Hamburger Kiezclub

Buchtmann: „Mir hat hat das Gefühl in der Kabine so gefehlt“

| Lesedauer: 4 Minuten
Freude beim Training: Christopher Buchtmann musste lange pausieren.

Freude beim Training: Christopher Buchtmann musste lange pausieren.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Seit zwei Wochen darf der Mittelfeldspieler des FC St. Pauli wieder trainieren. Jetzt spricht er über seine Leidenszeit und sein Ziel.

Hamburg.  Welch großen Wert etwas für einen Menschen hat, wird diesem oft erst klar, wenn es nicht mehr da ist. Über diese Erkenntnis sprach jetzt Christopher Buchtmann aus ganz persönlicher Erfahrung. Im März vergangenen Jahres hatte sich der Mittelfeldspieler des FC St. Pauli einer Operation am Ansatz der linken Achillessehne unterzogen.

Seither hat der 29-Jährige kein einziges Spiel mehr bestritten. Immerhin ist er jetzt seit zwei Wochen wieder ununterbrochen im Mannschaftstraining des Zweitligisten dabei und hat noch eine vage Hoffnung, im Saisonendspurt doch noch einmal ein paar Minuten in der Zweiten Liga spielen zu dürfen.

Buchtmann vermisst Spiele für den FC St. Pauli

„Mir ist klar geworden, wie gut du es hast, wenn du fit bist und beim Training mitmachen kannst. Manche Spieler realisieren gar nicht, wie viel Spaß das eigentlich macht“, sagte Buchtmann jetzt in einer virtuellen Gesprächsrunde. Auch am Donnerstag war ihm genau diese Freude auf dem Trainingsplatz an der Kollaustraße wieder anzusehen.

„In der Reha musst du auch Gas geben und machst ein paar Witze. Aber man merkt, wie sehr einem das hier alles fehlt – allein das Gefühl in der Kabine oder wenn du auf den Platz gehst. Da kommt dazu, dass du das nicht machen kannst, was dir am meisten Spaß bringt, nämlich das Fußballspielen“, sagte er weiter.

Verletzung weiter verschleppt

Sehr offen sprach der gebürtige Mindener auch über seine Verletzung und die rund ein Jahr währende Leidenszeit nach der Operation. Dabei hatte alles scheinbar ganz harmlos angefangen. „Wenn ich so ein paar Hackenschmerzen habe, gehe ich ja nicht sofort raus aus dem Training“, sagt er. Genau das aber war der Fehler: „So habe ich das dann über die Zeit ein bisschen verschleppt.“

Lesen Sie auch:

Schon rund ein Jahr lang habe er leichte Probleme an der linken Achillessehne gehabt, ehe es sich verschlechterte. „Über eine Schleimbeutelentzündung hat es sich dahin entwickelt, dass die Achillessehne angerissen war. Es musste dann auch ein Stück Knochen abgefräst werden. Deswegen hat das alles auch länger gedauert“, berichtet er. „Die Achillessehne war danach in der Reha eigentlich ganz gut. Dann hat aber das Narbengewebe ein bisschen Stress gemacht.“

Buchtmann arbeitet auf Spiel hin

Jetzt endlich ist Buchtmann, der seit fast neun Jahren bei St. Pauli ist, wieder mittendrin und arbeitet dafür, wieder in den 20er-Kader für ein Spiel berufen zu werden. Wenn ihm Trainer Schultz tatsächlich in einem der letzten drei Punktspiele noch ein paar Einsatzminuten gönnt, würde der Mittelfeldspieler erstmals eine Erfahrung machen, die für die weitaus meisten seiner Kollegen längst Alltag geworden ist – vor leeren Stadionrängen zu spielen.

„Das kenne ich ja alles noch gar nicht. Seitdem war ich nicht mehr im Stadion“, sagte er. Sorgen um die nähere Zukunft muss sich Buchtmann erst einmal nicht machen. Sein Vertrag beim FC St. Pauli läuft noch bis zum Juni kommenden Jahres.

Aktiver Teil der Geschichte des Hamburger Kiezclubs

Spätestens nach der Sommervorbereitung will er dann wieder ein richtig aktiver Teil der Geschichte sein, die die Mannschaft unter Trainer Schultz schreibt. „Ich habe im Mittelfeld ja schon auf allen Positionen gespielt. Am meisten liegt mir im aktuellen Rautensystem eine der beiden Halbpositionen, auf denen man viel nach hinten ackern muss, sich aber nach vorn einschalten kann“, sagt er und ist begeistert von der Stimmung im Training und der Art des Fußball, den seine Kollegen auf den Rasen bringen: „Wir haben einen guten Plan, die Jungs setzen ihn sehr gut um. Alles passt wie Arsch auf Eimer.“

( C.H. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli