Basketball

Towers-Trainer Calles jagt seinen eigenen Rekord

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Alexander Berthold
Der Erfolgstrainer und sein Toptalent. Pedro Calles (r.) freut sich über die Entwicklung von Spielmacher Justus Hollatz.

Der Erfolgstrainer und sein Toptalent. Pedro Calles (r.) freut sich über die Entwicklung von Spielmacher Justus Hollatz.

Foto: Witters

Mit einem Sieg am Mittwoch gegen Oldenburg würde der Spanier die Bestmarke, die er mit Ex-Club Vechta aufgestellt hat, egalisieren.

Hamburg. Mit Rekordmarken kann Pedro Calles eigentlich nicht so viel anfangen. Für den Trainer der Hamburg Towers zählt immer das nächste Spiel. Der Blick geht voraus auf die Aufgaben, die vor ihm und seinen Spielern liegen. Und doch musste der 37-Jährige nicht lange nachdenken, als ihn das Abendblatt fragte, ob die acht Siege in Folge, die das Team aus Wilhelmsburg in der Basketball-Bundesliga zuletzt eingefahren hatte, eine persönliche Bestleistung darstellt. "Nein, wenn ich mich richtig erinnere, habe ich mit meinem ehemaligen Club Vechta neun Siege in Folge geschafft, und das zehnte Spiel nach zweifacher Verlängerung gegen Bonn im Rasta-Dome verloren", erinnert sich Calles zurück.

Mit einem Sieg im Heimspiel am Mittwoch (20.30 Uhr, MagentaSport live) gegen die EWE Baskets Oldenburg könnten die Towers-Profis ihrem Trainer helfen, seine bisherige Bestmarke zu egalisieren.

Hollatz freut sich auf das Duell mit Bruder Jakob

Aber Rekord hin oder her, die Towers wollen ihre starke Entwicklung in der Basketball-Bundesliga (BBL) fortsetzen, um sich für die Mitte Mai beginnenden Play-offs die bestmögliche Ausgangssituation zu verschaffen. Der Tabellensechste, dem noch ein Sieg fehlt, um die Endrunde auch rechnerisch perfekt zu machen, könnte sogar auf Rang fünf klettern, der aktuell von den Crailsheim Merlins belegt wird. "Wir denken nicht an die acht Siege und auch noch nicht daran, was in drei Wochen sein könnte. Unser Fokus liegt auf dem nächsten Spiel. Das war am Anfang der Saison so und das ändert sich auch jetzt nicht", sagte Spielmacher Justus Hollatz (19), der am Mittwoch auf seinen älteren Bruder Jakob (22) trifft. "Ich freue mich auf ihn sehr. Das letzte Mal habe ich ihn Weihnachten gesehen. Ich kann es kaum abwarten", sagte der gebürtige Hamburger Hollatz.

Jung-Nationalspieler Hollatz ist körperlich stabiler geworden

Bei den Towers gehört das Eigengewächs zu den Leistungsträgern. Im Schnitt bekommt der 19-Jährige rund 20 Minuten Spielzeit. Viel Vertrauen, dass sich der Jung-Nationalspieler verdient hat. "Der erste Schritt, den Justus gemacht hat, ist seine kontinuierliche Trainingsbeteiligung. In den ersten drei Monaten der Saison war das nicht so. Er vertraut mehr und mehr in seine Fähigkeiten und entwickelt sich in die Richtung, dass er noch mehr Einfluss auf das Spiel nehmen kann", erklärte der Towers-Trainer.

Im Hinspiel behielt Oldenburg mit Jakob Hollatz die Oberhand. Die Towers führten bis 5,3 Sekunden vor dem Ende, ehe ein "Buzzer Beater" von Keith Hornsby die 88:89-Niederlage besiegelte. "Wir hatten zuvor gegen Bayreuth verloren.In Oldenburg haben wir bis zum letzten Ballbesitz ein gutes Spiel gemacht, nur nicht das Resultat bekommen, das wir wollten", sagte Calles.

Gegner Oldenburg hat die beste Offensive der Liga

Schon damals war es zumindest für 40 Minuten ein Duell auf Augenhöhe. Nach den starken Auftritten zuletzt ist das Selbstvertrauen bei den Towers riesig, wenngleich Trainer Calles seine Paraderolle als Euphorie-Bremse auch nach einer Siegesserie bestens ausfüllt. "Wir sollten nach den achten Siegen jetzt nicht abheben, sondern das Spiel so angehen, als wäre es das erste Saisonspiel", erklärte der Erfolgstrainer.

Auf jeden Fall wird das Duell mit dem möglichen Play-off-Gegner Oldenburg ein weiterer Vorgeschmack auf die Endrunde. Die Niedersachsen stellen mit 94,81 Punkten pro Partie die beste Offensive der BBL. Zum Vergleich: Die Hamburger erzielten 84,26 Punkte im Schnitt. Doch die reichten zu bisher 18 Saisonsiegen, weil die Towers die mit Abstand aggressivste Defensive der Liga haben. Zuletzt verzweifelten selbst EuroLeague-Teams wie Bayern München und Alba Berlin an dem "Pitbull-Stil" des Calles-Teams. "Was ich aber auch über mein Team gelernt habe, ist die Tatsache, dass wir es nun deutlich besser machen, Spiele zu Ende zu bringen, und unter Stress besser zu agieren", lobte Calles.

Der nächste Stresstest wartet auf die Hamburg Towers am Mittwochabend in der edel-optics.de Arena.