BBL

Vierter Auswärtssieg macht die Towers nur bedingt glücklich

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Terry Allen (M.) erzielte für die Hamburg Towers satte 28 Punkte.

Terry Allen (M.) erzielte für die Hamburg Towers satte 28 Punkte.

Foto: Imago/Hubert Jelinek

Hamburger Basketball-Bundesligist siegt mit 98:94 in Göttingen. Bester Werfer war ein Spieler, der gerade erst die Seiten wechselte.

Hamburg. Als Terry Allen eine Zehntelsekunde vor Spielende mutterseelenallein an der Freiwurflinie stand, konnten seine Mitspieler schon den vierten Auswärtssieg in dieser Basketball-Bundesligasaison feiern. 96:94 führten die Hamburg Towers bei der BG Göttingen, bevor Allen, Topscorer mit 28 Punkten, noch zweimal einnetzte – zum umjubelten Endstand von 98:94 (30:29, 19:18, 22:22, 27:25). Die ersten Minuten der Partie bestimmte der Gastgeber. Allerdings konnten die Towers, bei denen die zu Wochenbeginn angeschlagenen Bryce Taylor, Justus Hollatz und Max DiLeo mitwirken konnten, einen deutlichen Rückstand vermeiden und das Blatt schließlich wenden. Bester Hamburger Werfer an alter Wirkungsstätte war Allen mit 28 Punkten.

Mit jetzt 6:1 Siegen sind die Hamburger Tabellendritter und vom selbst gesteckten Ziel Klassenerhalt nur noch ein paar Würfe entfernt, Trainer Pedro Calles will aber vorerst keine Korrektur an der Minimalvorgabe vornehmen. „Das Resultat stimmte, die Leistung nur bedingt. Sie war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen, in denen wir wegen Verletzungen und Erkrankungen nie mit dem gesamten Kader trainieren und uns deshalb nicht weiterentwickeln konnten“, sagte der Spanier.

Allen und Gutiérrez Protagonisten gegen ihre Ex-Clubs

Die finalen 30 Sekunden reduzierten einmal mehr den Verlauf einer intensiven Begegnung, in der die Towers vom Ende des ersten Viertels an bis auf eine Ausnahme (81:83/34. Minute) in Führung lagen, auf das Wesentliche: Korb oder Nicht-Korb. Nach einem zwischenzeitlichen 7:0-Lauf schien die Partie jetzt entschieden, Spielmacher T.J. Shorts hatte gerade zwei Freiwürfe zum 96:91 sicher verwandelt. In Momenten wie diesen aber beginnen Basketballmatches oft erst richtig spannend zu werden und degradieren die vorangegangen 39,5 Minuten zu einem zwar unterhaltsamen, letztlich doch unbedeutenden Vorspiel.

Nur drei Sekunden später hatte der Mexikaner Jorge Gutiérrez (25 Punkte), der vorige Saison für die Towers auf Korbjagd ging, mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf auf 94:96 verkürzt und damit den Göttingern neue Siegchancen eröffnet. Als auf der Gegenseite erst Shorts und danach Allen, – der wiederum kam aus Göttingen nach Hamburg –, auch noch vier Freiwürfe in Folge verwarfen, hatte Aubrey Dawkins zwei Sekunden vor Schluss plötzlich den Distanztreffer zum siegreichen 97:96 für die Niedersachsen in der Hand. Der Ball entschied sich aber, nachdem er kurz auf dem Ring kreiste, aus dem Korb statt in ihn zu fallen, wo ihn Allen in Empfang nahm. „Dieses Glück hätten wir nicht gebraucht, wären wir vorher konsequenter gewesen“, sagte Trainer Calles.

Immerhin hatten die Hamburger diesmal ihre bisherige Freiwurfschwäche – bis auf die letzten vier Versuche – abgelegt und mit 78 Prozent (25 aus 32) eine ordentliche Trefferquote abgeliefert. Stark war diese aus der Drei-Punkte-Distanz (13 von 29/45 Prozent), schwächer aus der Nähe (17 von 40/43 Prozent). Und Vorteile hatten die Towers erneut bei den Rebounds (41:35). Calles weiß also, woran es bis zum nächsten Spiel am 27. Dezember (15 Uhr) gegen Aufsteiger Niners Chemnitz zu arbeiten gilt.

( HA/dpa )