2. Bundesliga

FC St. Pauli holt 0:2-Rückstand spät auf – aber reicht das?

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Riesenjubel über einen einzigen Punkt: St. Paulis Kapitän Buballa springt auf Simon Makienok (verdeckt), den Torschützen zum 2:2 gegen Aue.

Riesenjubel über einen einzigen Punkt: St. Paulis Kapitän Buballa springt auf Simon Makienok (verdeckt), den Torschützen zum 2:2 gegen Aue.

Foto: Witters

Der Kiezclub wechselt den Torhüter, bleibt aber im neunten Spiel in Serie ohne Sieg. Immerhin wurde eine Serie gestoppt.

Hamburg. Ein wichtiger Punkt für die Moral, der aber zu wenig im Abstiegskampf ist: Der FC St. Pauli erkämpft sich nach einem gelungenen Comeback in den Schlussminuten ein 2:2 (0:1) gegen Erzgebirge Aue und holt dabei einen 0:2-Rückstand auf. „Das zeigt, dass die Mentalität in der Mannschaft richtig gut ist", sagte Trainer Timo Schultz.

Unter großem Jubel der gesamten Mannschaft erzielte der eingewechselte Stoßstürmer Simon Makienok mit seinem zweiten Saisontor den späten Ausgleich (88.). Zuvor hatte Offensivspieler Maximilian Dittgen unmittelbar nach seiner Einwechslung den Anschlusstreffer erzielte (81.) – auf Vorlage von Makienok. „Vom Auftritt her können wir uns heute keinen Vorwurf machen", sagte Kapitän Daniel Buballa.

FC St. Pauli wechselt den Torwart

Für die Tabelle ist dieser Punkt aber zu wenig. Die Hamburger verharren weiter auf einem Abstiegsplatz in der 2. Bundesliga. Weil die direkten Konkurrenten Braunschweig (0:2 in Osnabrück) und Sandhausen (0:3 am Freitag gegen Fürth) an diesem Spieltag verloren haben, wurde der Rückstand auf den Relegationsplatz immerhin auf drei Punkte verkürzt. „Wir sind erleichtert, nach vier Niederlagen in Folge den Bock umgestoßen zu haben, hätten aber natürlich gerne gewonnen“, sagte Schultz. Na dann.

Aber reicht das für St. Pauli? Unter dem Strich ist das 2:2 gegen Aue das neunte sieglose Spiel in Folge. „Ich nehme den Punkt als Anlauf, um vor Weihnachten endlich mal wieder einen Dreier zu holen“, sagte der Coach kämpferisch.

Auch der Torwartwechsel von Schultz, der Stammkeeper Robin Himmelmann auf die Bank setzte und Eigengewächs Svend Brodersen (23) das Vertrauen schenkte, brachte nicht den lang ersehnten zweiten Saisonsieg. „Sven hat das ganz unaufgeregt gemacht, ich war sehr zufrieden mit ihm. Er kann gerne so weitermachen", sagte Schultz, der damit durchblicken ließ, dass Brodersen die nächsten Wochen im Tor bleibt.

Die Tabelle:

  • 14. Darmstadt: 12 Punkte
  • 15. Sandhausen: 11 Punkte
  • 16. Braunschweig: 11 Punkte
  • 17. FC St. Pauli: 8 Punkte
  • 18. Würzburg: 4 Punkte

FC St. Pauli lag 0:2 gegen Aue zurück

Die Auer machten in der Anfangsphase das, was in der laufenden Saison schon sehr häufig zum Erfolg führte: Den Gegner kommen lassen und nach Ballgewinnen schnell kontern. So ein Angriff wie aus dem Lehrbuch brachte den Sachsen in der zehnten Minute die Führung. Jan Hochscheidt nahm im Mittelfeld Tempo auf und spielte den Ball auf die linke Seite in den Lauf von Florian Krüger. Der U-21-Nationalspieler legte mit einem Rückpass auf Testroet zurück, der mit einem platzierten Flachschuss zum 1:0 traf.

Das Tor gab Aue Auftrieb und führte bei St. Pauli zunächst zu noch mehr Verunsicherung. Die Kiezkicker verloren im Spielaufbau viele Bälle, steigerten sich aber mit zunehmender Spieldauer und traten zunehmend dominanter auf.

Die Erzgebirger kamen minutenlang nicht mehr aus der eigenen Hälfte. St. Paulis 17 Jahre alter Stürmer Igor Matanovic (59., 69.) und Tashchy (61.) kamen zu guten Chancen, die Männel alle entschärfte. In der 73. Minute rettete nach einem Kyereh-Schuss zudem der rechte Pfosten für Aue. Mitten in die Drangphase der Gastgeber sorgte Krüger für das 2:0. Der Stürmer lupfte den Ball nach Vorarbeit von Dimitrij Nazarov über Brodersen hinweg.

St. Pauli schlägt spät doppelt zu

Als alles nach St. Paulis fünfter Niederlage in Serie aussah, erzielte zunächst Dittgen 180 Sekunden später den Anschlusstreffer. Und dann traf auch noch der seit dem Derby gegen den HSV glücklose Makienok.

Speziell nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Hanseaten zwar um mehr Offensivdruck, doch der Ertrag blieb lange mager. Spielerisch muss sich St. Pauli in den nächsten Wochen erheblich steigern – erst recht nach diesem Punkt für die Moral im Rücken.

Die Statistik:

  • St. Pauli: Brodersen - Ohlsson, Ziereis (15. Buballa), Lawrence, Paqarada (80. Dittgen) - Benatelli - Becker, Zalazar (80. Knoll) - Tashchy (63. Daschner), Kyereh (80. Makienok) - Matanovic. - Trainer: Schultz
  • Aue: Männel - John-Patrick Strauß, Gonther, Ballas, Rizzuto - Fandrich, Riese - Zolinski (60. Baumgart), Hochscheidt (68. Nazarov), Krüger - Testroet (74. Samson). - Trainer: Schuster
  • Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin)
  • Tore: 0:1 Testroet (10.), 0:2 Krüger (78.), 1:2 Dittgen (81.), 2:2 Makienok (89.)
  • Beste Spieler: Lawrence, Benatelli - Rizzuto, Gonther
  • Gelbe Karten: Buballa (2), Lawrence (2), Tashchy, Knoll - Riese (3)
  • Torschüsse: 20:9
  • Ecken: 8:2
  • Ballbesitz: 60:40 Prozent
( wal/lno )

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