Zweite Bundesliga

Wie St. Paulis Himmelsstürmern die Lust verging

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St. Paulis Stürmer Omar Marmoush gelangen in Düsseldorf nur wenige seiner Aktionen am Ball.

St. Paulis Stürmer Omar Marmoush gelangen in Düsseldorf nur wenige seiner Aktionen am Ball.

Foto: Witters

Daniel-Kofi Kyereh und Omar Marmoush wurden beim 0:2 in Düsseldorf ihre Grenzen deutlich aufgezeigt.

Hamburg. Viel Zeit bleibt den Fußballprofis des FC St. Pauli nicht, sich über ihre erst zweite Auswärtsniederlage des Kalenderjahres 2021 zu grämen. Am Tag nach dem 0:2 (0:1) bei Fortuna Düsseldorf am Mittwochabend hatte das Team – wie schon zuvor geplant – einen freien Tag, von diesem Freitag an gilt schon die Aufmerksamkeit dem „nächsten geilen Spiel“, wie Trainer Timo Schultz das Heimmatch am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den Tabellenzweiten SpVgg. Greuther Fürth bezeichnete.

Wie bereits in Düsseldorf wird sich die Millerntorelf dann mit einem der insgesamt besten und aktuell formstärksten Teams der Zweiten Liga auseinanderzusetzen haben und die Gelegenheit bekommen, um festzustellen, wie weit man in der eigenen Entwicklung zu einer Spitzenmannschaft wirklich schon gekommen ist.

Düsseldorf zeigte den Hamburger Himmelsstürmern die Grenzen auf

Der neue Tabellenvierte Düsseldorf jedenfalls hatte den Hamburger Himmelsstürmern, die zuvor vier Spiele verdient gewonnen hatten, deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das galt besonders für die beiden spielfreudigen und zuletzt häufig unaufhaltsam scheinenden Offensivspieler Daniel-Kofi Kyereh (9 Tore/9 Assists) und Omar Marmoush (7/3).

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Ihnen begegneten die robusten Fortuna-Profis vor allem mit körperlicher Härte, was die beiden sichtlich aus dem Konzept brachte. Marmoush wirkte von den Attacken und Provokationen reichlich genervt, rieb sich auf, lieferte sich eine Rangelei und übertrieb es mit ineffizienten Einzelaktionen. Kyereh tauchte derweil, ebenfalls von der Härte der Gegenspieler beeindruckt, praktisch völlig ab.

Marmoush und Kyereh mussten schon rund 20 Minuten vor Schluss vom Feld

„Wir haben vorher die Düsseldorfer Spielweise angesprochen. Je höher man kommt, desto intensiver wird es. Das war noch einmal eine andere Qualität“, sagte Schultz über die Defensivarbeit der Fortuna, die auch in 18 Fouls (St. Pauli: acht) bestand. „Omar hat trotzdem einen immensen Aufwand betrieben und viel riskiert, heute waren leider ein paar Sachen dabei, die nicht so gut geklappt haben“, sagte Schultz weiter.

So war es nicht verwunderlich, dass sich St. Paulis Trainer entschloss, seine beiden sonstigen Erfolgsgaranten Marmoush und Kyereh schon rund 20 Minuten vor Schluss und trotz des 0:2-Rückstands vom Feld zu holen. Dass Marmoush sich dabei nicht mit seinem Coach wie sonst üblich abklatschte, wollte dieser nicht als Respektlosigkeit bewerten.

„Ich war da auch gerade mit etwas anderem beschäftigt. Außerdem habe ich da ein dickes Fell, denn ich weiß noch, was ich alles gemacht habe, wenn ich ausgewechselt wurde. Nach dem Spiel haben wir uns wieder ganz normal abgeklatscht“, sagte Schultz.

( C.H. )

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