Testspiel

Kapitän Ziereis rettet St. Pauli ein Remis gegen Viborg

| Lesedauer: 4 Minuten
Andreas Hardt
Philipp Ziereis konnte sich beim Torjubel ein Lächeln nicht verkneifen. Also Torjäger ist der Abwehrspieler schließlich nicht bekannt.

Philipp Ziereis konnte sich beim Torjubel ein Lächeln nicht verkneifen. Also Torjäger ist der Abwehrspieler schließlich nicht bekannt.

Foto: Witters

Beim 2:2 in Norderstedt sammelten beim Zweitliga-Tabellenführer vor allem die Spieler aus der zweiten Reihe Einsatzminuten.

Norderstedt.  Zweitligaspitzenreiter FC St. Pauli hat im Test gegen den dänischen Erstligisten Viborg FF in Norderstedt 2:2 (1:1) gespielt. Guido Burgstaller (4.) hatte in der intensiven Partie die „Hausherren“ in Führung gebracht, Jakob Bonde (26.) und Alassana Jatta (50.) drehten das Spiel für die Gäste, ehe Philipp Ziereis (90.+1) noch der gerechte Ausgleich gelang.

Trainer Schultz lobt Engagement und kritisiert die Vielzahl an Fehlern

"Das war ein sehr intensiver Test, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Zwischendrin gab es eine Rudelbildung. Auf unserer Seite waren es ein paar Fehler zu viel, die dem Gegner noch eine Chance zu viel zugestanden haben. Wir können aber zufrieden sein, dass wir hintenraus noch das 2:2 gemacht haben. Der Test hat seinen Sinn erfüllt", sagte Trainer Timo Schultz.

Wie angekündigt hatte Trainer Timo Schultz die Rekonvaleszenten Eric Smith und Sebastian Ohlsson in der Startelf aufgestellt. Igor Matanovic durfte nach seinem Fünf-Minuten-Einsatz gegen Werder Bremen ebenfalls von Beginn an neben Ersatzkapitän Guido Burgstaller stürmen. Auch die zuletzt nicht in der Stammformation stehenden Lars Ritzka, Adam Dzwigala, Christopher Buchtmann sowie Torwart Dennis Smarsch starteten in der ersten Elf.

FC St. Pauli trat ohne seine Nationalspieler an

Ohne die fünf Nationalspieler Jackson Irvine, Daniel-Kofi Kyereh, James Lawrence, Nikola Vasilj und Finn Ole Becker sowie die komplett geschonten Leart Paqarada und Afeez Aremu lief also eine extrem durchgemischte St. Pauli-Mannschaft vor rund 300 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion von Eintracht Norderstedt auf. Smith übernahm dabei wie erwartet die Sechser-Position, Ohlsson spielte rechts in der Viererkette und Matanovic mühte sich in vorderster Linie als Zielspieler.

Topstürmer Burgstaller sorgte für Start nach Maß

St. Pauli gelang trotz der vielen Änderungen ein Start nach Maß. Es war ausgerechnet Comebacker Smith, der mit einem großartigen Diagonalpass über das halbe Spielfeld den aufgerückten Ritzka in Szene setzte und damit gleich eine seiner Stärken zeigte. Ritzkas flache Eingabe konnte Burgstaller am langen Pfosten zur schnellen Führung nutzen. Die dänischen Gäste waren zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig im Spiel.

Das änderte sich jedoch mit zunehmender Spielzeit. Der Neunte der ersten dänischen Liga nahm ohne acht Spieler den Test ebenfalls ernst. So entwickelte sich eine erstaunlich intensive Partie. Es gab Fouls und Nickligkeiten und zum Teil harte Zweikämpfe. In der 75. Minute kam es nach einem harten Einsteigen eines Dänen sogar zu einer Rudelbildung.

St. Pauli vergab einige gute Torchancen gegen Viborg FF

Viborg spielte ebenfalls energisch nach vorne. Dabei konnte sich Smarsch in der sechsten und 24. Minute auszeichnen, als er mögliche Gegentreffer mit guten Paraden verhinderte. Beim Ausgleich war er allerdings auch machtlos. Torschütze Bonde stand bei seinem Kopfball nach einem Freistoß völlig frei. Da stimmte die Zuordnung in der Innenverteidigung nicht. St. Pauli hatte durch Burgstaller (36.), Hartel (39.) und Matanovic (41.) gute Chancen, aber bei einem Schuss von Sofus Berger Brix (38.) auch Glück, nicht schon vor der Pause ein weiteres Gegentor gefangen zu haben.

St. Pauli drängte nach Rückstand auf den Ausgleich

Das kam dann bereits fünf Minuten nach dem Wechsel, als die neue Abwehr noch unsortiert war. Schultz hatte in der Pause auf sieben Positionen getauscht, unter anderem hatten die drei lange Verletzten Smith, Ohlsson und Matanovic lange genug gespielt. Nach dem Rückstand drängte die ab der 68. Minute komplett durchgewechselte St. Pauli-Mannschaft energisch auf den Ausgleich, blieb dabei trotz guter Gelegenheiten aber lange erfolglos. Erst in der Nachspielzeit traf Ziereis zum verdienten Ausgleich. Es war ein guter Test in der Länderspielpause, in dem die Kiezkicker wirklich gefordert wurden.

  • FC St. Pauli: Smarsch (46. Ahlers) – Ohlsson (46. Ziereis), Dzwigala (68. Schütt), Medic (46. Knoll), Ritzka (46. Kukanda) – Smith (46. Benatelli) – Zander (46. Amenyido), Buchtmann (68. Brandt), Hartel (68. Loubongo) – Matanovic (46. Dittgen), Burgstaller (46. Makienok).

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