FC St. Pauli

Torwart Vasilj: „Ich spiele so gut wie noch nie zuvor“

| Lesedauer: 4 Minuten
Torwart Nikola Vasilj (25) ist bosnischer Nationalspieler.

Torwart Nikola Vasilj (25) ist bosnischer Nationalspieler.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Der Stammkeeper ist einer der Erfolgsgaranten des Tabellenzweiten. Amüsanter Streit mit Kumpel und Vordermann Jakov Medic.

Hamburg.  Beim 3:1-Sieg am vergangenen Sonnabend beim Karlsruher SC stand er neben den für die Treffer verantwortlichen Guido Burgstaller, Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Dittgen, der das Eigentor von KSC-Keeper Marius Gersbeck vorbereitete, im Blickpunkt: St. Paulis Torwart Nikola Vasilj. Der 25 Jahre alte Bosnier parierte vor allem die gefährlichen Kopfbälle und Schüsse von Karlsruhes Topstürmer Philipp Hofmann und bewahrte sein Team davor, noch mehr um den verdienten Sieg zittern zu müssen.

„Ich denke, es war mein bisher bestes Spiel für St. Pauli“, sagte Vasilj am Dienstag in einer Videokonferenz mit Hamburger Medienvertretern. Und überhaupt: „Ich spiele jetzt so gut wie noch nie zuvor. Der Höhepunkt ist es aber hoffentlich noch nicht.“ In seinem Alter hat er gerade als Torwart noch viele Profijahre vor sich – und entsprechend hohe Ziele: „Natürlich will ich in die Bundesliga. Das will doch jeder.“

FC St. Pauli: Mathias Hain trainiert Vasilj

Großen Anteil an seiner persönlichen Entwicklung zu einem Toptorwart der Zweiten Liga schreibt er St. Paulis langjährigem Torwarttrainer Mathias Hain (48) zu. „Matze arbeitet sehr gut mit mir, er sieht die Kleinigkeiten und zeigt mir die guten Standpositionen im Spiel“, erzählt Vasilj über die Videoanalysen mit Hain. „Er sagt mir auch, wann ich unsere Verteidiger anspielen kann und wann ich besser einen langen Ball nach vorn spielen sollte.“

Auch Cheftrainer Timo Schultz ist von Vasilj, der im Sommer vom ukrainischen Erstligisten Sorja Luhansk ans Millerntor kam, voll überzeugt. „Er spielt mit, er ist laut, das ist genau das, was wir vom Torwart erwarten“, sagte Schultz schon zu Saisonbeginn.

Vasilj kassierte Gegentreffer in Karlsruhe

Auch Vasiljs starke Reaktionen und die Strafraumbeherrschung überzeugen den Trainer, nur an den Pässen zu seinen Mitspielern hatte der Coach zuletzt etwas zu kritisieren. Vor allem im jüngsten Heimspiel gegen Ingolstadt habe er den einen oder anderen seiner Vorderleute bisweilen in Bedrängnis gebracht.

Ebenso wie gegen Ingolstadt ärgerte es Vasilj auch in Karlsruhe, dass er wieder einen Gegentreffer hinnehmen musste. „Der war unnötig“, sagte er auch jetzt noch angesichts dessen, dass Marcel Hartel beim Klärungsversuch im Strafraum eine Kerze schlug und KSC- Stürmer Fabian Schleusener den Ball volley ins Tor befördern konnte. „Bei einem Gegentor schreie ich und benutze bosnische Schimpfwörter“, gibt er zu.

FC St. Pauli: Medic und Vasilj eng befreundet

Und dann ist da noch der „Streit“ mit Innenverteidiger Jakov Medic (23). „Er blockt so viele Schüsse. Ich habe ihm gesagt, dass er das lassen soll, damit ich mehr zu tun bekomme“, erzählt Vasilj schmunzelnd. Tatsächlich sind die beiden aus gemeinsamen Nürnberger Zeiten eng befreundet, da blüht eben der Flachs.

„Ich war eine Woche bei St. Pauli, da sagte mir Jakov, dass er auch zu uns kommt. Das war unglaublich“, erzählt Vasilj. Ebenso wie er ist auch Medic auf Anhieb zum Stammspieler und Leistungsträger avanciert. Längst ist auch Vasiljs Ehefrau nach Hamburg gezogen. „Wir wohnen in der Nähe von Hagenbecks Tierpark“, verrät er – ruhige Gegend und kurzer Weg zum Training.

Außenbahnspieler Jannes Wieckhoff konnte am Dienstag nach überstandener Ohrenentzündung wieder voll am Mannschaftstraining teilnehmen, Stürmer Etienne Amenyido konnte Teile davon mitmachen und trainierte danach individuell, ebenso wie später Sebastian Ohlsson und Finn Ole Becker. Auf dem Platz fehlten Eric Smith, Igor Matanovic und Leart Paqarada.

( C.H. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli