FC St. Pauli

Himmelmann-Aus: Torwartcoach mit bedeutsamer Aussage

| Lesedauer: 3 Minuten
Carsten Harms
Torwarttrainer Mathias Hain (l.) und Robin Himmelmann haben ein gutes Verhältnis zueinander.

Torwarttrainer Mathias Hain (l.) und Robin Himmelmann haben ein gutes Verhältnis zueinander.

Foto: imago / Poolfoto

Der Kiezclub einigt sich mit Torhüter Robin Himmelmann auf eine Vertragsauflösung, verbunden mit einer satten Abfindung.

Hamburg. Am Mittwochmittag war die Ära Robin Himmelmann beim FC St. Pauli jäh beendet. Der langjährige Stammtorwart, der seit Montag von Trainer Timo Schultz und Sportchef Andreas Bornemann vom Mannschaftstraining ausgeschlossen worden war, einigte sich mit dem Verein auf eine „einvernehmliche Auflösung“ seines Vertrages, der bis zum 30. Juni dieses Jahres datiert war. Der 31 Jahre alte Himmelmann war im Sommer 2012 von der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 zum FC St. Pauli gekommen und damit dienstältester Spieler des aktuellen Kaders.

Mit der Vertragsauflösung verbunden ist nach Informationen des Abendblatts eine ansehnliche Abfindung als Ausgleich für das Gehalt, das Himmelmann noch bis Saisonende zugestanden hätte. Der Keeper muss angesichts der derzeit schwierigen Marktsituation in ganz Europa damit rechnen, in der aktuellen Winter-Transferperiode keinen neuen, adäquaten Arbeitgeber zu finden und bis zum Sommer auf ein neues Engagement zu warten.

St. Pauli umgeht juristischen Streit mit Himmelmann

Gleichzeitig vermeidet der FC St. Pauli mit der Vertragsauflösung und Abfindungszahlung eine brisante juristische Auseinandersetzung mit Himmelmann. Seine Chance, die Rückkehr ins reguläre Mannschaftstraining einzuklagen, wäre angesichts der bisherigen Rechtsprechung in solchen Fällen sehr aussichtsreich gewesen, wie zuletzt der Fall von Adam Szalai bei Mainz 05 gezeigt hatte. Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Profis ein Mannschaftstraining zu ermöglichen.

Wie in solchen Fällen üblich, garnierte der FC St. Pauli die Trennung von Himmelmann mit einigen warmen Worten der Verantwortlichen. „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Wir halten sie aber in der aktuellen Situation für erforderlich, und sie ist aus rein sportlichen Gründen gefallen. Ich wünsche Robin für die Zukunft alles Gute“, sagte Sportchef Andreas Bornemann.

Trainer Timo Schultz stellte klar: „Dass Robin nicht mehr unsere Nummer eins ist, hat nichts mit seiner Person zu tun. Ich hoffe, dass Robin nach der Rückkehr der Zuschauer einen gebührenden Abschied in einem vollen Millerntor bekommt, denn den hat er sich verdient.“

Himmelmann: Mitspieler und Torwarttrainer Hain emotional

Angesichts der überwiegend harschen Kommentare von Fans in den sozialen Medien zur Demontage Himmelmanns dürfte eine Verabschiedung vor vollen Rängen sehr emotional werden. Schließlich hatte sich der Keeper auch außerhalb des Platzes in vielen Bereichen für den Verein und dessen soziale Aktivitäten engagiert und besaß daher ein hohes Standing bei den Anhängern.

„Ich möchte mich bei allen Fans und Wegbegleitern im und um den Verein herum für das Vertrauen in den vergangenen achteinhalb Jahren bedanken. Das Ende hatte ich mir definitiv anders und auch nicht zum jetzigen Zeitpunkt vorgestellt, leider hat die Entwicklung der letzten Zeit mir keine andere Wahl gelassen. Dieser Verein wird trotzdem immer ein Teil von mir sein“, sagte Himmelmann.

Mehr zum Thema:

Mitspieler wie Marvin Knoll („Respekt und Anerkennung, für das, was du geleistet hast“) und James Lawrence („Du wirst vermisst werden“) verabschiedeten ihren Kollegen mit Botschaften auf Instagram. Auch Torwarttrainer Mathias Hain meldete sich zu Wort. Sein Post endete mit: „Ich hätte mir einen anderen Abschied für dich gewünscht.“

Am Nachmittag löste der FC St. Pauli auch den Vertrag mit dem in 28 Zweitligaspielen torlosen Stürmer Boris Tashchy einvernehmlich auf.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli