Topspiel

Towers wollen das nächste Spitzenteam ärgern

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Alexander Berthold
Mit Teamwork gegen die Favoriten. Jordan Swing (l.) und Kameron Taylor (r.) wollen mit den Towers den nächsten Favoriten bearbeiten.

Mit Teamwork gegen die Favoriten. Jordan Swing (l.) und Kameron Taylor (r.) wollen mit den Towers den nächsten Favoriten bearbeiten.

Foto: witters

Nach dem sensationellen Heimsieg gegen Alba Berlin kommt am Sonnabend nun der FC Bayern München nach Wilhelmsburg.

Die Euphorie nach dem sensationellen 95:70-Sieg gegen Double-Sieger Alba Berlin ist bei den Hamburg Towers wieder verflogen. Nach dem Spiel wurde in der Kabine kurz mit Musik und einem Stück Kuchen gefeiert, doch nun ist der Fokus auf das nächste Highlight gerichet. Am Sonnabend (20.30 Uhr, Sport1 und MagentaSport live) kommt mit dem FC Bayern München der nächste Titelkandidat in die edel-optics.de Arena. "Wir können jetzt nicht in einer Seifenblase verweilen, nur weil wir gegen Berlin gewonnen haben. Wir müssen fokussiert und bescheiden bleiben", erklärt Trainer Pedro Calles (37).

Nach dem Erreichen des Klassenerhaltes wollen die Towers nun in den verbleibenden elf Hauptrundenspielen die Play-off-Teilnahme in Angriff nehmen. Derzeit rangieren die Hamburger auf Rang sechs. Die ersten acht Mannschaften qualifizieren sich nach der Hauptrunde für die "schönste Zeit des Jahres", wie sie Basketball-Profis gerne beschrieben wird.

Towers mit Selbstbewusstsein gegen die Bayern

Gegen Alba Berlin hat das Calles-Team bewiesen, dass es auch mit absoluten Spitzenmannschaften mithalten kann, wenn man das eigene Potenzial abruft. Deshalb sind die sonst oft zurückhaltenden Verantwortlichen mutiger geworden. Auch wenn klar ist, dass Bayern München der klare Favorit ist. "Ich glaube aber an mein Team, an meine Spieler. München hat das stärkere Team, sie sind der größere Club – aber am Ende spielen wir vierzig Minuten im Fünf-gegen-Fünf. Und da werden wir unser Bestes geben", sagt Calles, der wohl auch am Sonnabend auf Kapitän Bryce Taylor (34) verzichten muss. Der Routinier musste bereits gegen Berlin zuschauen. Welche Verletzung Taylor plagt, wurde von den Towers nicht kommuniziert.

FC Bayern erleidet Dämpfer in der EuroLeague

Vor dem Nord-Süd-Schlager hängt bei den Münchnern derweil der Haussegen ein wenig schief. Nach dem schmerzhaften Dämpfer in der EuroLeague hat Trainer Andrea Trinchieri gewohnt klare Worte gewählt und das Auftreten der Basketballer von Bayern München kritisiert. „Ab einem gewissen Punkt im dritten Viertel haben wir nur noch als Individuen gespielt, nicht mehr als Team, so sind wir zerschmolzen“, sagte der Italiener zum 76:83 (33:46) bei Valencia Basket: „Das hat uns das Spiel gekostet.“

Ein Sieg hätte womöglich schon der entscheidende Schritt im Rennen um einen Platz in den Play-offs der europäischen Königsklasse sein können. Durch den Rückschlag müssen die Bayern noch warten, doch die Aussichten auf den historischen Sprung in die Finalrunde sind weiter glänzend. Noch kein Bundesligist hat das geschafft.

Doch davon wollen sich die Towers nicht beeindrucken lassen. Sie wollen unbedingt das nächste Bundesliga-Schwergewicht zu Fall bringen. In den bisherigen beiden Duellen waren die Hamburger chancenlos. Auf das desolate 55:111 in der Vorsaison folgte das 71:85 im Hinspiel. "Unsere Coaches bereiten uns bestmöglich vor. Sie scouten den Gegner. Dann liegt es an uns Spielern, dass wir kämpfen, alles geben. Wir müssen bereit sein in den Krieg zu ziehen. Wir müssen alles dafür tun, um uns in eine Position zu bringen, aus der wir die Chance auf den Sieg haben", sagt Spielmacher T.J. Shorts (23)