FC St. Pauli

Welchen Härtefall St. Paulis Trainer Schultz klären muss

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Alexander Berthold
Timo Schultz schaute in der Woche genau hin, wie sich Innenverteidiger Philipp Ziereis (M.) im Training präsentiert.

Timo Schultz schaute in der Woche genau hin, wie sich Innenverteidiger Philipp Ziereis (M.) im Training präsentiert.

Die personelle Lage ist vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt entspannt. Besonders auf einer Position gibt es ein Luxusproblem.

Hamburg. Timo Schultz wusste, dass dieses eine Luxusproblem auf ihn zukommen wird. Wenn der FC St. Pauli am Sonntag (13.30 Uhr, Sky und Liveticker abendblatt.de) im Millerntor-Stadion den FC Ingolstadt empfängt, hat Kapitän Philipp Ziereis seine Rotsperre aus dem Spiel gegen SC Paderborn (1:3) abgesessen.

In dessen Abwesenheit haben aber auch die Innenverteidiger Jakov Medic (23) und James Lawrence (29) einen guten Job gemacht. Also: Was nun, Trainer? "Wir haben drei wirklich sehr gute Innenverteidiger, alle haben unterschiedliche Skills. Für mich als Trainer ist es, bis Sonntag herauszufinden, was die beste Paarung für das Spiel ist. Es ist ein Härtefall in der Innenverteidigung, den es so noch nicht gegeben hat, seitdem ich das mache", erklärt der 44-Jährige.

Schultz erwägt Veränderungen in der Startelf

Ohnehin spielt der St.-Pauli-Trainer mit dem Gedanken, personelle Veränderungen im Vergleich zur 0:1-Niederlage bei Hannover 96 am vergangenen Wochenende vorzunehmen. Zumal hinter dem Einsatz von Mittelfeldspieler Finn Ole Becker (20) ein Fragezeichen steht. Den U-21-Nationalspieler plagen Adduktorenprobleme.

Bislang war Schultz nicht dafür bekannt, ein großer Rotations-Künstler zu sein, aber der breite Kader macht es möglich, Dinge zu verändern. Zumal es auf lange Sicht auch darum geht, die Spieler aus der vermeintlich zweiten Reihe bei Laune zu halten. "Man guckt immer von Spiel zu Spiel und schaut, wie gut die Jungs drauf sind, welche Alternativen man hat und wo der Gegner Stärken und Schwächen hat. Wir haben einen sehr breit aufgestellten Kader, wo wir nicht sagen, diese 12, 13 oder 14 Spieler sind es, die durch die ganze Saison gehen", sagt Schultz.

Dank 2G: St. Paulis Trainer freut sich auf Rückkehr der Ultras

Doch nicht nur auf dem Rasen könnte es Veränderungen. Neu wird in jedem Fall die Situation sein, dass die Südtribüne im Stadion wieder gut gefüllt sein wird. Durch die 2-G-Regelung werden 15.000 Fans auf den Rängen sein, auch die Ultras St. Pauli (USP) haben angekündigt, wieder auf ihre angestammten Plätze zurückzukehren. "Die Stimmung war bei den letzten Heimspielen schon klasse. Jetzt kommt USP zurück und damit noch mal mehr Stimmung in der Bude. Es liegt dann immer auch an uns, die Fans mitzunehmen und den Funken überspringen zu lassen. Es sollte immer unser Ziel sein, die Fans bestmöglich zu unterhalten", sagt Schultz.

Gegen den Tabellenvorletzten aus Ingolstadt ist die Favoritenrolle klar verteilt. St. Pauli hat am heimischen Millerntor eine blütenweiße Weste. Drei Spiele, drei Siege, darunter der prestigeträchtige gegen den HSV. Umso mehr hebt der Coach mahnend den Zeigefinger, damit seine Spieler ja nicht glauben, dass es ein Selbstgänger wird gegen die "Schanzer". "Sie sind eine der laufstärksten Mannschaften der Liga und haben eine sehr hohe Sprintfähigkeit. Da wissen wir schon jetzt, dass einiges auf uns zukommen wird. Sie haben vorne eine individuelle Stärke, womit sie jeden Gegner ärgern können", warnt der gebürtige Ostfriese.

St. Pauli sucht Lösungen für die Offensive

Zuletzt ärgerten sich die Kiezkicker in Hannover ein wenig über das eigene Offensivspiel. Gegen die Niedersachsen taten sich die Hamburger erstaunlich schwer, Torchancen herauszuspielen. Deshalb lag in der abgelaufenen Trainingswoche vor allem der Fokus auf dem Spiel im letzten Drittel des Spielfelds. "Wir haben in der Woche gerade am Themen Schnittstellen gearbeitet und daran, an die gegnerische Grundlinie zu kommen. Da müssen wir vielleicht noch klarer werden", so Schultz und ergänzt: "Wir müssen auf der Hut sein. Ingolstadt ist keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt, sondern gerne auch mal vorne drauf geht. Da eine Balance zu finden aus Ballzirkulation, den Gegner auch mal durch eine Spielverlagerung zum Verschieben zu zwingen, aber eben auch für uns Umschaltmomente zu nutzen, wird der Schlüssel zum Erfolg sein."

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