Basketball

Neuer Name für die Towers –Was der Millionendeal bedeutet

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Bislang war das Logo von Veolia auf den Werbebanden zu sehen. Nun hat sich das Unternehmen die Namensrechte der Hamburg Towers gesichert.

Bislang war das Logo von Veolia auf den Werbebanden zu sehen. Nun hat sich das Unternehmen die Namensrechte der Hamburg Towers gesichert.

Foto: Witters

Der Bundesligaclub hat seinen Namensrecht an einen Sponsor verkauft. Ein Meilenstein für den Wilhelmsburger Basketballclub.

Hamburg. Die Hamburg Towers stehen vor einem millionenschweren Sponsoringdeal. Am Freitag möchte der Basketball-Bundesligist bei einer Pressekonferenz eine „richtungweisende, zukunftsorientierte Partnerschaft“ bekannt geben.

Hierbei soll es sich nach Abendblatt-Recherchen um den Umweltdienstleister Veolia handeln, der die Towers als Exklusivpartner bereits auf zweithöchster Sponsoringebene unterstützt. Alles deutet außerdem darauf hin, dass Veolia sogar die Namensrechte erwirbt und der Club künftig als Veolia Towers firmiert.

Basketball: Towers sorgen mit Verkauf des Namens für Novum

In Hamburg wären die Basketballer der erste Männer-Profiverein, der sein Namensrecht verkauft. Im Frauenbereich trat das Volleyballteam Hamburg (inzwischen Dritte Liga) bis 2016 als VT Aurubis Hamburg an.

Für die Basketballer ist der Vertragsabschluss ein echter Coup. Der Rückzug des Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmens VTG als Hauptsponsor (dürfte aber in einer kleineren Kategorie weitermachen) riss ein Loch von rund 600.000 Euro in die Budgetplanung der Towers. Dieses wird nun offenbar von Veolia mehr als nur gefüllt. Die Gedankenspiele, den Namen zu veräußern, gibt es schon länger. "Das würden wir nur machen, wenn der Partner unser Konzept voll mitträgt und die Vereinbarung nachhaltig ist, also auf einen sehr langen Zeitraum angelegt wäre", sagte Geschäftsführer Marvin Willoughby im Abendblatt-Interview im März 2021.

Der 44-Jährige hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, die Namensrechte nicht für weniger als mindestens eine Million Euro verkaufen zu wollen.

Internet-Domain mit neuem Towers-Namen bereits vorhanden

Auf Abendblatt-Nachfrage wollten die Towers den Abschluss am Mittwoch nicht bestätigen. Die Indizienlage ist jedoch eindeutig: Seit einigen Tagen existiert bereits die Internetadresse veoliatowers.de, die zwar noch nicht freigeschaltet, aber auf dem selben Server liegt wie hamburgtowers.de.

Es ist nicht unüblich, dass mehrere Seiten auf denselben Servern laufen. Im Fall von Veolia und den Towers wäre der Zufall nach Angabe eines IT-Experten gegenüber dem Abendblatt allerdings sehr groß. Zudem existieren auch schon Unterseiten, die via veoliatowers.de unter anderem auf das Ticketingportal des Bundesliga- und EuroCup-Starters führen.

Namenssponsoring ist in der Bundesliga die Regel

2021 hatte die „Veolia Umweltservice GmbH“ ihr Engagement vorzeitig um zwei Jahre verlängert. Ein sichtbarer Beleg dafür, dass Veolia mit dem Engagement sehr zufrieden war. Zum Namensrecht passt zudem, dass Deutschland-Chef Matthias Harms einst die Vision äußerte, ein Bundesligaspiel zwischen Veolia Hamburg gegen Alba Berlin sehen zu wollen. Zum Hintergrund: Die Alba Group, seit 1991 Namenssponsor des Meisters aus Berlin, ist ebenfalls ein Unternehmen der Recycling- und Entsorgungsbranche.

Den Vereinsnamen zu verkaufen, ist in der deutschen Basketball-Bundesliga (BBL) eher die Regel als die Ausnahme. Nur Bayern München, BG Göttingen, die BB Löwen Braunschweig, Chemnitz 99ers und Aufsteiger Rostock Seawolves verzichten neben den Hamburg Towers bisher auf einen Werbezusatz.

Zudem trägt auch die Liga den offiziellen Namen „easy Credit BBL“. Während allerdings die meisten Clubs den Städtenamen behielten (wie zum Beispiel medi Bayreuth), entschieden sich Veolia und die Towers offenbar dafür, die Stadt Hamburg zu streichen, um stattdessen die Marke Towers aufrechtzuerhalten.

Weitere Texte zu den Towers:

Das Thema Nachhaltigkeit dürfte in der Zukunft bei den Towers durch die Partnerschaft noch eine größere Rolle spielen. In der vergangenen Saison unterstützte das Unternehmen – rangiert hinter Branchenführer Remondis und vor Alba auf Rang drei der größten deutschen Abfallkonzerne - die Ausgabe von Trinkbechern aus 100 Prozent recyceltem PET und half dabei, durch die Sammlung und Aufbereitung zu Rezyklaten (wiederverwertete Kunststoffe) einen Wertstoffkreislauf schaffen.

Towers wollen auch mit Online Marketing Rockstars kooperieren

Damit nicht genug der Partnerschaften. Wie das Abendblatt erfahren hat, streben auch die Online Marketing Rockstars (OMR) des Hamburger Unternehmers Philipp Westermeyer eine Intensivierung der Geschäftsbeziehungen zu den Towers an. Westermeyer pflegt einen guten und intensiven Kontakt mit Towers-Hauptgesellschafter Tomislav Karajica. Gemeinsam mit dessen Unternehmen Home United sowie der Hamburg Messe hat OMR 2020 die Betreiberschaft des Hamburger Fernsehturms übernommen.

Gute Nachrichten also für die Towers. Fehlt bloß noch, dass es beim Thema Elbdome, der geplanten neuen Spielstätte der Towers, endlich Fortschritte gibt.