Basketball

Hamburg Towers: Die Tücken einer Auswärtsfahrt im Lockdown

Teammanagerin Carina Oesting plant die Auswärtstrips.

Teammanagerin Carina Oesting plant die Auswärtstrips.

Foto: Michael Rauhe / HA

Am Sonntag müssen die Hamburg Towers in Würzburg antreten. Doch die Reiseplanung ist für das Team eine Herausforderung.

Hamburg.  Carina Oesting ist ein Mensch, der in Lösungen und nicht so sehr in Problemen denkt. Das kommt der Teammanagerin der Hamburg Towers in diesen Tagen besonders bei der Planung der Auswärtsfahrten zugute. An diesem Sonnabend reist das Wilhelmsburger Basketballteam ins Frankenland, wo am Sonntag (15 Uhr/magentasport.de live) die Partie bei s. Oliver Würzburg auf dem Programm steht.

Um spätestens kurz nach 13 Uhr soll sich der Mannschaftsbus in Bewegung setzen. Nach dem ersten wöchentlichen Corona-Test am Dienstag wurde bei Spielern, Trainern und Funktionsteam der zweite Abstrich am Freitag genommen. Nur wer ein negatives Ergebnis vorweisen kann, darf in den Bus steigen und anschließend die 502 Kilometer, die zwischen der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg und dem Dorint-Hotel in Würzburg liegen, „genießen“.

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„Wir planen mit rund sieben Stunden Fahrzeit. Unser Abendessen ist für 20 Uhr vorgesehen“, sagt die 21-Jährige. Mit dem Flugzeug oder der Bahn wäre die Reise in den Süden der Republik weitaus komfortabler und schneller gewesen. „Um das Infektionsrisiko zu minimieren, haben wir uns aber entschlossen, die Reisen zu Auswärtsspielen vorerst mit dem Bus zu absolvieren“, erklärt Oesting.

Suche nach geeigneter Unterkunft ist Herkulesaufgabe

Die Planung der Anreise ist während des bundesweiten „Lockdowns light“ aber ohnehin das geringste Problem. Vor allem die Suche nach einer geeigneten Unterkunft ist für alle Profisportteams eine Herkulesaufgabe. Die Hotelsituation und die Beherbergungsregeln variieren von Bundesland zu Bundesland. In Würzburg dürfen die Towers für die Spielvorbereitung beispielsweise nicht den großen Konferenzraum des Hotels nutzen, weil in Bayern konsequent durchgesetzt wird, dass sich nicht mehr als zwei Haushalte treffen dürfen. „Das ist beispielsweise bei unserem nächsten Auswärtsspiel in Bonn wesentlich einfacher. Da waren die Organisation und Hotelsuche deutlich entspannter“, sagt die Teammanagerin.

Immerhin werden die Hamburger Basketballer bei der ersten Auswärtsreise in dieser Saison kulinarisch bestens versorgt. Das Restaurant der Viersterne-Unterkunft hat eigentlich geschlossen, doch für die Towers bleibt die Küche nicht kalt. Gegessen wird aber nicht gemeinsam, sondern einsam. „Es gibt für uns einen Roomservice. Jeder isst seine Mahlzeit bei sich auf dem Zimmer“, sagt Oesting. Am Spieltag hätten die Towers das Recht gehabt, für ein leichtes Anschwitzen in die Halle zu gehen. Weil die Partie aber bereits um 15 Uhr beginnt, verzichtet Trainer Pedro Calles (37) auf das sonst übliche „Shootaround“. So wird das Team knapp zwei Stunden vor dem Tip-off in die Arena fahren, um sich auf das Spiel vorzubereiten. Unmittelbar nach der Schlusssirene werden die Towers die Rückreise antreten.

Der Trip nach Würzburg ist für die Towers nur der Auftakt einer Auswärtsserie. Auch die kommenden Partien bei den Telekom Baskets Bonn (3. Dezember) und beim Mitteldeutschen BC (6. Dezember) finden in der Fremde statt. Am kommenden Mittwoch gibt es die nächste Ministerpräsidentenkonferenz. An Lockerungen glauben die Towers und Oesting nicht. „Wir versuchen also, so gut und so sicher wie möglich zu reisen“, sagt die Teammanagerin. Dafür wird sie persönlich sorgen.