Basketball

Towers schaffen mit Kantersieg Play-off-Qualifikation

| Lesedauer: 3 Minuten
Rupert Fabig
Osaro Jürgen Rich Igbineweka (M.) schaffte für die Hamburg Towers 14 Punkte und stellte einen neuen persönlichen Bestwert auf.

Osaro Jürgen Rich Igbineweka (M.) schaffte für die Hamburg Towers 14 Punkte und stellte einen neuen persönlichen Bestwert auf.

Foto: Imago Images

Die Mannschaft von Trainer Pedro Calles besiegte den Mitteldeutschen Basketball-Club mit 100:57 und festigt Rang sieben in der Tabelle.

Hamburg. Mathematik kann so kompliziert sein. So bestand vor dem vorletzten Spieltag der regulären Saison in der Basketball-Bundesliga noch die vage theoretische Möglichkeit, dass die Hamburg Towers, Brose Bamberg, Crailsheim Merlins und BG Göttingen zum Saisonende alle punktgleich einlaufen – und die Towers in diesem Vierervergleich dann als schwächstes Team die Play-offs verpassen würden. Mathematik kann aber auch so einfach sein. 101 sind mehr als 57. Und durch den 101:57 (33:13, 20:18, 22:12, 26:14)-Erfolg beim Mitteldeutschen Basketball-Club (MBC) in Weißenfels haben die Wilhelmsburger den Einzug in die Meisterrunde und auch den siebten Platz vorzeitig aus eigener Kraft gesichert. Rechenspielchen adé.

Basketball: Towers mussten auf Leistungsträger verzichten

Dennoch mussten die Norddeutschen vor dem Sprungball noch mal kurz zittern. Co-Trainer Miguel Zapata sowie Guard Jaylon Brown fehlten erkrankt. War das Duo von – statistisch nicht unwahrscheinlichen – Corona-Infektionen betroffen? Nur „krank“, verkündeten die Towers kurz und knapp. Also dann, voller Fokus aufs Parkett.

Dort zeigte die Mannschaft von Trainer Pedro Calles den Sachsen-Anhaltinern aus der Peripherie Leipzigs umgehend, dass sie sich in dieser Partie nichts auszurechnen hatten. Weißenfels, offiziell unter dem Namen „Syntainics MBC“ geführt, hatte den Klassenerhalt trotz mutmaßlich geringstem Budget der Liga abermals vorzeitig erreicht, die Towers hatten noch etwas, um das es zu spielen galt. Mit diesem Fokus schossen die Gäste schon nach sieben Minuten eine 24:11-Führung heraus. Aber was heißt hier schossen? Sie zelebrierten.

Spielmacher Caleb Homesley präsentierte sich von seiner besten Seite, ließ freie Dreier durchs Netz und gut getimte Lobanspiele auf Center Maik Kotsar fliegen. Resultat: Schon mit Beginn des zweiten Viertels (!) skandierten die traditionell durch den jährlichen Abstiegskampf leidgeprüften Fans der Weißenfelser Wölfe: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Doch der MBC kämpfte längst auf verlorenem Posten.

Eigengewächs Rich mit Karrierebestleistung für die Towers

Pedro Calles wäre jedoch nicht Pedro Calles, wenn es nicht auch nach dem Seitenwechsel noch Spielzüge einzustudieren galt, Abläufe für die entscheidende Saisonphase gefestigt werden mussten und vor allem die Verteidigung höchste Priorität genoss. Die Gastgeber verfügen zwar über die beste Halbfeld-Offensive der Liga, also der Attacke gegen eine bereits formierte Verteidigung, doch den Towers gelang es, sie in jedem Abschnitt unter 20 Zählern zu halten. Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu schlussfolgern, dass dieser Wert deutlich unter dem Schnitt liegt.

Eine schöne numerische Geschichte lieferte aber auch der Angriff Hamburgs. So stellte der Lübecker Osaro Jürgen Rich Igbineweka (23) an diesem Sonntagabend mit 14 Punkten eine neue Karrierebestleistung auf. „Ich wollte zeigen, dass ich dem Team auch auf dem Spielfeld helfen kann“, sagte der in der Kabine beliebte Spaßvogel.

Gerechnet wird nun nur noch am anderen Ende der Play-off-Tabelle, wo sich entscheidet, wer als Hauptrundenzweiter im Viertelfinale auf die Towers trifft. Etwas für Freunde der Statistik, da von Bonn (wahrscheinlich) über Berlin (unwahrscheinlich) bis zu Bayern (sehr unwahrscheinlich) drei Optionen möglich sind.

Towers: Bluiett (18 Punkte), Kotsar (16), Homesley (15), Rich (14), Meisner (9), Hollatz (8), Edigin (8), DiLeo (5), Hinrichs (4), Christen (4).