Basketball

Hollatz und der große Traum von der Heim-EM

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Alexander Berthold
Der Hamburger Justus Hollatz (20) macht am Mittwoch in Nürnberg sein viertes Länderspiel für Deutschland.

Der Hamburger Justus Hollatz (20) macht am Mittwoch in Nürnberg sein viertes Länderspiel für Deutschland.

Foto: LeonieHorky / WITTERS

Gegen Estland will sich der Towers-Spielmacher für höhere Aufgaben empfehlen

Hamburg.  Am Donnerstag wird es wieder kommen, dieses Kribbeln im Bauch von Justus Hollatz. Der Spielmacher der Hamburg Towers absolviert am Abend (19 Uhr, MagentaSport) im WM-Qualifikationsspiel in Nürnberg gegen Estland sein viertes Länderspiel. „Es fühlt sich noch nicht selbstverständlich an, hier dabei zu sein. Beim ersten Training war ich wieder etwas nervös, gerade weil ein neuer Bundestrainer da ist. Aber es bringt echt Spaß“, sagte Hollatz, als ihn das Abendblatt am Mittwoch im Teamhotel erreichte.

Hollatz schwärmt von neuem Bundestrainer Herbert

Hinter dem gebürtigen Hamburger stand ein echter Marathontag. Training, Fotoshooting für den Deutschen Basketball-Bund (DBB), Teammeeting und zum Abschluss noch ein Feedbackgespräch mit eben jenem neuen Bundestrainer Gordon Herbert (62), der die Nachfolge von Henrik Rödl (52) angetreten hatte. Bereits im September hatte der Kanadier Hollatz angerufen, um ihn darüber zu informieren, dass er große Stücke auf ihn hält. „Der Bundestrainer möchte, dass ich als Point Guard, so wie bei den Towers, aggressiv spiele und meine Stärken als Spielmacher einbringe. Ich habe in der kurzen Zeit schon viel von ihm gelernt. Er ist ein sehr guter Trainer und ein toller Mensch“, schwärmt Hollatz.

Towers-Spielmacher will sich unentbehrlich machen

Die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2023 gegen Estland und am Sonntag (20 Uhr) in Lublin gegen Polen sind für Hollatz die große Chance, dem Bundestrainer zu zeigen, dass dieser zu Recht Vertrauen in das Toptalent hat. Durch verletzungs- und coronabedingte Absagen sowie das Fehlen der NBA-und EuroLeague-Profis, die keine Freigabe erhalten hatten, könnte Hollatz eine größere Rolle bekommen.

Eine besondere Motivation ist für Hollatz die Aussicht, bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr dabei zu sein. Das Turnier findet in Deutschland mit den Austragungsorten Köln und Berlin sowie in Italien, Tschechien und Georgien statt. „Eine EM im eigenen Land zu spielen ist etwas ganz Besonderes und ein absoluter Traum. Ich muss dem Bundestrainer mit guten Leistungen zeigen, dass er nicht an mir vorbeikommt. Ich will unbedingt dabei sein.“

Towers-Duell mit Center Kotsar fällt für Hollatz aus

Doch sein Fokus liegt erst einmal auf dem Spiel gegen Estland. Gerne hätte er gegen seinen Towers-Kollegen Maik Kotsar (24) gespielt, doch der Center musste mit einer Schulterverletzung absagen. „Ich darf nicht mit einer Niederlage in die Towers-Kabine kommen, sonst gibt es Sprüche von ihm. Am besten gewinnen wir gegen Estland, so kann ich Maik zum Schweigen bringen“, sagt Hollatz im Spaß. Lachen will er aber zunächst einmal am Mittwochabend.