Basketball

Towers trotzen Auswärtsatmosphäre vor heimischer Kulisse

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Rupert Fabig
Der gewaltige Fanblock von Hapoel Tel Aviv: Die Fans zünden bengalische Fackeln in der edeloptics.de Arena beim Spiel der Veolia Towers  gegen HapoelTel Aviv.

Der gewaltige Fanblock von Hapoel Tel Aviv: Die Fans zünden bengalische Fackeln in der edeloptics.de Arena beim Spiel der Veolia Towers gegen HapoelTel Aviv.

Foto: Witters

Pyros und Fußballstimmung im Inselpark: Hamburger Basketballer gewinnen vor Rekordkulisse im EuroCup gegen Tel Aviv.

Hamburg. Es war die beste Atmosphäre, die die edel-optics.de Arena im Wilhelmsburger Inselpark seit Langem erlebt hat, vielleicht seit jeher. Die feurigste war es in jedem Fall. Und das lag nicht am 98:91 (25:16, 11:21, 21:25, 27:22, 14:7) der Veolia Towers Hamburg. Sondern an den mehr als 1000 Fans von Hapoel Tel Aviv, die – EuroCup-Rekordkulisse von 2556 Zuschauern zum Trotz – aus einem Auswärtsspiel ihres weit gereisten Clubs ein Heimspiel machten.

Und zwar im Wortsinn im Handumdrehen. Mit einer geübten Bewegung hatten sie schon direkt nach dem Sprungball ihre in die Halle geschmuggelten Bengalischen Feuer entzündet, ihren Block in grelles Rotlicht gehüllt und eine kurzzeitige Unterbrechung provoziert.

Towers trotzten spektakulärer Auswärtsatmosphäre

Dass die Towers mit einem 13:0-Lauf in die Partie starteten, lag mit einiger Wahrscheinlichkeit auch daran, dass die Israelis den völlig zugequalmten Korb, hinter dem ihre Ultras für das Inferno verantwortlich waren, nur spärlich sahen. Das war: alles völlig egal. Hapoel tanzte, feierte und sang einfach weiter, und mit ihnen rund 150 Anhänger des FC St. Pauli, darunter Präsident Oke Göttlich. Den Kiezclub verbindet eine Fanfreundschaft mit dem Arbeiterclub aus der Nahostmetropole.

Und je mehr die Gäste von ihrem anfänglich hohen Rückstand abknabberten, desto mehr glich die Atmosphäre auch der in einem Fußballstadion. Die nominellen Hausherren, bei denen durch den krankheitsbedingten Ausfall von Spielmacher Kendale McCullum viel Druck auf Žiga Samar lastete, verloren im zweiten Viertel ihre Linie. Mutiger waren die drei aufrechten Trommler aus dem heimischen Fanblöckchen, die vollkommen aussichtslos versuchten, Stimmungsakzente zu setzen.

Auf dem Parkett wurde es so spektakulär wie auf den Rängen

Die Stimmung bei Towers-Cheftrainer Raoul Korner indes wurde nach der Halbzeit mieser. Seine Mannschaft ließ die Gästeakteure zu häufig im Rücken der Verteidigung entwischen. Sie fing sich aber, weil James Woodard plötzlich Feuer fing. Währenddessen setzten die Hapoel-Fans mit ihrem zweiten Pyroakt zum Schlussspurt an.

Auf dem Parkett wurde es so spektakulär wie auf den Rängen. Auf jeden Wurf der Towers zur Führung fand Tel Aviv die Antwort. Und da es so viel Spaß machte, gab es die Verlängerung obendrauf. Für die weite Anreise musste den Anhängern der Gäste schließlich etwas geboten werden.

Es bot sich ihnen: eine Niederlage. Dreier von Lukas Meisner und Woodard waren maßgeblich für das Ende der sechs währenden Niederlagenserie der Towers verantwortlich – nicht aber das der Party aus dem Gästeblock. So schien es am Ende zumindest allen Spaß gemacht zu haben.

Veolia Towers Hamburg: Childs (20 Punkte), Woodard (18), Meisner (18), Samar (14), Clark (8), Philipps (8), Wohlfarth-Bottermann (4), Schoormann (3), Cleary (3), Hinrichs (2).