Zweite Liga

FC St. Pauli: Nach dem Derbyrausch folgt der Liga-Alltag

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Alexander Berthold
Simon Makienok traf doppelt gegen den HSV. Nun will der Däne beim SC Paderborn an seine gute Form anknüpfen

Simon Makienok traf doppelt gegen den HSV. Nun will der Däne beim SC Paderborn an seine gute Form anknüpfen

Foto: Witters

Am Sonnabend muss die Mannschaft von Trainer Timo Schultz beim SC Paderborn antreten. Einsatz von Rechtsverteidiger Zander fraglich.

Es waren schöne Tage, die hinter den Profis des FC St. Pauli lagen. Nach dem 3:2-Sieg gegen den HSV schwebten die Derbyhelden praktisch durch die Woche und zumindest durch den braunweißen Teil dieser Stadt. Ein Fan-Lob hier, ein Schulterklopfer dort, zudem mit sieben Punkten aus drei Zweitliga-Spielen in der Spitzengruppe dabei.

Schöne fröhliche Fußballwelt, in der an diesem Sonnabend (13.30 Uhr, Sky und Liveticker auf abendblatt.de) aber wieder der Alltag einkehrt, wenn die Mannschaft von Trainer Timo Schultz beim SC Paderborn antritt. „Natürlich war das Derby ein besonderes Spiel mit besonderem Kribbeln und für uns auch ein besonderes Highlight“, gesteht Schultz offen ein.

Doch auch der 43-Jährige weiß, dass der Erfolg von gestern nicht automatisch auch der Erfolg von morgen ist. „Wir haben das Derby analysiert und müssen es abhaken. Spätestens jetzt nach dem freien Tag mussten wir unseren vollen Fokus auf Paderborn richten und die drei Punkte ins Visier nehmen. Wenn wir es hinbekommen, den Fokus darauf zu legen, ins Handeln zu kommen, dann machen wir schon einen riesen Schritt nach vorne und dann spielt auch das Derby keine Rolle mehr."

Auch wenn das Duell bei den Ostwestfalen bei weitem nicht die Emotionalität mit sich bringt wie das Stadtderby, wird die sportliche Herausforderung nicht minder groß. Die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok (40) gehört bisher – wie St. Pauli auch – zu den Positivüberraschungen im Bundesliga-Unterhaus.

St. Paulis Gegner demütigte Werder Bremen

Davon musste sich in der vergangenen Woche auch Erstliga-Absteiger Werder Bremen überzeugen lassen. „Sie sind ähnlich gut gestartet wie wir und in der Liga auch noch ungeschlagen. In Bremen haben sie am vergangenen Wochenende einen eindrucksvollen 4:1-Sieg gelandet, was nicht selbstverständlich ist im Weserstadion“, warnt Trainer Schultz. Doch der Ostfriese wäre nicht er selbst, wenn er nicht klar herausstellen würde, dass auch seine Mannschaft über eine hohe Qualität verfügt. „Wir freuen uns, gegen einen guten Gegner zu spielen, sind aber auch guter Dinge, dass wir Lösungen haben werden, um die drei Punkte nach Hamburg mitzunehmen."

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Es ist das Selbstverständnis einer Mannschaft, die spätestens seit dem Derbysieg mehr denn je zum Kreis der Aufstiegsanwärter zählt. Doch es sind nicht nur die nackten Ergebnisse, die beeindrucken. Vor allem die Art und Weise, wie St. Pauli in den ersten vier Pflichtspielen auftritt, beeindruckt.

St. Paulis Automatismen greifen schon früh

Defensiv konsequent und stabil und im Angriffsspiel druckvoll, variabel und zielstrebig. Anders als bei vielen anderen Zweitligisten blieb bei St. Pauli ein großer personeller Umbruch aus. Die Folge: Die Hamburger sind eingespielt, die Automatismen greifen. Davon zehrt das Schultz-Team bisher in der Frühphase der Saison. „Wir wollen immer mutig sein, immer nach vorne spielen, etwas kreiern, Spielfreude an den Tag legen und gegen den Ball aggressiv sein. Aus St.-Pauli-Sicht könnte man sagen, dass wir ein bisschen Bambule auf dem Platz machen wollen“, kündigt der St.-Pauli-Trainer an. Darauf werden sich auch die 300 gestesteten, genesenen und geimpften Fans freuen, die in der Benteler-Arena vor Ort sein dürfen.

St. Pauli hat Verletzungssorgen in der Abwehr

Die Bambule-Beauftragten des Cheftrainers werden beim SC Paderborn aller Voraussicht nach jene elf Spieler sein, die am vergangenen Freitag den großen Lokalrivalen über weite Strecken dominiert und verdient niedergerungen haben. Lediglich hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Luca Zander steht noch ein kleines Fragezeichen. Der 26-Jährige hatte unter der Woche Probleme mit der Kapsel im Sprunggelenk. Sollte der Außenverteidiger ausfallen, könnten der Pole Adam Dzwigala (25) oder Eigengewächs Christian Viet (22) in die Startelf rutschen.

Keine Sorgen um seinen Stammplatz muss sich derweil Simon Makienok (30) machen. Der zweifache Torschütze vom vergangenen Freitag ist längst vom Sorgenkind zum Fixpunkt im Offensivspiel der Hamburger geworden. Die Harmonie mit Topstürmer Guido Burgstaller (32) steigt von Woche zu Woche.

St. Paulis Trainer schwärmt von Makienok

Der dänisch-österreichische Offensivwirbel stellt bisher die Gegner vor große Probleme. „Simon lebt von seinem Selbstvertrauen, das dürfte spätestens seit dem letzten Wochenende noch mal angestiegen sein. Er ist ein unglaublich positiver Typ, der bei den Jungs auch gut ankommt und ein riesen Standing hat", schwärmt Schultz vom 2,01 Meter großen Mittelstürmer, der dafür sorgen will, dass der FC St. Pauli auch nach dem Spiel in Paderborn eine Woche voller Lob und Schulterklopfer genießen kann.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

  • SC Paderborn: Huth – Schuster, Hünemeier, van der Werff, Collins – Schallenberg – Justvan, Thalhammer – Srbeny – Platte, Michel
  • FC St. Pauli: Vasilj – Zander, Ziereis, Medic, Paqarada – Smith – Becker, Hartel – Kyereh – Makienok, Burgstaller.

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