FC St. Pauli

Schultz spürt, wie das Kribbeln im Bauch immer stärker wird

| Lesedauer: 5 Minuten
Trainertrio: Timo Schultz, Loic Favé und Fabian Hürzeler (v. l.).

Trainertrio: Timo Schultz, Loic Favé und Fabian Hürzeler (v. l.).

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Der Trainer des Hamburger Kiezclubs spricht über seine Gefühle vor dem Saisonendspurt und hofft auf Zukunft mit seinen Co-Trainern.

Hamburg.  Nach einem intensiven, aber auch unterhaltsamen Training am Sonnabend und einem freien und sonnigen Sonntag sollen die Profis des FC St. Pauli von diesem Montag an nur noch das Auswärtsspiel bei Hansa Rostock in ihren Fokus nehmen.

Das erste Aufeinandertreffen beider Clubs an der Ostsee seit St. Paulis 3:1-Sieg im November 2011 ist an sich schon brisant genug angesichts der massiven Rivalität. Jetzt kommt noch hinzu, dass St. Pauli als Tabellenführer der Zweiten Liga in das letzte Fünftel der Saison startet und damit den Aufstieg selbst in der Hand hat.

FC St. Pauli: "Kribbeln im Bauch wird stärker"

„Irgendwie bist du ja doch immer mit einer halben Gehirnzelle hier und hast die letzten sieben Spiele im Blick“, sagte Trainer Timo Schultz noch vor dem freien Sonntag und ahnte schon, dass es ihm kaum gelingen würde, wenigstens für einen Tag richtig abzuschalten.

„Es ist natürlich auch eine Situation, bei der es kribbelt und man Bock hat, loslegen, trainieren und spielen will. So ganz loslassen kann einen die jetzige Situation nicht. Es wäre ja auch komisch, wenn das Kribbeln im Bauch jetzt nicht stärker werden würde“, sagte Schultz weiter. Permanent werde man auf die „tolle Ausgangslage“ angesprochen.

Auswärtsspiel in Rostock eine Premiere für Kader

Zu sehr aber will Schultz gar nicht daran denken, was er mit seinem Team in den kommenden sieben Wochen bis zum letzten Spieltag am 15. Mai erreichen kann. „Ich bin immer ein Freund davon, die Gegenwart zu genießen und nicht daran zu denken, was in zwei Monaten ist. Dafür bietet sich das nächste Spiel gegen Rostock auch schon an, unabhängig davon, auf welchem Tabellenplatz die und wir stehen. Da wird es knistern“, sagte Schultz. „Es ist für uns die Hauptaufgabe, wie wir als Mannschaft die optimale Leistung auf dem Platz bringen – wohlwissend, dass drumherum auch einiges ein bisschen lauter und angespannter sein wird.

Für alle Spieler des Kaders wird das Auswärtsspiel mit St. Pauli in Rostock eine Premiere sein. Schultz selbst wirkte als Feldspieler in der Aufstiegssaison 2009/10 mit beim 2:0 im Ostseestadion mit, als sein Teamkollege Deniz Naki zum Endstand traf, später eine Totenkopffahne in den Rasen rammte und die Hansa-Fans mit einer obszönen Geste provozierte. Der Coach aber will seinen Spielern nichts von den damaligen Ereignissen erzählen. „Die brauchen keine alten Geschichten von mir“, sagt er dazu.

Loic Favé hospitierte in Frankreich

Neuigkeiten wird unterdessen Co-Trainer Loic Favé zu berichten haben, nachdem er in der vergangenen Woche beim Training gefehlt hatte. „Loic war in Frankreich bei diversen Vereinen unterwegs, um zu hospitieren, sich weiterzubilden und uns neue Eindrücke mitzubringen, was woanders anders gemacht wird“, klärte Schultz jetzt auf. „Wir sagen ja immer, Lernen hat keine Ziellinie. Das gilt auch für uns als Trainer. Bei Loic haben wir das im Herbst schon geplant.“

Während Schultz Mitte Januar seinen Vertrag verlängert hatte, steht dies bei den Co-Trainern Favé und Fabian Hürzeler noch aus. „Die Betonung liegt hoffentlich auf ,noch‘. Ich würde sie natürlich gern behalten. Wir sehen uns als Team – nicht nur die beiden, sondern alle, die dabei sind. Ich gehe davon aus, dass es als Team weitergeht“, stellte Schultz klar. Unklar blieb, warum diese Personalien noch eine Hängepartie sind.

FC St. Pauli: Nationalspieler kehren zurück

Unterdessen werden St. Paulis aktuelle Nationalspieler am Mittwoch zurückerwartet. Topscorer Daniel-Kofi Kyereh hofft weiter auf die WM-Teilnahme mit Ghana, auch wenn das Play-off-Hinspiel gegen Nigeria mit einem 0:0 endete. Erst in der 82. Minute war Kyereh eingewechselt worden. Beim 2:2 der deutschen U-19-Auswahl gegen Belgien spielte Niklas Jessen als rechter Außenverteidiger über volle 90 Minuten, Stürmer Igor Matanovic wurde in der 85. Minute ausgewechselt.

Torwart Nikola Vasilj verbrachte den Test seines bosnischen Nationalteams gegen Georgien (0:1) auf der Bank. Für Innenverteidiger Marcel Beifus steht nach einem spielfreien Wochenende am Dienstag der Test mit der deutschen U-20-Auswahl gegen England auf dem Plan, ehe es zurück nach Hamburg und in die Vorbereitung auf St. Paulis Spiel in Rostock geht.

( C.H. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli