Telekom Baskets, bei denen TJ Shorts überzeugt.

Hamburg. Zwischenzeitlich war es ganz still. Letztlich dann doch wieder Bonn, wie es singt und lacht. Die Veolia Towers Hamburg haben Bundesliga-Spitzenreiter Telekom Baskets Bonn am Sonnabendabend an den Rand des Abgrunds geführt. Den finalen Stoß setzten die Wilhelmsburger Basketballer bei der 66:76 (16:20, 21:25, 14:13, 15:18)-Niederlage jedoch nicht. "Sweet Caroline" auf der einen, Blues auf der anderen Seite.

Eine Hiobsbotschaft gab es aber auch schon vor dem Sprungball. Am Sonnabendmittag bestätigten die Towers die Meldung, dass der erst Ende Februar nachverpflichtete Jordan Davis die restliche Saison verpassen wird. Das linke Handgelenk des US-Amerikaners muss nun doch operiert werden. Der Aufbauspieler bestritt lediglich drei Partien für Hamburg.

Veolia Towers Hamburg : Ziga Samar allein auf der Aufbauposition

Somit ist auf der Spielmacherposition nur noch Ziga Samar übrig geblieben. Für die 22 Jahre alte Leihgabe des deutschen Meisters Alba Berlin zweifellos eine vielverheißende Situation. Für die Towers allerdings immer dann eine heikle Situation, wenn der Slowene auf der Bank Platz nahm.

Dann musste entweder eine andere Leihgabe, der 20-jährige Len Schoormann (Frankfurt Skyliners), oder der US-Schweizer Anthony Polite den Ball nach vorn bringen. Beide sind keine gelernten Point Guards, zudem soll Polite, der beste Punktesammler des Teams, eigentlich andere Aufgaben verrichten.

Towers bleiben beim Spitzenreiter in Schlagdistanz

In Konsequenz stockte die Offensive der Gäste, die ihre ersten sieben Dreipunktewürfe verfehlten. Was also tun, wenn es vorn nicht läuft? Hinten die Schotten dicht machen. Zumindest dies gelang beim Tabellenführer anfangs. Bonns Angriff wirkte weitaus weniger flüssig als gewohnt, der Topstar TJ Shorts blieb im ersten Viertel sogar ganz ohne Punkt.

Doch um der Begegnung seinen Stempel aufzudrücken, brauchte der Ex-Tower, der die Bundesliga in dieser Saison dominiert, an diesem Abend nicht einmal seine Schuhe zu wechseln. Dennoch waren dafür viele Einzelleistungen notwendig, die Defensive der Wilhelmsburger überzeugte, hielt die Telekom Baskets bei zwei Treffern aus der Distanz bei elf Versuchen. So blieben sie bis zur Halbzeit in Schlagdistanz.

Towers bringen Bonner Supersiegesserie ins Wanken

Und dann setzte Barloschkys Team sogar einen Tiefschlag in Richtung Zuschauertribüne. Das für seine Ausgelassenheit bekannte Rheinländer Publikum musste vom Hallensprecher im Telekom Dome extra zu mehr Lautstärke animiert werden. Die Towers hatten die Fans vorübergehend zum Schweigen gebracht, waren bis auf 49:50 (26.) herangekommen. Was dazu führte, dass einer sein Schweigen brach: Bonns Startrainer Tuomas Iisalo explodierte an der Seitenlinie förmlich.

16 Siege in Serie waren den Baskets wettbewerbsübergreifend in Bundesliga und Champions League gelungen. Sollte die Erfolgsgeschichte dieser Saison nun ausgerechnet von einer der größten Enttäuschungen dieser Spielzeit unterbrochen werden?

Ex-Hamburger TJ Shorts wirft Telekom Baskets Bonn zum Sieg

Sie sollte es nicht. Weil Titelkandidat Bonn die Kleinigkeiten, die ihr detailverliebter Coach fordert, nun besser beachtete. Weil Shorts, der 21 Punkte erzielte, Shorts ist. Und weil die Towers von der Dreierlinie eine der schwächsten Mannschaften der Bundesliga sind.

Samar gab sich dennoch versöhnlich: "Das Wichtigste war, dass wir als Mannschaft zusammengestanden sind. Wir haben getan, was wir tun mussten", sagte er.

Veolia Towers Hamburg: Taylor (17 Punkte), Childs (12), Hinrichs (12), Samar (9), Meisner (4), Polite (4), Wohlfarth-Bottermann (4), Philipps (2), Schoormann (2), Hoffmann.