FC St. Pauli

Sorgt Jackson Irvine für neue Impulse in der Startelf?

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Carsten Harms
Jackson Irvine könnte erstmals in die Startelf rücken.

Jackson Irvine könnte erstmals in die Startelf rücken.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Gegen Ingolstadt sind vor allem der Australier und Christopher Buchtmann echte Alternativen. Auch Philipp Ziereis ist wieder bereit.

Hamburg.  In den ersten sieben Pflichtspielen der Saison war es meist leicht vorhersehbar, welche Spieler seines Kaders St. Paulis Cheftrainer Timo Schultz in seine Startelf beruft. Wechsel nahm er meist nur vor, wenn Verletzungen, ein kurzfristiger Neuzugang oder eine Sperre dies nötig machten oder ratsam erscheinen ließen.

„Gerade am Anfang einer Saison wechselt man besser nicht so oft“, sagte er kürzlich dazu. Der Erfolg gab Schultz ja auch lange recht nach zehn Punkten aus den ersten fünf Saisonspielen, dem Weiterkommen im Pokal und einer recht unglücklichen Niederlage in Paderborn.

FC St. Pauli: Australier Irvine vor Debüt?

Nach der wenig überzeugenden und lange uninspiriert wirkenden Leistung bei der 0:1-Niederlage bei Hannover 96 am vergangenen Sonnabend aber werden die Karten nun offenbar neu gemischt. Vor dem Zweitliga-Heimspiel an diesem Sonntag gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt 04 drängen vor allem im Mittelfeld Profis in die St.-Pauli-Anfangsformation, die bisher nur Einsätze als Joker hatten.

In erster Linie trifft dies auf den Australier Jackson Irvine (28) zu, der auf allen vier Positionen in der Mittelfeldraute einsetzbar ist. Der Nationalspieler hatte nach seiner Verpflichtung Anfang Juli lange gebraucht, um überhaupt in eine konkurrenzfähige körperliche Verfassung zu kommen. Jetzt aber ist er offenbar bereit, in der Zweiten Liga durchzustarten. Geholfen hat dabei zuletzt auch das WM-Qualifikationsspiel in Viet­nam (1:0), in dem Irvine erstmals wieder über 90 Minuten spielte. „Er hat sich Woche für Woche herangetastet in Bezug auf seine Fitness und darauf, wie die Mannschaft Fußball spielt“, sagte jetzt Trainer Schultz über ihn.

Irvine und Buchtmann in der A-Elf

Am Mittwoch fand sich Irvine denn auch beim Training in der A-Elf wieder – auf der rechten Halbposition, die bisher Finn Ole Becker bekleidet hat. Der 21-Jährige fehlte sowohl am Dienstag als auch Mittwoch beim Teamtraining und war in Hannover nach gut einer Stunde ausgewechselt worden, weil er nach seinen Einsätzen in der deutschen U-21-Nationalmannschaft müde wirkte.

Gemeinsam mit Irvine war in Hannover zu diesem Zeitpunkt auch Christopher Buchtmann ins Spiel gekommen und hatte gleich mit einem gefährlichen Torschuss auf sich aufmerksam gemacht. Auch der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler stand am Mittwoch in der A-Elf – auf der Zehner-Position hinter den Spitzen Guido Burgstaller und Daniel-Kofi Kyereh. „Es ist Buchtis große Stärke, dass er einen extremen Zug zum Tor hat. Es spricht für ihn, dass er in Hannover nach seiner Einwechslung gleich unsere gefährlichste Torchance hatte“, sagte Schultz über Buchtmann. „Ein guter Buchti tut jeder Mannschaft gut.“

Becker, Benatelli und Knoll fehlten beim Training

Sehr spannend gestaltet sich die Situation in der Innenverteidigung. Kapitän Philipp Ziereis (28) steht nach seiner Roten Karte beim 1:3 in Paderborn und einer Sperre von zwei Spielen jetzt wieder zur Verfügung. Bis zu seinem Platzverweis hatte er alle Spiele von der ersten bis zur letzten Minute bestritten und war ein guter Abwehrchef. Für ihn rückte der walisische Nationalspieler James Lawrence (29) in die erste Elf und überzeugte im Duett mit Jakov Medic (23) vor allem beim 2:0-Heimsieg gegen Tabellenführer Jahn Regensburg, während auch er zuletzt in Hannover nicht ganz sattelfest wirkte.

Beim Trainingsspiel am Mittwoch jedenfalls bildete Lawrence weiter mit Medic das Innenverteidiger-Pärchen der offenkundigen A-Elf, während Philipp Ziereis zusammen mit U-23-Talent Hugo Teixera im B-Team versuchte, Burgstaller und Kyereh zu stoppen.

Weiter eher keine Option für einen Startelfplatz ist Marvin Knoll. Der Defensivspieler hätte in der vor zwei Wochen beendeten Transperiode den Verein wechseln dürfen, ein Transfer kam aber nicht zustande. Zuletzt stand er beim Spiel in Hannover zwar im Kader, wurde aber nicht eingewechselt. Jetzt kam für den 31-Jährigen noch Pech dazu. Nachdem er am Dienstag mit einer Wadenblessur das Training hatte abbrechen müssen, fehlte er am Mittwoch ganz.

Der Ausschank von alkoholhaltigem Bier ist dem FC St. Pauli für das Spiel gegen Ingolstadt von der Stadt erlaubt worden. Es darf nur auf dem jeweiligen Platz getrunken werden.

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