Hamburg Towers

Demarcus Holland ist der letzte Baustein zum Klassenerhalt

Hamburg-Towers-Neuzugang Demarcus Holland (25) wurde in der NBA-G-League als drittbester Verteidiger ausgezeichnet.

Hamburg-Towers-Neuzugang Demarcus Holland (25) wurde in der NBA-G-League als drittbester Verteidiger ausgezeichnet.

Foto: Melissa Majchrzak / NBAE via Getty Images

Der Amerikaner soll die Verteidigung der Hamburg Towers stabilisieren. Debüt am Sonnabend gegen Ludwigsburg.

Hamburg.  Demarcus Holland ist jetzt endgültig in Hamburg angekommen. Am Wochenende konnte er aus seinem Hotel in eine möblierte Wohnung in Hamm umziehen. Seinen Spind bei den Hamburg Towers hatte der US-Amerikaner schon vor acht Tagen bezogen. Am Sonnabend (18 Uhr, edel-optics.de Arena) soll er gegen den Tabellenzweiten Riesen Ludwigsburg sein Debüt beim Basketball-Bundesliga-Aufsteiger geben. „Ich bin bereit“, sagt der 25-Jährige.

Die ersten Trainingseindrücke bestätigen dies. „Demarcus könnte unser letzter Baustein zum Klassenerhalt werden“, hofft Cheftrainer Mike Taylor. Weitere Nachverpflichtungen sind in dieser Saison nicht mehr möglich. Der 1,92 Meter große Spielmacher soll hauptsächlich die Verteidigung stabilisieren helfen. Im Abwehrverhalten hatten Taylor und Sportchef Marvin Willoughby die größten Defizite des Teams ausgemacht. Im Testspiel gegen Kooperationspartner Rist Wedel (2. Bundesliga Nord ProB) erfüllte Holland seine zugewiesenen Aufgaben in der vergangenen Woche bereits zur vollsten Zufriedenheit des Coaches.

Holland ist anpassungsfähig

Die Integration ins Team lässt zudem keine Wünsche offen. Das überrascht nicht, ist doch Holland auch wegen seiner Anpassungsfähigkeit geholt worden. Mit Towers-Center Prince Ibeh ging er in Texas zur Schule und aufs College, die Familien sind befreundet. „Demarcus ist höflich, bescheiden, ein äußerst angenehmer Typ“, sagt Towers-Sprecher Rupert Arthur Fabig. Ehrgeizig ist dieser dennoch. „Die Towers sind der nächste Schritt in meiner Karriere“, sagt Holland. Wo sie einmal enden könnte, lässt er offen. Selbst die nordamerikanische Profiliga NBA habe er nicht abgehakt: „Ich bin erst 25, da habe ich hoffentlich noch viele gute Jahre vor mir.“

Vergangenen Sommer wurde Taylor bei der NBA Summer League in Las Vergas auf Holland aufmerksam. Sie kamen ins Gespräch, die Hamburger nahmen von einer sofortigen Verpflichtung Abstand, weil dem Kandidaten die Europa-Erfahrung fehlte. „Der europäische Basketball ist physischer, stärker auf das Zusammenspiel ausgerichtet“, sagt Holland. In der NBA-G-League, einer Art Nachwuchsklasse – Holland spielte von 2017 bis 2019 jeweils ein Jahr in Los Angeles für die Farmteams der Lakers und der Clippers –, gehe es vor allem darum, seine persönlichen Stärken zu zeigen, die eigenen Mitspieler würden dort eher als Konkurrenten wahrgenommen.

Holland lobt fantastische Stimmung in der Halle

Holland unterschrieb stattdessen vergangenes Jahr einen Vertrag beim finnischen Erstligaclub BC Nokia, derzeit Tabellensiebter. Vor drei Wochen meldeten sich die Towers bei seinem Agenten, dann ging alles ganz schnell. Sein Trainer Greg Gibson sagte: „Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen. Die Towers dürfen sich auf ihn freuen.“

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Bei den Wilhelmsburgern ist Holland bisher nicht für die Starting Five vorgesehen, wenn er aufs Feld kommt, soll er gegen den besten gegnerischen Spieler verteidigen. „Ich bin ein Defensivspezialist, kann aber auch der Offensive Impulse geben“, sagt er. In Nokia gelangen ihm 11,6 Punkte im Schnitt und fünf Rebounds. Auf das Spiel gegen Ludwigsburg freut er sich: „Ich habe mir Videos von den Towers angesehen. Die Stimmung in der Halle ist fantastisch.“ An den Klassenerhalt glaubt er, seine ersten Eindrücke seien positiv: „Die Mannschaft hat sich stark entwickelt. Es sind kleine Details, die entscheiden. Wir haben zuletzt oft knapp verloren. Zwei, drei Stopps von mir hätten da den Unterschied ausmachen können.“