Zweite Liga

Warum der FC St. Pauli wie eine Jugendmannschaft trainiert

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Julius Allzeit
Sören Ahlers kam aus der U 23 von Schalke 04 und soll bei St. Pauli den Konkurrenzkampf auf der Torwartposition ankurbeln.

Sören Ahlers kam aus der U 23 von Schalke 04 und soll bei St. Pauli den Konkurrenzkampf auf der Torwartposition ankurbeln.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

„Eine Bereicherung für jedes Team“: Ex-Bundesligakeeper Wetklo über den Neuzugang zwischen den Pfosten Sören Ahlers.

Hamburg. Ganz lässig saß St.-Pauli-Trainer Timo Schultz am Mittwochvormittag mit ausgestreckten Beinen beim Mannschaftstraining der Kiezkicker auf dem Rasen, genoss die Sonne und schaute sich an, was sein stark dezimiertes Team und seine beiden Neuzugänge Marcel Beifus und Torwart Sören Ahlers da so trieben.

Es ist Länderspielpause, fünf St.-Pauli-Profis sind in der Welt unterwegs – Keeper Nikola Vasilj (25/Bosnien-Herzegowina), James Lawrence (29/­Wales), Jackson Irvine (28/Australien) und der zuletzt überragende Daniel-Kofi Kyereh (25/erstmals für Ghana). Eine weitere Premiere gibt es für Finn Ole Becker (21), der mit der deutschen U-21-Auswahl auf Reisen geht. Zudem fehlten einige Spieler verletzt oder angeschlagen, andere halfen beim Regionalligaspiel der U 23 in Heide aus.

St. Pauli trainiert wie eine Jugendmannschaft

Die übrig gebliebenen 13 veranstalteten ein Training, das eher an die Übungseinheit einer D-Jugend-Mannschaft erinnerte als an die eines Zweitligateams, so viel Spaß war zeitweise im Spiel. Mittendrin Timo Schultz, der tiefenentspannt das Treiben seiner Spieler beobachtete. Platz drei nach fünf Spieltagen, eine Formkurve, die steil nach oben geht – besser könnte die Stimmung kaum sein.

Mit dabei waren erstmals auch der 18 Jahre alte Innenverteidiger Beifus, der Montag vom VfL Wolfsburg gekommen war, und Last-Minute-Transfer Ahlers (ehemals U 23 von Schalke 04). Während es für Beifus die erste Einheit unter Timo Schultz war, kennt der 23 Jahre alte Ahlers den Trainer und die Mannschaft bereits ein wenig besser.

Wie St. Pauli mit Zugang Ahlers plant

Der Ex-Schalker war probeweise schon in der vergangenen Woche im Training der Kiezkicker dabei, wo er laut St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann einen guten Eindruck hinterließ. „Mit Sören Ahlers haben wir eine sehr gute Lösung für unsere dritte Torhüterposition gefunden“, sagt Bornemann über den Transfer, der auch aus Sicht des Schalker U-23-Torwarttrainers Christian Wetklo genau der richtige Schritt für Ahlers ist.

„Ich bin mir sicher, dass es ihm in seiner Entwicklung guttun wird, regelmäßig auf so hohem Niveau zu trainieren“, sagt der einstige Bundesligatorwart (Mainz 05 und Schalke 04) dem Abendblatt. „Er ist sehr talentiert und eine Bereicherung für jede Mannschaft.“ Auch menschlich scheint die Beziehung zwischen Ahlers und St. Pauli zu passen: Er sei stolz darauf, „Teil dieses Vereins zu sein, der für einen Wertekanon steht, mit dem auch ich mich identifiziere“.

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