Basketball

Towers freuen sich über Rückkehr von Play-off-Experte Taylor

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Alexander Berthold
Bryce Taylor plagt sich seit Wochen mit einer Verletzung herum. Nun steht der Kapitän der Hamburg Towers vor dem Comeback

Bryce Taylor plagt sich seit Wochen mit einer Verletzung herum. Nun steht der Kapitän der Hamburg Towers vor dem Comeback

Foto: Witters

Der 34 Jahre alte Kapitän spielt seine 13. Saison in der Bundesliga, und hat mit seinen Teams immer die Endrunde erreicht.

Hamburg.  Am Freitagvormittag durfte Bryce Taylor wieder das machen, was ihm am meisten Freude bereitet. Mit seinen Mitspielern der Hamburg Towers Basketball spielen. Der 34 Jahre alte Kapitän der Wilhelmsburger Basketballer konnte einen Teil des Mannschaftstrainings ohne Probleme absolvieren. Der Deutschamerikaner musste zuletzt wegen Achillessehnenproblemen vier Wochen pausieren.

Im letzten Hauptrundenspiel am Sonntag (15 Uhr, MagentaSport) bei den Frankfurt Skyliners will Taylor nun sein Comeback feiern. "Es geht mir gut, und ich denke, dass ich am Sonntag spielen kann. Es wäre wichtig, vor den Play-offs noch einmal ein paar Minuten zu spielen", erklärte der Führungsspieler.

Bryce Taylor ist bei den Towers "Mr. Play-offs"

Die Vorfreude auf die Endrunde ist bei Taylor fast schon greifbar. Der Towers-Kapitän spielt seit 13 Jahren in der Basketball-Bundesliga (BBL) und hat mit seinen Clubs Brose Bamberg, Alba Berlin, Bayern München, Telekom Baskets Bonn und Artland Dragons Quakenbrück immer die Play-offs erreicht. Kein Spieler, der über einen derart langen Zeitraum in der BBL aktiv ist, kann eine solch makellose Bilanz vorweisen. "In die Play-offs zu kommen, ist immer das erste Ziel. Aber es ist nicht selbstverständlich, das zu schaffen. Du brauchst Glück, gute Trainer, gute Spieler, und einen guten Verein. Ich hatte das Glück, bei tollen Vereinen zu spielen und bin stolz auf das Erreichte", sagte Taylor.

Mit 34 Jahren neigt sich die Karriere des Routiniers langsam dem Ende entgegen. Das weiß der Shooting Guard. Deshalb genießt er jedes Training und jedes Spiel umso mehr. In der aktuellen Saison spielte Taylor für die Towers im Schnitt 15:24 Minuten pro Partie. "Meine Rolle hat sich in dieser Saison im Vergleich zu all den anderen Jahren schon verändert", sagte Taylor und fügte an: "Früher hatte ich auf dem Court eine wichtige Rolle, habe viele Minuten gespielt, aber jetzt lag der Fokus mehr auf meiner Führungsrolle in der Kabine. Ich habe versucht, einen guten Einfluss auf meine Mitspieler zu nehmen", ergänzte Taylor.

Der Routinier fungiert als Mentor für die jungen Spieler

Das sah man auch in den vergangenen Wochen, als er wegen seiner Verletzung zum Zuschauen verdammt war. Taylor wirkte fast wie ein dritter Co-Trainer, der in den Auszeiten immer wieder den Dialog mit seinen Kollegen suchte. Gerade die jungen Spielmacher Justus Hollatz (20) und T.J. Shorts (23) hat er unter seine Fittiche genommen. "Ich kann nicht mehr so viele Minuten spielen. Das nervt manchmal, aber es ist, wie es ist. Wenn ich nicht spielen kann, bin ich der größte Fan auf der Bank. Ich versuche, mein Spielverständnis an die Jungs weiterzugeben, gerade weil man von draußen eine andere Perspektive hat", so Taylor.

Für Trainer Pedro Calles (37), der selbst nur drei Jahre älter ist als Taylor, ist der Kapitän ein wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber. Unlängst lobte der Spanier den Profi als besten Führungsspieler, mit dem er je zusammenarbeitet hat. "Bryce ist extrem wichtig für die Mannschaft und den ganzen Club. Seine Erfahrung tut uns unheimlich gut. Er gibt seinen Mitspielern Tipps, ist positiv, holt sie aber auch mal in die Realität zurück, wenn Dinge mal nicht so gut laufen", erklärte Calles.

Taylor hat schon im vergangenen Sommer an die Play-off-Teilnahme geglaubt

Nun freut sich der älteste Spieler im Kader aber erst einmal, dass er in der "schönsten Jahreszeit" für Basketballer wieder aktiv auf dem Court dabei sein kann. Für Taylor ist es rückblickend keine Überraschung, dass es den Towers gelungen ist, eine derart überragende Hauptrunde zu spielen und sich erstmals für die Play-offs zu qualifizieren.

"Ich wusste, dass wir viel Arbeit vor uns haben, aber ich hatte schon vor der Saison den Glauben, dass wir das schaffen können. Als ich gesehen hatte, wen wir alles verpflichtet haben, wusste ich, dass wir eine Chance haben, auf dieses Niveau zu kommen", erklärte der Dreipunktewurf-Experte.

Towers-Coach Calles will Hauptrunde nicht ausklingen lassen

Und dieses hohe Niveau möchten die Towers am Sonntag in Frankfurt ein letztes Mal in der Hauptrunde an den Tag legen. Deshalb will Trainer Calles auch alles in seiner Macht stehende tun, dass gegen die verletztungsgeplagten Skyliners, für die es in der Tabelle um nichts mehr geht, die reguläre Saison nicht einfach so austrudelt.

"Das wird nicht passieren, wenn ich meinen Job richtig mache. Es liegt an mir, dass das nicht passiert", sagte Towers-Coach Calles, der auf die verletzten Marvin Ogunsipe (24, Rücken), Kameron Taylor (26, Fußstauchung), Hans Brase (27, Knie-OP) und Hendrik Drescher (21, Aufbau nach Kreuzbandriss) verzichten muss.