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Wechsel perfekt: Towers verpflichten Toptalent Schoormann

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Rupert Fabig
Der neue Towers-Profi Len Schoormann gehört zu den größten Talenten im deutschen Basketball.

Der neue Towers-Profi Len Schoormann gehört zu den größten Talenten im deutschen Basketball.

Foto: Jürgen Kessler / Imago Images

Der Abgang von Justus Hollatz tat den Wilhelmsburgern weh, doch nun hat man einen Nachfolger unter Vertrag genommen.

Hamburg. Die Hamburg Towers haben nicht nur ihre Back-up-Option auf der Aufbauspielerposition gefunden, sondern auch einen Nachfolger für das nach Spanien zu CB Breogán gewechselte Toptalent Justus Hollatz (21). Sportdirektor Marvin Willoughby (44) sicherte sich die Dienste von Len Schoormann von den Frankfurt Skyliners. Nachdem das Abendblatt bereits am Dienstag über den Deal berichtet hatte, folgte nun am Donnerstag die offizielle Bestätigung.

Transfermarkt: Towers leihen Schoormann zunächst aus

Der 19-Jährige zählt zu begabtesten Jungprofis Deutschlands. Sein Vertrag läuft via eines seltenen und komplizierten "Loan & Buy"-Konstrukts zunächst für zwei Jahre als Leihgabe mit anschließender Kaufoption für weitere zwei Jahre. "Len besitzt sehr viel Talent, das hat er in der vergangenen Saison gezeigt. Wir sind davon überzeugt, dass ihm die zusätzliche Teilnahme am internationalen Wettbewerb in seiner Entwicklung einen wichtigen Schritt voranbringen wird. Wir freuen uns, dass wir uns mit Frankfurt auf eine Leihe einigen konnten“, erklärt Willoughby

Trotz seines überschaubaren Alters verfügt Schoormann bereits über die Erfahrung von 64 Bundesligaspielen sowie Einladungen zur deutschen Nationalmannschaft, wenngleich sein Länderspieldebüt noch aussteht. Und während Frankfurt in der vergangenen Saison sportlich abstieg – dank einer Wildcard aber erstklassig bleibt –, gelang dem 1,92 Meter großen Guard der Durchbruch. Seinen Punkteschnitt vervierfachte er fast auf knapp acht Zähler, erhielt rund 22 Minuten Parkettzeit pro Begegnung.

Den gebürtigen Darmstädter mit Hollatz zu vergleichen, wird beiden Seiten jedoch nicht gerecht. Während Hollatz ein für sein Alter ungemein reifer und umsichtiger Aufbauspieler mit Blick für die Teamkollegen ist, ist Schoormann wesentlich ungeschliffener und mehr auf den eigenen Abschluss fokussiert.

Towers-Zugang besticht durch eindrucksvolle Athletik

Sein rohes Talent steht dem von Hollatz aber kaum in etwas nach. Der zurückhaltende Sohn eines Kenianers und einer Deutschen verfügt über eine eindrucksvolle Athletik, die ihn in der Theorie auch zu einem herausragenden Verteidiger macht. Zwar fällt sein Sprungwurf noch unterdurchschnittlich, die gute Freiwurfquote von 77,4 Prozent suggeriert jedoch, dass eine Steigerung nur eine Frage der Zeit sein sollte.

In Hamburg soll Schoormann hinter dem kreativen Neuzugang Kendale McCullum (26) die Aufgaben als Point Guard übernehmen und auch, je nach Situation, neben diesem auflaufen, um sich mehr aufs Punkten und die Defensive zu konzentrieren. "Für mich wird es ein großer Neuanfang werden, weil ich das erste Mal nicht in meinem gewohnten Umfeld, zuhause oder bei meinen Freunden sein werde. Ich freue mich allerdings schon sehr auf die Stadt Hamburg und das neue Team um den Trainerstab. Ich will viel lernen, mich individuell weiterentwickeln und einen festen Platz im Profi-Team einnehmen“, sagt Schoormann.