Basketball

Towers verlieren Generalprobe vor dem Ligastart

Max DiLeo und James Robinson (Braunschweig)

Max DiLeo und James Robinson (Braunschweig)

Foto: Witters

Bei den EWE Baskets Oldenburg unterlagen verletzungsgeplagte Hamburger mit 74:94. DiLeo und Taylor zum Kapitäns-Duo gewählt.

Hamburg. Es war ein ungewohntes Gefühl, mit dem die Basketballer der Hamburg Towers das Parkett verließen. Eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen Brose Bamberg unterlag die Mannschaft von Trainer Pedro Calles den EWE Baskets Oldenburg mit 74:94 (33:57). Für den Club aus der Basketball-Bundesliga war es die erste Testspielniederlage im siebten Spiel. Bester Werfer war einmal mehr Neuzugang Kameron Taylor, der 22 Punkte verbuchen konnte.

Die Ergebnisse der Vorbereitung will der neue Trainer der Towers nicht überbewerten, viel mehr machen ihm die vielen Verletzungen im Kader Sorge. Bei der Generalprobe in Oldenburg fehlten mit den Neuzugängen T.J. Shorts (Bänderanriss im Knöchel), Hans Brase (Knieprobleme), Bryce Taylor (Aufbau nach Achillessehnen-OP) und Maik Kotsar, dessen Art der Verletzung bisher nicht kommuniziert wurde, gleich vier wichtige Spieler. Immerhin konnte Forward Marvin Ogunsipe nach überstandener Muskelverletzung sein Testspiel-Debüt feiern.

DiLeo und Taylor zu Führungs-Duo ernannt

Unterdessen wurden die Neuzugänge Max DiLeo (27) und Bryce Taylor (34) von der Mannschaft zur neuen Doppelspitze ernannt. Beide Profis teilen sich in der neuen Saison das Kapitänsamt "Ich denke, das liegt zum einen an den Führungsqualitäten und an der Erfahrung, die die beiden Jungs bereits in der Liga gesammelt haben", sagt Trainer Pedro Calles (37), der sich aus der Kapitänswahl komplett herausgehalten hat. "Der Kapitän repräsentiert die Spieler. Daher ist es für mich völlig okay, dass die Jungs das unter sich ausmachen", ergänzte der Spanier, der mit seinem Team am kommenden Sonntag gegen Brose Bamberg in die neue Spielzeit starten wird.

Towers wollen über mannschaftliche Geschlossenheit zum Erfolg

Die beiden Neuzugänge - DiLeo kam von Rasta Vechta, Taylor von Auftaktgegner Bamberg - sollen nicht nur in der Kabine als Leader vorangehen, sondern auch auf dem Parkett für Struktur sorgen. Der Defensivspezialist DiLeo hat bereits in der Vorbereitung gezeigt, dass er diese Rolle ausfüllen kann. Anders verhält sich bisher die Situation bei Guard Taylor. Der 34-Jährige, der sich im Frühjahr einer Achillessehnen-Operation unterziehen musste, konnte bisher in den Testspielen nicht mitwirken. Bis der Ex-Profi des FC Bayern München eine sportliche Hilfe für die Towers sein kann, wird es noch etwas dauern.

Diese Geduld wollen die Verantwortlichen aber aufbringen. Ohnehin setzt die sportliche Leitung um Calles und Sportdirektor Marvin Willouhghby (42) auf mannschaftliche Geschlossenheit. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass die Towers im Vergleich zur Vorsaison deutlich variabler spielen. "Ich habe den Schwerpunkt auf das Zusammenspiel an beiden Enden des Feldes gelegt. Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Spieler kennenlernen und dass sich die Spieler nicht nur abseits des Spielfeldes, sondern auch auf dem Feld verstehen. Dazu kommen dann die Basics unserer Systeme. Wir haben uns in der Preseason nicht mit den Details, sondern mit dem Kollektiv beschäftigt", sagt Calles, der sein Team allerdings im Nachteil gegenüber den anderen BBL-Teams sieht.

Die Towers durften als Tabellenletzter der abgebrochenen Vorsaison nicht am DBB-Pokal-Wettbewerb teilnehmen. "Wir als Club – und ich persönlich auch als Coach – wollten am Pokalwettbewerb teilnehmen. Das wurde uns allerdings nicht ermöglicht. Deswegen müssen wir die Situation so annehmen, wie sie ist, und unter den gegebenen Umständen das Beste daraus machen", gibt sich Calles pragmatisch.

Experten sehen die Hamburger als Play-off-Kandidat

In der vergangenen Saison, in der die Towers nur die Klasse halten konnten, weil die Abstiegsregel wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt wurde, waren die Hamburger über weite Strecken nicht konkurrenzfähig. Hört auf die Experten, werden die Hamburger in dieser Saison eher ein Play-off-Kandidat sein. Von solchen Prognosen lässt sich Calles aber nicht beeindrucken.

Für ihn liegt der Fokus auf einem guten Saisonstart. "Wir müssen bereit sein, denn die Liga wartet nicht auf uns. Aufgrund der deutschlandweit unterschiedlichen Regelungen im Umgang mit dem Corona-Virus war die Vorbereitung für jedes Team sicherlich unterschiedlich. Bei uns kam auch noch Verletzungspech hinzu. Einige Spieler haben die komplette Saisonvorbereitung verpasst, weswegen wir als Team noch nicht so weit sind, wie wir es eigentlich sein wollten", gibt der Towers-Trainer offen zu.

Bamberg wird der erste Gradmesser für die Towers

In der kommenden Woche beginnt die intensive Vorbereitung auf Brose Bamberg, die am Sonntag in der edel-optics.de Arena gastieren werden. "Zuerst wollen wir versuchen, die Spieler, die aktuell noch nicht hundertprozentig fit sind, wieder auf das Parkett zu bringen. Dabei arbeiten wir ganz eng mit unserer medizinischen Abteilung zusammen. Weiter wollen wir den Prozess der Teamfindung in den nächsten Tagen abschließen, auch wenn wir wissen, dass der Weg während der Saison weitergeht", erklärt Calles.