Zweite Bundesliga

Schultz: „Der Schiedsrichter lässt sich nicht beeinflussen“

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Carsten Harms
Trainer Timo Schultz (l.) und Schiedsrichter Tobias Reichel.

Trainer Timo Schultz (l.) und Schiedsrichter Tobias Reichel.

Foto: Lennart Preiss / WITTERS

Wie der Trainer des FC St. Pauli mit den Vorwürfen des nächsten Gegners Würzburg an die Unparteiischen umgeht.

Hamburg.  Der Vorwurf könnte kaum schwerer sein. „Mittlerweile mutwillige Fehlentscheidungen“ gegen seine Würzburger Kickers hielt Hauptsponsor Thorsten Fischer den Schiedsrichtern und Videoassistenten in den Zweitligaspielen dieser Saison vor. Inzwischen seien es elf falsche Entscheidungen, die negative Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt hätten. Soll heißen: Ohne diese wiederholte Benachteiligung wäre der Aufsteiger nicht Tabellenletzter.

Fischer ist mit seiner Firma Flyer­alarm mit Abstand wichtigster Unterstützer und zudem Aufsichtsratsmitglied der Kickers. Als Konsequenz kündigte er zuletzt nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg wohlinszeniert an, sein gleichzeitiges Sponsoring beim DFB einzustellen – quasi als Bestrafung für den Verband, der die Unparteiischen stellt.

St.-Pauli-Trainer lobt deutsche Schiedsrichter

Vor diesem Hintergrund hat nun am Sonnabend (13 Uhr) der FC St. Pauli gegen Schlusslicht Würzburg, das zuletzt immerhin vier Punkte aus zwei Spielen holte, anzutreten. Klar ist, dass der – noch nicht benannte – Schiedsrichter unter besonderer Beobachtung steht. Kann er sich von den Vorwürfen frei machen, wenn er brenzlige Situationen zu bewerten hat? Wird ihm in dem einen Fall Mitleid mit den Würzburgern vorgeworfen oder im anderen Fall eine Revanche für die Angriffe auf seine Kollegen? Und wie gehen die St. Paulianer mit dieser brisanten Gemengelage um?

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Trainer Timo Schultz gab sich am Donnerstag gelassen. „Ich glaube nicht, dass der Vorgang einen Einfluss auf den Schiedsrichter haben wird. Er pfeift unparteiisch, wie es sich gehört, und wird sich nicht, nur weil es zuletzt vielleicht mehrere Fehlentscheidungen gab, beeinflussen lassen“, sagte er auf Nachfrage des Abendblatts. Und weiter: „Dafür sind die Schiedsrichter in Deutschland auch zu gut, zu gut ausgebildet und zu klar.“ Gar nicht bewerten wollte Schultz unterdessen die angedrohte Kündigung der Sponsorenverträge von Flyeralarm mit dem DFB.

St. Paulis Coach lehnt Videoassistenten ab

Grundsätzlich kann St. Paulis Coach nachvollziehen, dass der kommende Gegner mit manchen Entscheidungen der vergangenen Wochen hadert. „Es waren schon ein paar dicke Dinger gegen Würzburg dabei. Davor ist keine Mannschaft gefeit“, sagte er jetzt. In diesem Zuge unterstrich Schultz auch seine ganz persönliche, ablehnende Haltung zum Videoassistenten.

„Fehlentscheidungen gehören zum Fußball dazu. Wenn man unten steht, wiegen diese besonders schwer. Durch den VAR werden die Fehlentscheidungen eher noch schlimmer. Eigentlich gleicht sich das über eine Saison aus. Manchmal ist es aber schwer nachzuvollziehen, warum eine Fehlentscheidung durch den VAR korrigiert wird und eine andere nicht.“

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