Fußball-WM 2022

Ist der FC St. Pauli mit einem Quartett in Katar vertreten?

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Carsten Harms
St. Paulis Australier Jackson Irvine (r.) im Zweikampf mit Japans Takumi Minamino.

St. Paulis Australier Jackson Irvine (r.) im Zweikampf mit Japans Takumi Minamino.

Foto: Shuji Kajiyama / dpa

Drei frühere Spieler des Kiezclubs haben bei einer WM teilgenommen. 2022 könnten vier hinzukommen. Doch die Lage ist kompliziert.

Hamburg.  Die Qualifikation für die Fußball-WM 2022 in Katar geht von Donnerstag an in ihre entscheidende Phase, und gleich vier aktuelle St.-Pauli-Profis haben realistische Chancen, mit ihren Nationalteams die Endrunde zu erreichen und sich einen Traum zu erfüllen: Daniel-Kofi Kyereh (25/Ghana), Jackson Irvine (28/Australien), James Lawrence (29/Wales) und auch Nikola Vasilj (25/Bosnien-Herzegowina). Sie wären als Spieler des FC St. Pauli Nachfolger von Jan Kocian und Ivo Knoflicek, die 1990 bei der WM in Italien für die Tschechoslowakei bis ins Viertelfinale (0:1 gegen Deutschland) vordrangen, und Aziz Bouhaddouz, der für Marokko bei der WM 2018 in Russland spielte.

Die WM-Teilnahme in der eigenen Hand hat dabei Kyerehs Mannschaft von Ghana (9 Punkte), die in der afrikanischen Qualifikationsgruppe G zunächst an diesem Donnerstag (14 Uhr MEZ) in Johannesburg gegen Äthiopien antritt, ehe es am Sonntag (20 Uhr MEZ) im Heimspiel in Cape Coast gegen Tabellenführer Südafrika (10 Punkte) um den Gruppensieg geht. Zwei Siege reichen Ghana dafür in jedem Fall. Die insgesamt zehn Gruppenersten ermitteln dann im März 2022 in den Play-offs mit Hin- und Rückspiel die fünf WM-Teilnehmer des afrikanischen Kontinents.

Auch die australische Mannschaft von Mittelfeldspieler Jackson Irvine kann aus eigener Kraft das WM-Ticket buchen. Dabei haben die „Socceroos“ (9 Punkte) an diesem Donnerstag (10.10 Uhr MEZ) in Sydney die Chance, mit einem Heimsieg gegen Tabellenführer Saudi-Arabien (12 Punkte) selbst die Spitze der Gruppe B zu übernehmen. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie dürfen die Australier wieder im eigenen Land antreten. Bisher galten strikte Einreisebeschränkungen auch für ausländische Sportteams.

St.-Pauli-Profis mit guten Chancen auf WM-Play-off

Am Dienstag kommender Woche (16 Uhr) folgt das Auswärtsspiel gegen China (3 Punkte), in Schardscha (Vereinigte Arabische Emirate). Bis März 2022 stehen für Australien vier weitere Gruppenspiele der dritten Qualifikationsrunde an. Am Ende sind die jeweils Ersten und Zweiten der beiden Gruppen für die WM qualifiziert.

Kaum weniger kompliziert ist die Lage für St. Paulis Verteidiger James Lawrence und sein walisisches Team in der europäischen Gruppe E. Ein Sieg für den derzeitigen Tabellendritten (11 Punkte) im Heimspiel am Sonnabend (20.45 Uhr) in Cardiff gegen Belarus (3 Punkte) ist Pflicht, um die spielfreien Tschechen (11) zu distanzieren. Am letzten Spieltag würde im Heimspiel gegen Tabellenführer Belgien (16) am Dienstag kommender Woche (20.45 Uhr, Cardiff) ein Unentschieden reichen, um Gruppenzweiter zu werden und die Play-offs Ende März 2022 zu erreichen.

Schließlich würden auch dem bosnischen Team (7 Punkte) von St. Paulis Torwart Nikola Vasilj zwei Siege in den Heimspielen gegen Finnland (8) am Sonnabend (15 Uhr) und gegen die ­Ukraine (9) am Dienstag (20.45 Uhr) jeweils in Zenica reichen, um Zweiter hinter Frankreich (12) zu werden.

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