FC St. Pauli

Die Qual der Wahl: Schultz erwarten harte Entscheidungen

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Timo Schultz (44) hat in der Offensive nun noch mehr Alternativen.

Timo Schultz (44) hat in der Offensive nun noch mehr Alternativen.

Foto: Tom Weller / dpa

Der Trainer steht vor einem Luxusproblem: Bei den Kiezkickern kehrten gleich mehrere Offensivakteure zurück ins Mannschaftstraining.

Hamburg.  Als bei Sonnenschein, aber dennoch herbstlichen Temperaturen am Dienstagvormittag das Training des FC St. Pauli begann, versammelten sich Mannschaft und Trainerstab wie so oft in einem großen Kreis. Anders als an den meisten Tagen jedoch endete die Besprechung mit Applaus aller Beteiligten, bevor es für die Kiezkicker auf die Warmlaufrunde ging. Doch wem hatten die Spieler und ihre Trainer applaudiert?

War es Leart Paqarada, der am Freitag seinen 27. Geburtstag gefeiert hatte? Oder Marcel Har­tel, der sich am Wochenende in Rom mit seiner Freundin verlobt hatte, oder gar Kapitän Philipp Ziereis? Immerhin war der am Freitag noch einen Schritt weitergegangen als sein Mannschaftskollege und hatte seine langjährige Freundin geheiratet.

Schwere Entscheidungen stehen vor Trainer Schultz

Bis zum Ende konnte über den wahren Grund nur spekuliert werden, und trotzdem steht im Grunde ja fest: Ein Applaus aus all diesen Gründen wäre ebenso angebracht gewesen wie ein kräftiges Beklatschen der Ausgangslage, in die sich St. Pauli vor dem Auswärtsspiel in Heidenheim am Sonnabend (13.30 Uhr/Sky) in den vergangenen Wochen gebracht hat.

Als Tabellenerster der Zweiten Liga reisen die Kiezkicker zum Tabellensechsten nach Ostwürttemberg, wo Trainer Timo Schultz nach der Rückkehr gleich mehrerer Offensivspieler in dieser Woche bei der Zusammenstellung der Startelf ein echtes Luxusproblem bekommen könnte.

Denn mit den zuletzt angeschlagenen Finn Ole Becker (21), Maximilian Dittgen (26) und den aus längeren Verletzungen kommenden Etienne Amenyido (23/Achillessehne) und Igor Matanovic (18/Schambein) mischten am Dienstag gleich vier Offensiv­akteure wieder im Mannschaftstraining mit – und kurbelten den Konkurrenzkampf in der zuletzt eher dünn besetzten Offensive des FC St. Pauli ordentlich an.

Nur Burgstaller und Kyereh dürften weiterhin gesetzt sein

Zumindest Becker und Dittgen könnten für Schultz schon am Sonnabend gegen Heidenheim zu einer echten Alternative werden, Amenyido und Matanovic spätestens im Verlauf der kommenden Wochen.Mit Christopher Buchtmann, Marcel Hartel, Jackson Irvine, Simon Makienok und den genannten Rückkehrern, werden es mit dem etwas defensiveren Rico Benatelli dann acht bis neun Spieler sein, die um die verbleibenden drei der fünf offensiven Positionen in St. Paulis bevorzugtem 4-4-2-System mit Mittelfeldraute kämpfen. Nur Guido Burgstaller und Daniel-Kofi Kyereh dürften auf den verbleibenden zwei Positionen weiterhin gesetzt sein.

Das Dilemma ist eine gute Nachricht zugleich: Wen Schultz in den vergangenen Wochen auch aufstellte – es funktionierte. Ob Neuzugang Hartel auf der linken Halbposition oder auf der anderen Seite der Australier Irvine, der für den angeschlagenen U-21-Nationalspieler Becker einsprang. Ob Buchtmann, der gegen Dresden in seinem ersten Startelfeinsatz nach mehr als eineinhalb Jahren nach weniger als einer Minute traf, oder Dittgen, der sich mit starken Leistungen ins Team spielte: Sie alle präsentierten sich in Topform.

Einerseits gut für Schultz, der beispielsweise im Fall seiner Länderspielreisenden schon am Sonnabend dazu gezwungen sein könnte, die Startelf aus dem Dresden-Spiel wieder zu ändern. Andererseits dürften in den kommenden Wochen einige harte Entscheidungen auf St. Paulis Trainer warten. Schultz dürfte dieses „Problem“ recht sein.

( jal )

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