FC St. Pauli

„Zu mutlos“: Nullnummer bei Testspiel gegen FC Midtjylland

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Rechtsverteidiger Manolis Saliakas vom FC St. Pauli und Valdemar Byskov (FC Midtjylland) beim Testspiel im Millerntor-Stadion.

Rechtsverteidiger Manolis Saliakas vom FC St. Pauli und Valdemar Byskov (FC Midtjylland) beim Testspiel im Millerntor-Stadion.

Foto: IMAGO/Eibner

Im letzten Spiel vor Rückrundenstart kam der FC St. Pauli im Millerntor-Stadion gegen das dänische Team nicht über ein 0:0 hinaus.

Hamburg. Als Schiedsrichter Konrad Oldhafer am Sonnabendnachmittag das Testspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem dänischen Erstliga-Siebten FC Midtjylland pünktlich nach genau 90 Minuten abpfiff, wollte sich niemand über die verweigerte Nachspielzeit beklagen. Zu wenig sprach dafür, dass bei einem Nachschlag noch ein Treffer gefallen wäre.

Und so blieb es vor 5731 Zuschauenden im Millerntor-Stadion in dieser Generalprobe vor dem Rückrundenstart der Zweiten Liga, bei dem St. Pauli am Sonntag (13.30 Uhr) kommender Woche beim 1. FC Nürnberg anzutreten hat, bei einem höhepunktarmen 0:0.

FC St. Pauli: Testspiel gegen FC Midtjylland endet 0:0

„Ich nehme vieles Positives aus diesem Spiel mit, speziell, wie wir gegen den Ball gearbeitet haben“, sagte St. Paulis Trainer Fabian Hürzeler. „Nach unseren Ballgewinnen, von denen wir wieder viele hatten, waren wir aber nicht so konsequent wie in den letzten Spielen. Da haben wir zum Teil zu einfache Fehler gemacht und waren zum Teil auch zu mutlos.“ Zuletzt hatte sein Team die Testspiele gegen den FC Lugano mit 7:2 und bei Borussia Mönchengladbach mit 1:0 gewonnen.

In seinem ersten Heimspiel als Cheftrainer hatte sich Hürzeler für dieselbe Startelf entschieden, die er schon eine Woche zuvor beim überraschenden 1:0-Sieg beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach auf das Feld geschickt hatte. Das bedeutete, dass im Tor erneut Nikola Vasilj das Vertrauen erhielt und damit den Vorzug vor Sascha Burchert.

Dies kann als klares Signal gewertet werden, dass das wohl nur vermeintlich offene Rennen zwischen den beiden entschieden ist und der Bosnier nicht ganz unerwartet auch in der neuen Trainerkonstellation die Nummer eins bleibt. „Ich habe nie eine Torhüter-Diskussion aufgemacht“, sagte Hürzeler später dazu. „Niko hat auch in der Hinrunde gute Leistungen gezeigt. Deshalb gibt es für mich hier nichts zu verändern.“

Spielaufbau: Lange Bälle nach vorn sind tabu

Vasilj rechtfertigte das Vertrauen gegen die Dänen mit einer sehr aufmerksamen Vorstellung. Einige Male entschärfte er potenziell gefährliche Situationen durch ein beherztes Eingreifen. Nur in der 36. Minute hatte er viel Glück, dass nach seinem Ballverlust an der Strafraumgrenze Valdemar Byskov über das leere St.-Pauli-Tor schoss.

Vergeblich hatte Vasilj bei seinem verlorenen Zweikampf auf einen Freistoßpfiff von Schiedsrichter Konrad Oldhafer gewartet. Diese Szene verdeutlichte, welches Risiko es in sich birgt, wenn der Spielaufbau aus dem eigenen Strafraum immer nur durch ein Kurzpassspiel erfolgen soll und lange Bälle nach vorn tabu sind. „Solche Fehler sollten wir vermeiden. Aber wenn wir sauber spielen, ist es kein Risiko“, betonte Hürzeler.

FC St. Pauli: Saliakas setzt Rechtsschuss an die Latte

Zuvor hatte Rechtsverteidiger Manolis Saliakas nach einem Flankenwechsel von Lukas Daschner den Ball mit einem vehementen Rechtsschuss an die Latte gesetzt (28. Minute). Es war die gefährlichste Torszene der Hamburger in der ersten Hälfte. Insgesamt bekamen die Fans von den Braun-Weißen einige hübsch anzusehende Ballstafetten zu sehen, aber sehr wenige Torabschlüsse. Einen hatte noch der australische Nationalspieler Jackson Irvine, dessen Kopfball unmittelbar vor dem Pausenpfiff aber rechts am Tor vorbeiging.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schreckmoment für Midjyllands Torwart Elias Olafsson, der bei einer Rettungstat unglücklich mit St. Paulis Connor Metcalfe zusammenprallte und dabei dessen Knie an den Kopf bekam (48.). Der Keeper blieb zunächst benommen auf dem Rasen liegen, wurde lange behandelt und schließlich gegen Jonas Lössl ausgewechselt.

FC St. Pauli gegen FC Midtjylland: Torschüsse sind Mangelware

Torschüsse blieben auch im zweiten Abschnitt Mangelware. Einzig der fulminante Linksschuss von Außenverteidiger und Kapitän Leart Paqarada, den Torwart Lössl gerade noch über die Latte lenken konnte, sorgte für Gefahr.

„Wir haben defensiv sehr, sehr gut gestanden. Ich kann mich an keinen Torschuss von Midtjylland erinnern. Offensiv haben wir allerdings ein paar Fehler gemacht und dem Gegner Kontersituationen ermöglicht. Daran gilt es, in der nächsten Woche zu arbeiten“, sagte Mittelfeldspieler Marcel Hartel in seiner Einschätzung nach dem Spiel.

St. Pauli: Vasilj – Saliakas, Dzwigala (73. Beifus), Smith, Mets (62. Medic), Paqarada (81. Ritzka) – Irvine (81. Fazliji), Hartel – Metcalfe (73. Aremu), Daschner (81. Eggestein) – Otto (73. Maurides).
Tore: keine. Zuschauende: 5731.Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (Hamburg).

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