Basketball-Bundesliga

Hamburg Towers gelingt Coup bei direktem Konkurrenten

Die Hamburg Towers (schwarz) waren in Bonn in allen Belangen überlegen.

Die Hamburg Towers (schwarz) waren in Bonn in allen Belangen überlegen.

Foto: imago / Manngold

Die Wilhelmsburger schaffen in Bonn ihren dritten Saisonsieg und werfen erstmals mehr als 100 Punkte.

Bonn. Pfiffe für die Heimmannschaft, Jubel bei den Towers. Mit 102:90 (24:27, 20:28, 23:19, 35:16) gelang den Hamburgern vor 5650 Zuschauern bei den Telekom Baskets Bonn der dritte Saisonsieg in der Basketball-Bundesliga, erstmals erzielte das Team mehr als 100 Punkte. Nach zuvor ständigem Rückstand (41:54/19. Minute) gelang Yannick Franke mit einem Dreipunktewurf nach 35:31 Minuten zum 82:81 die zweite Führung – und die Wende im Spiel.

„Das war ein klassisches Abstiegskampf-Duell. Bonn hat stark begonnen, uns in der Verteidigung vor große Probleme gestellt. In der zweiten Hälfte hatten wir viel weniger Ballverluste, waren effizienter. Ich bin sehr stolz, wie gut die Jungs unter großem Druck zusammengespielt haben. Entscheidend war die Defensive im Schlussviertel“, freute sich Towers-Trainer Mike Taylor. „Jetzt wollen wir auch mal zu Hause gewinnen.“ Dazu bietet sich Sonntag (15 Uhr, edel-optics.de Arena) nach fünf Heimniederlagen gegen Vechta die Gelegenheit.

Towers waren in Bonn überlegen

Die Diskussionen über die Bundesliga-Tauglichkeit der Towers sollten nach dem Auftritt im Telekom Dome endgültig verstummen. Der Aufsteiger war den Bonnern, vergangene Saison Tabellensiebter, am Ende in allen Elementen überlegen: bessere Quote aus der Nahdistanz (66,7:52,3 Prozent), bei Dreipunktewürfen (40:36 Prozent), von der Freiwurflinie (/1,1:68 Prozent), zudem griffen sich Towers 44 Rebounds, die Bommer 28. Selbst bei den Korbvorlagen, den Assists (22:18), bisher keine Stärke der Wilhelmsburger, demon­strierte Taylors Team seine positive Entwicklung.

Mit acht zielführenden Pässen war einmal mehr der Mexikaner Jorge Gutiérrez (19 Punkte in 31:38 Minuten) bester Ballverteiler und effektivester Tower, obwohl der Niederländer Franke (23 Punkte in 21:31 Minuten) vor den Augen seiner Familie und Heiko Schaffartzik (23 in 35:28) noch öfter einnetzten.

Überhaupt Schaffartzik. Der 35-Jährige ist inzwischen die erhoffte Verstärkung, bot in Bonn eine überragende Partie, verwandelte sechs von zehn Dreipunktewürfen – Saisonbestwert. „Es hat sich bei uns alles zum Positiven gewendet, die Stimmung ist hervorragend, die Rollenverteilung im Team stimmt jetzt, die mannschaftliche Geschlossenheit ist eine unserer Stärken. Ich habe viel Spaß und freue mich auf jedes Training“, sagte der ehemalige Nationalspieler.