FC St. Pauli

Nach AfD-Flyer-Aktion: Club überrascht mit Bandenwerbung

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Der FC St. Pauli spielte am Sonntag gegen Dynamo Dresden – und überraschte die Fans mit einer besonderen Bandenwerbung (nicht auf dem Bild).

Der FC St. Pauli spielte am Sonntag gegen Dynamo Dresden – und überraschte die Fans mit einer besonderen Bandenwerbung (nicht auf dem Bild).

Foto: imago images/Picture Point

Künstlerkollektiv hatte zur Bundestagswahl dafür gesorgt, dass Tausende Flyer der Partei im Müll landeten. St. Pauli setzt Statement.

Hamburg. Nicht nur die Eroberung der Tabellenführung war im Zusammenhang mit dem FC St. Pauli am Sonntag ein Thema in den sozialen Medien: Fast mehr Zuspruch erhielt der Hamburger Verein durch eine weitere Aktion – am Rande des Spielfeldes. Denn der Club mischte eine persönliche Botschaft zwischen die typische Bandenwerbung. Dort hieß es: "Der FC St. Pauli grüßt den Flyerservice Hahn".

Ein recht unspektakulärer Gruß für alle diejenigen, die im Zuge der Bundestagswahl nichts von der Aktion eines Künstlerkollektivs gegen die AfD mitbekommen hatten. Besagtes Kollektiv, das sich „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) nennt, gründete eigenen Angaben zufolge den "Flyerservice Hahn" und bot der AfD an, als Dienstleister Werbematerial für sie zu verteilen. Anstatt das Material jedoch etwa in Briefkästen zu werfen, habe das ZPS die fünf Millionen Flyer von verschiedenen Kreisverbänden der Partei gesammelt, um sie später zu entsorgen.

FC St. Pauli grüßt den Flyerservice Hahn mit Bandenwerbung

Der genaue Umfang des entstandenen Schadens sei noch nicht bekannt, sagte ein Sprecher der AfD vor wenigen Tagen. Am vergangenen Freitag hatte die Partei von mehr als einer Million nicht verteilter Wahlkampf-Flyer gesprochen. AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla hatte zwei Tage vor der Wahl erklärt: „Diese beispiellose Aktion trifft nicht nur die AfD. Hier ist bereits jetzt ein erheblicher Schaden für die Demokratie eingetreten.“ Die AfD kündigte an, zeitnah eine Strafanzeige stellen zu wollen.

Kurz nach dem Abpfiff des Spiels im Millerntor-Stadion gegen Dynamo Dresden tauchten in den sozialen Netzwerken diverse Fotos der besonderen Bandenwerbung sowie Zusprüche für die Aktion des Hamburger Zweitligisten auf. So schrieb ein Twitter-User "Wie geil kann Bandenwerbung sein?", ein anderer Nutzer twitterte in dem Zusammenhang "Hype hin, Hype her – was für ein geiler Club einfach". Auch der Account zum Podcast "FussballMML" von Micky Beisenherz veröffentlichte kurz nach Spielende ein Foto des Grußes und schrieb dazu "Der @fcstpauli grüßt den Flyerservice Hahn. Cooles Statement auf der Bande".

Mit der Redseligkeit seiner Anhänger über die besondere Aktion wollte St. Pauli derweil nicht mithalten. Auf Nachfrage teilte der Kiezclub lediglich mit, dass die Bande für sich stehe. Zwinker-Smiley.

( lag/dpa )

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