BBL

Fehlstart der Hamburg Towers perfekt: Pleite gegen Chemnitz

| Lesedauer: 3 Minuten
Alexander Berthold
Maik Kotsar, hier gegen Jonas Richter (l.), machte zehn Punkte.

Maik Kotsar, hier gegen Jonas Richter (l.), machte zehn Punkte.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Basketballer verlieren vor 1602 Zuschauern in der Wilhelmsburger Arena auch ihr zweites Saisonspiel in der Bundesliga.

Hamburg.  Als um 20.19 Uhr die Schlusssirene ertönte, hielt Towers-Coach Pedro Calles einen Moment inne, gratulierte anschließend höflich Spielern und Trainern der Chemnitz Niners und verschwand mit finsterer Miene in die Kabine. Mit der 82:90 (19:21, 22:17, 22:24, 19:28)-Niederlage gegen die Chemnitz Niners ist der Fehlstart der Hamburg Towers in die neue Saison der Basketball-Bundesliga perfekt. Bester Werfer der Hamburger war Shooting Guard Caleb Homesley mit 22 Punkten.

„Es waren erneut viele Kleinigkeiten, die heute nicht passten“, meinte Center Eddy Edigin, „vor allem die Kommunikation auf dem Feld muss bei uns deutlich besser werden.“ 19 Ballverluste (Chemnitz 17), ungewöhnlich viele für die Towers, waren ein Beleg für noch viele Unstimmigkeiten und fehlende Automatismen im neu formierten Team.

BBL: 1602 Fans schauten den Hamburg Towers zu

An Unterstützung mangelte es dabei nicht. Die 1602 Zuschauer – 2600 Fans waren zugelassen - sorgten in der edel-optics.de Arena für die größte Kulisse seit dem 29. Februar 2020. Damals waren bei der 91:92-Niederlage nach Verlängerung gegen die Crailsheim Merlins alle 3400 Plätze besetzt. Tragisch: Vor ihren Fans haben die Towers bislang noch kein Heimspiel gewonnen.

Personell konnten die Hamburger wieder aus dem Vollen schöpfen. Center Maik Kotsar (24) kehrte nach seiner schweren Gehirnerschütterung in den Kader zurück. Und das Comeback des Esten tat den Towers speziell bei den Rebounds gut. Die Abpraller vom Korb waren die Achillesferse der Hamburger bei der 87:88-Auftaktniederlage in Ludwigsburg. Am Ende dominierten die Towers beide Bretter, entschieden das Rebound-Duell mit 41:34 (Offensiv-Rebounds: 19:6). Edigin (9 Rebounds) und Kotsar (8) hatten daran den größten Anteil. Es sollte aber die einzige Statistik sein, die für die Hamburger sprach.

Immer wieder Abstimmungsschwierigkeiten in Angriffen

Das Calles-Team versuchte von Beginn an, den neuen Hochgeschwindigkeits-Basketball zu praktizieren, doch nach einem 12:5-Lauf wurde die Partie der Hamburger fahrig und inkonstant. Immer wieder gab es in den Angriffen Abstimmungsschwierigkeiten.

Da auch die Chemnitzer, die jetzt alle drei Bundesliga-Duelle gegen die Towers gewonnen haben, ihrerseits ähnlich wechselhaft waren, konnten die Wilhelmsburger trotz schwacher Wurfquote, lediglich sieben von 18 (39 Prozent) Versuche aus dem Zweipunktebereich und sechs von 19 (32 Prozent) Distanzwürfe landeten im Korb, mit einer knappen 41:38-Führung in die Kabine gehen.

BBL: Spielmacher Jaylon Brown kam auf vier Punkte

Nach dem Seitenwechsel ging das wilde Spiel der Towers weiter. Es entwickelte sich ein wenig hochklassiger Abnutzungskampf mit zahlreichen Führungswechseln. Der in Ludwigsburg starke Hamburger Spielmacher Jaylon Brown (27) erwischte einen schwachen Tag, kam am Ende nur auf vier Punkte. Dass Towers-Trainer Calles sich aber an der Seitenlinie die Seele aus dem Leib brüllte, lag nicht nur am US-Amerikaner. Die Hamburger machten sich das Leben mit ihrer ihrer fahrige Spielweise und ihrer schwachen Trefferquote auch in der zweiten Hälfte unnötig schwer.

„Es wirkte so, als wären wir nervös gewesen in unserem ersten Heimspiel“. sagte Trainer Calles. „Wir haben 88 und 90 Punkte in den ersten beiden Saisonspielen kassiert. Das geht nicht. In der Defensive müssen wir besser werden. Es hat aber nichts mit Einsatz zu tun, sondern die vielen neuen Spieler müssen unser System weiter verinnerlichen.“