Polizei vor Ort

Nur lange Schlangen vor dem Stadion – dieses Mal keine Pyro

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Geduldig und gelassen nahmen die Fans die langen Schlangen vor den Eingängen am Millerntor-Stadion vor dem Anpfiff hin.

Geduldig und gelassen nahmen die Fans die langen Schlangen vor den Eingängen am Millerntor-Stadion vor dem Anpfiff hin.

Foto: WITTERS

Vor dem Hamburger Derby liefern sich Fans des FC St. Pauli und des HSV vor allem einen Kampf um die Farben der Treppe am Fischmarkt.

Hamburg.  Anpfiff – und nichts los. Während am 1. März außerhalb des Millerntor-Stadions im „Geisterderby“ gegen den HSV von St.-Pauli-Ultras ein gigantisches Feuerwerk abgebrannt wurde und die Partie im März 2019 wegen Pyros im Stadion kurz vor dem Abbruch stand, passierte in diesem Stadtderby zwischen St. Pauli und dem HSV zunächst: nichts. Außer den sehr lauten Anfeuerungsrufen den 9300 Heimfans und den gut vernehmbaren Anfeuerungsrufen der HSVer. So herrschte allerbeste Derbystimmung.

Über Nacht hatten die St. Pauli-Fans die Treppe vom Fischmarkt hoch zum Kiez wieder vom Blau-Schwarz-Weiß des HSV „befreit“ und mit dem eigenen Braun-Rot-Weiß übermalt. Farbe bekennen im Stadtteil, standhaft bleiben – auch eine Stellungnahme vor dem Spiel. Allerdings „schlugen“ HSV-Fans zurück und bepinselten die Treppe kurz darauf ein weiteres Mal in ihren Farben.

Hamburger Derby: Schlangen vor dem Stadion

Schon weit eine Stunde vor dem Anpfiff hatten sich Schlangen vor den Eingängen zum Stadion gebildet. Ticket-Kontrolle und Überprüfung von Taschen, vor allem der drei G (geimpft, genesen, getestet), das kostete Zeit. Die Fans nahmen das alles mit großer Gelassenheit auf sich. Nur ein Haupttribünen-Gast wunderte sich, dass ihm die Ordner sein Konfetti abnahmen. Berührungen mit den Anhängern des Rivalen gab es hier am Stadion längst nicht mehr. Die 700 HSV-Fans, die auf der Nordtribüne untergebracht waren, wurden schließlich zu „ihrem“ separaten Eingang geleitet.

Vor dem Spiel war die Lage auf dem Kiez durchaus angespannter. Die Polizei brauste regelmäßig mit Blaulicht über die Reeperbahn. Die Wasserwerfer HH1 und HH4 standen vor der Davidstraße in Bereitschaft. Hunderte St.-Pauli-Fans feierten vor der Partie wie üblich vor dem „Jolly Roger“. Kein Durchkommen an der Budapester Straße.

Zahlreiche Fans in traditioneller HSV-Kneipe

„Polizeikette“ hallte kurz vor 17 Uhr ein lauter Ruf über den Hans-Albers-Platz, und rund 30 martialisch gerüstete Beamtinnen und Beamte sperrten den Zugang zur Friedrichstraße ab. Dort befindet sich der Sportpub „Tankstelle“, die traditionelle HSV-Kneipe im Viertel. Dort hatten sich zu dieser Zeit zahlreiche Fans versammelt, um vorzuglühen und gemeinsam den Weg zum Stadion anzutreten. Der direkte Zugang aber wurden ihnen nun verweigert. „Was ist das hier für eine Kacke?“, ereiferte sich einer. Der hatte keine Chance. Anders als drei Touristinnen, die aus Versehen in den HSV-Trupp geraten waren: „Wir sind aus Bielefeld, wir haben damit nichts zu tun.“ Sie durften durch.

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Die Polizei hatte in enger Absprache mit den Vereinen, der Hochbahn und der Wirtschaftsbehörde als Veranstalter des Doms ein Sicherheitskonzept erstellt. Wegen der Pandemie ist der Zugang zum Dom ohnehin nur auf drei Eingänge an der Feldstraße, St. Pauli und der Messe beschränkt. Nur 7500 dürfen das Volksfest gleichzeitig betreten, müssen dafür vorher ein Zeitfenster reservieren. „Wir haben den Slot um 18 Uhr geschlossen“, erklärte Stefan Luckner von der Wirtschaftsbehörde, „so konnten wir die Besucherströme auch für die U-Bahn sehr gut entzerren.“

( HA )

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