Partie gegen Rasta Vechta

Towers-Trainer Pedro Calles hat keine Zeit für Mitgefühl

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Immer leidenschaftlich dabei:
Towers-Trainer
Pedro Calles (37).

Immer leidenschaftlich dabei: Towers-Trainer Pedro Calles (37).

Foto: Axel Heimken / dpa

Die Hamburg Towers treffen auf seinen ehemaligen Club Rasta Vechta. Warum Rasta-Geschäftsführer Niemeyer immer noch verärgert ist.

Hamburg.  Am Mittwochabend (19 Uhr, MagentaSport live) kann Pedro Calles im Auswärtsspiel bei Rasta Vechta wieder das machen, was er am liebsten tut. An der Seitenlinie stehen und seine Hamburg Towers leidenschaftlich und gestenreich coachen. Am Sonntag musste der 37-Jährige den 76:64-Sieg bei Brose Bamberg aus dem heimischen Wohnzimmer in Neugraben verfolgen, nachdem ihn ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht gesetzt hatte.

„Es war das erste Mal, dass ich nicht bei einem Spiel dabei sein konnte. Es war echt nicht einfach, aber meine Spieler und mein Trainerteam haben es richtig gut gemacht“, sagte Calles, der nach dem Spiel den ersten Tweet seines Lebens bei Twitter postete, um seinem Team digital zu gratulieren.

Rasta-Geschäftsführer ist immer noch verärgert

Gegen seinen alten Club tauscht Calles nun wieder Sofa gegen Trainerbank. Fünf Jahre war er in Vechta als Assistenz-und Cheftrainer angestellt, führte den Club bis ins Play-off-Halbfinale und wurde dort Trainer des Jahres in der Basketball-Bundesliga. Durch eine Ausstiegsklausel im Vertrag konnte der Spanier den Club vorzeitig verlassen.

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Dass er diese Option im vergangenen Juni gezogen hatte, um zu den Towers zu wechseln, ärgert Rasta-Geschäftsführer Stefan Niemeyer (60) noch heute. Im MagentaSport-Podcast „Abteilung Basketball“ kritisierte er unlängst erneut den Zeitpunkt des Abgangs.

Calles selbst ist mit sich im Reinen, was den Ablauf seines Wechsels betrifft

„Pedro weiß, dass sein Wechsel zur Unzeit gekommen ist. Wir hatten noch im Juni das Finalturnier in München, und Ende Juni bekommst du gesagt, dass er nun wohl doch den Verein verlassen will. Da hatten wir nicht viel Zeit, etwas Neues zu gestalten“, sagte Niemeyer.

Calles selbst ist mit sich im Reinen, was den Ablauf seines Wechsels betrifft. Er freut sich darauf, zum ersten Mal wieder nach Vechta zurückzukehren. „Von meiner Seite ist alles gut. Ich kann jedem in die Augen schauen. Es gibt niemanden, vor dem ich mehr Respekt habe in Vechta als vor Stefan Niemeyer“, sagt Calles, der die sportliche Situation bei seinem Ex-Arbeitgeber ausblenden will.

Towers sind der klare Favorit

Mit lediglich vier Siegen aus 26 Spielen steht das Tabellenschlusslicht vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga ProA. „Das ist keine normale Stadt für mich, kein Club wie jeder andere, aber ich erlaube mir nicht, derartige Gedanken in meinen Kopf zu lassen. Ich konzentriere mich ausschließlich auf die Aufgabe mit den Towers“, erklärt Calles, wohl wissend, dass eben jene Aufgabe vor allem im Kopf seiner Spieler gelöst wird.

Nach zuvor sechs Siegen in Folge sind die Towers der klare Favorit. Und genau dort liegt die Gefahr. „Ich will, dass meine Spieler verstehen, dass Vechta in der jetzigen Lage in jedem Spiel siegen muss. Es darf aber nicht sein, dass Rasta den Sieg am Ende mehr will als wir.

Es wird die Herausforderung sein, zu zeigen, dass wir diesen Sieg genauso dringend brauchen“, fordert Calles. Personell kann der Towers-Coach beim Duell der Gegensätze auf denselben Kader zurückgreifen, der in Bamberg erfolgreich war. Lediglich Center Johannes Richter (27) muss sich nach seiner überstandenen Knieverletzung in Sachen Comeback noch etwas gedulden.

( ber )