Basketball

Hamburg Towers verpassen Heimsieg denkbar knapp

Heiko Schaffartzik von den Hamburg Towers.

Heiko Schaffartzik von den Hamburg Towers.

Foto: Witters

Nach Rückstand gelingt den Towers eine dramatische Aufholjagd, sogar der Ausgleich. Am Ende reicht es wieder nicht zum Heimsieg.

Hamburg. Die Hamburg Towers haben in der Basketball-Bundesliga auch ihr siebtes Heimspiel verloren. In der zum 21.-mal in Folge mit 3400 Zuschauern ausverkauften edel-optics.de Arena unterlagen sie dem Tabellensiebten s.oliver Würzburg nach einer dramatischen Schlussphase mit 83:86 (23:30, 17:20, 22:17, 21:19), fielen mit 3:13 Siegen, alle auswärts erzielt, auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Allerdings steigt nur der Letzte ab, und das ist mit 2:14 Siegen weiterhin der Mitteldeutsche BC aus dem sachsen-anhaltinischen Weißenfels.

Im 16. und letzten Spiel der Hinrunde fehlten den Towers ihr gesperrter Kapitän Beau Beech und der weiter verletzte Malik Müller. Beech war wegen eines Ellenbogenchecks am vergangenen Sonntag in Crailsheim (98:101) nachträglich für ein Spiel gesperrt worden. Zudem muss er 2000 Euro Strafe zahlen.

Spielmacher Jorge Gutiérrez bester Schütze der Towers

Viereinhalb Minuten hatten die Towers fast alles richtig gemacht, gut verteidigt, gut kombiniert, gut getroffen, als zwei Abspielfehler im Spielaufbau Würzburg innerhalb einer Minute von 10:10 auf 19:10 davonziehen ließen. Und wenn die Hamburger auch ihre Fehlerquote zunächst wieder reduzierten, die Würzburger trafen vor allem aus der Distanz traumwandlerisch sicher, sechs von sieben Dreiern in den ersten zehn Minuten. Daraus resultierte ihre 30:23-Führung nach dem ersten Viertel.

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Im zweiten Spielabschnitt änderte sich an der Treffsicherheit der Würzburger wenig, auch unter Druck netzten sie den Ball aus 6,75 Metern ein, meistens aber kamen sie frei zum Wurf, was ihren Vorsprung weiter wachsen ließ. Die Hamburger reagierten hektisch, verloren zwischenzeitlich ihre spielerische Linie - und zu oft auch den Ball. Zehn Fehlpässe allein in der ersten Halbzeit machten eine Aufholjagd unmöglich. Selbst der mexikanische Regisseur Jorge Gutiérrez, NBA-erfahren und mit 20 Punkten bester Hamburger Schütze, verstand es in dieser Phase nicht, Ruhe ins Spiel zu bringen, passte den Ball zweimal ins Leere, verwarf selbst einen für seine Fähigkeiten relativ einfachen Korbleger. Würzburg führte in der 19. Minute 50:35, bis zur Halbzeit konnten die Towers noch auf 40:50 verkürzen.

Große Aufholjagd in der zweiten Halbzeit

Auch nach dem Seitenwechsel waren anfangs vor allem die 150 mitgereisten Würzburger Fans zu hören, die gelungene Aktionen ihrer Mannschaft bejubelten. Das sollte sich jedoch alsbald ändern, auch weil die Würzburger etwas an Zielsicherheit verloren. Die Towers aber fanden wieder ihren Kampfmodus, verteidigten jetzt äußerst aggressiv.

Der Niederländer Yannick Franke (11 Punkte) und der Venezolaner Michael Carrera (13) brachten zusätzlich Energie ins Spiel, und als Heiko Schaffartzik (12) in der 29. Minute aus neun Metern zum 62:65 traf, bebte die Halle. Die Hoffnung war zurück, auch wenn die Würzburger mit zwei verwandelten Freiwürfen mit fünf Punkten Vorsprung (67:62) in die letzten zehn Minuten gehen konnten.

Kurz vor Schluss gelingt den Towers der Ausgleich

Bis auf 64:67 hatten sich die Towers im Schlussabschnitt bereits herangeworfen, die Fans schrien vor Begeisterung, als sich wieder ein paar Nachlässigkeiten in ihr Spiel einschlichen. Würzburg stellte das Ergebnis auf 77:68 (35. Minute). Doch neun Punkte Vorsprung sind im Basketball nun mal eine Winzigkeit, und so wurde es in den letzten Minuten noch mal richtig spannend, die Towers hatten ihren Rückstand auf 77:79 (37. Minute), später auf 79:81 (38.) verkürzt. Allerdings musste jetzt Neuzugang Bogdan Radosavljevic mit dem fünften Foul vom Feld. Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Spielen, als er jeweils bester Hamburger Werfer war, beließ es der Center diesmal bei vier Punkten.

Doch da war dann noch Schaffartzik. 74 Sekunden vor Schluss glich er mit einem Dreipunktewurf zum 81:81 aus, was weitere Jubelstürme in der Halle auslöste. Es sollte aber einmal mehr nicht zum ersehnten ersten Heimsieg reichen. Die Würzburger verwandelten in der Schlussminute noch fünf von sechs Freiwürfen. Endstand: 83:86.