Basketball

Towers müssen künftig auf Leistungsträger Taylor verzichten

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Alexander Berthold
Kameron Taylor (l.) gehörte in der abgelaufenen Saison zu den stärksten Profis bei den Hamburg Towers

Kameron Taylor (l.) gehörte in der abgelaufenen Saison zu den stärksten Profis bei den Hamburg Towers

Foto: Witters

Der US-Amerikaner wechselt zum israelischen Topteam Maccabi Tel Aviv. Zweitliga-Profi Edigin unterschreibt bei den Wilhelmburgern.

Hamburg. Am Donnerstag war das Gewissheit, was bereits seit Wochen gemunkelt wurde. Kameron Taylor (26) wird die Hamburg Towers nach nur einer Saison wieder verlassen. Der US-Amerikaner, dem 14,3 Punkte pro Partie gelangen, und sich so in den Fokus von internationalen Spitzenteams spielte, unterschrieb einen Vertrag beim israelischen Vorzeigeclub Maccabi Tel Aviv.

Auch Alba Berlin soll bis zuletzt um Taylor geworben haben. "Klar hätten wir Kam gern behalten. Aber realistisch betrachtet, hat er hier im letzten Jahr bewiesen, dass er mit den besten der Besten mithalten kann. Daher freuen wir uns für ihn, dass er jetzt bei Maccabi auf allerhöchstem Level spielen kann. Wir sind sehr stolz, dass er den entscheiden Schritt dorthin bei den Hamburg Towers gemacht hat“, sagt Sportdirektor und Geschäftsführer Marvin Willoughby (42).

Towers verpflichten Zweitliga-Profi Edigin

Unabhängig der Personalie Taylor plant Willoughby (42) den Kader für die neue Saison Am Donnerstag gab der Club aus der Basketball-Bundesliga (BBL) die Verpflichtung von Eddy Edigin (25) bekannt.

Der Deutsch-Nigerianer kommt vom Zweitligaclub Bayer Leverkusen zu den Wilhelmsburgern. "Ich habe mich sehr über das Angebot der Hamburg Towers gefreut. Pedro Calles hat mir sehr schnell gesagt, was er von mir erwartet. Er traut mir den Sprung in die BBL zu. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich hier jetzt beweisen kann“, so Edigin, der nach Lukas Meisner (25, Braunschweig), Robin Christen (30, Vechta) und Zachary Brown (25, SZTE Szedeak) der vierte Neuzugang der Towers.

Edigin wuchs zunächst in Lagos auf

Im Alter von acht Jahren zog es Edigin mit seiner Familie aus der Millionenmetropole Lagos nach Regensburg "Es war ein kleiner Kulturschock. Die Lebensart war total anders. Ich war es nicht gewohnt, dass das alltägliche Leben nicht so wie in Nigeria auf der Straße stattfindet“, so der Forward, der seit 2010 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Und wie es sich im Fußball-Land Deutschland gehört, versuchte sich Edigin zunächst auf dem grünen Rasen. Der Traum: Profi werden. "Ich habe wirklich hart dafür gearbeitet, aber das Talent hat nicht ausgereicht“, blickt der 2,01 Meter Athlet zurück. Über einen Freund kam er mit 16 Jahren zum Basketball.

Der Deutsch-Nigerianer wechselte zum FC Bayern

Nach einem Jahr in Regensburg wechselte er in das Nachwuchsprogramm des FC Bayern München. An der Seite von Ex-Towers-Profi Marvin Ogunsipe gelang 2016 der Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Basketball Bundesliga ProB. Dort ging Edigin im Folgejahr für Nördlingen an den Start und empfahl sich mit starken Werten (11,2 Punkte und 8,1 Rebounds pro Spiel) beim späteren Absteiger für ein Engagement im Kooperationsprogramm von Brose Bamberg.

In der Spielzeit 2017/18 lief Edigin nicht nur in 28 ProA-Partien für Baunach auf, sondern kam auch auf sechs Kurzeinsätze in der BBL und einen in der EuroLeague. Doch die Karriere wurde jäh ausgebremst. Ein Kreuzbandriss sorgte dafür, dass Edigin die komplette Saison 2018/19 verpasst hat.

In Leverkusen fand der 25-Jährige zu seiner alten Stärke zurück. In seinem zweiten Jahr kam er in 36 Saisonspielen auf 9,1 Punkte und 5,8 Rebounds und feierte zum Abschluss die Vizemeisterschaft in der ProA. "Vom ersten Tag an, muss er zeigen, dass er bereit ist, auf diesem Level zu spielen und für seine Rolle im Team kämpfen. Die Situation, Teil eines BBL-Teams zu sein, ist neu für ihn, die Herausforderung mit der Doppelbelastung aus Bundesliga und EuroCup groß. Ich erwarte ihn bescheiden und hungrig zum Trainingsauftakt“, erklärt Trainer Pedro Calles (37).