FC St. Pauli

Sportchef Bornemanns besondere Beziehung zur Dritten Liga

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Alexander Berthold
Ersin Zehir (r.) ist Stammspieler beim
VfB Lübeck. Links: Ex-HSVer Ahmet
Arslan, jetzt Holstein Kiel.

Ersin Zehir (r.) ist Stammspieler beim VfB Lübeck. Links: Ex-HSVer Ahmet Arslan, jetzt Holstein Kiel.

Foto: Witters

Sechs von sieben ausgeliehenen Profis des Zweitligaclubs FC St. Pauli spielen derzeit eine Klasse tiefer.

Hamburg.  Am Wochenende richtet sich der Blick von Andreas Bornemann (49) wieder auf die Dritte Liga. Auch wenn dem FC St. Pauli das Horrorszenario Abstieg nach der positiven Entwicklung der vergangenen Wochen erspart bleiben wird, ist die dritthöchste deutsche Spielklasse für den Sportdirektor des Kiezclubs trotzdem interessant.

Zum einen gibt es dort vielversprechende Talente zu sehen, die eine Option für den Transfermarkt darstellen könnten. Zum anderen tummeln sich mit Kevin Lankford (22), Florian Carstens (21, beide SV Wehen Wiesbaden), Yiyoung Park (26, Türkgücü München), Marvin Senger (21, 1. FC Kaiserslautern), Maximilian Franzke (21, 1. FC Magdeburg) und Ersin Zehir (22, VfB Lübeck) sechs von derzeit insgesamt sieben verliehenen Spielern in Liga drei. Nur Jakub Bednarczyk (21), der für Zaglebie Lubin in Polen aufläuft, befindet sich derzeit im Ausland.

Für die St.-Pauli-Talente lief es äußerst unterschiedlich

Neben Bornemann halten auch die Scouts und das Trainer-Team um Timo Schultz regelmäßig Kontakt zu den Spielern, deren Beratern und den derzeitigen Vereinen, um sich ein Bild der Entwicklung zu machen. „Ein pauschales Urteil über unsere Leihspieler ist schwierig. Da muss man differenzieren. Aber man sieht, dass die Spieler auf mehr Einsatzzeit kommen, als sie bei uns in Aussicht gehabt hätten“, sagt Bornemann.

In der Tat lief es für die St.-Pauli-Talente äußerst unterschiedlich. Spitzenreiter bei den Einsatzzeiten ist Rechtsverteidiger Park, der bisher beim Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München 23 Spiele absolvierte, 18 davon in der Startelf. Auch Innenverteidiger Carstens hat sich in Wiesbaden zum Leistungsträger entwickelt.

Corona-Krise gestaltet die Kaderplanung nach wie vor schwierig

Trotz zweier Platzverweise sowie eines Muskelfaserrisses kam er auf 21 Partien. Ähnlich gut läuft es bisher für Mittelfeldstratege Zehir. In seiner Geburtsstadt Lübeck verbuchte der 22-Jährige in 20 Spielen vier Tore und zwei Vorlagen. Lediglich die Offensivtalente Franzke, der wegen zwei schwereren Verletzungen auf lediglich sieben Einsätze kam, Bednarczyk (acht) und Lankford (fünf), der zuletzt an einem Muskelfaserriss laborierte, sowie Innenverteidiger Senger (vier) konnten in ihren Clubs nur bedingt Spielzeit sammeln.

Da sich die Saison langsam dem Ende entgegen neigt, drängt sich die Frage auf: Wie geht es über den Sommer mit den sieben Leihspielern weiter? Stand heute kehren die Talente, die bei St. Pauli allesamt noch einen Vertrag über den 30. Juni hinaus besitzen, nach Hamburg zurück.

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„Eine weitere Leihe oder eine mögliche Verpflichtung ist auch abhängig davon, in welcher Liga die Vereine in der kommenden Spielzeit spielen werden. Wir müssen bei jedem Spieler individuell schauen, was am meisten Sinn ergibt“, sagt Bornemann, der kein Geheimnis daraus macht, dass die Corona-Krise die Kaderplanung nach wie vor schwierig gestaltet.

„Auch bei uns gibt es offene Fragen. Wann dürfen wieder Zuschauer rein? Was passiert mit den Spielern, die wir ausgeliehen haben? Tendenziell wollen wir den Kader eher etwas verschlanken“, stellt Bornemann klar. Aktuell würden beim Kiezclub mit den sieben Rückkehrern und ohne externe Neuzugänge bereits 30 Spieler mit Profiverträgen für die Spielzeit 2021/22 im Kader stehen.

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