Pleite in Paderborn

St. Paulis Coach Schultz ist mächtig sauer auf seine Spieler

Timo Schultz nahm sich nach der Pleite in Paderborn seine Spieler zur Brust.

Timo Schultz nahm sich nach der Pleite in Paderborn seine Spieler zur Brust.

Foto: dpa

Die Hamburger starten gut und können durch einen Elfmeter sogar in Führung gehen. Doch dann kippt das Spiel.

Paderborn. Sie hatten auf ein Ende ihrer mehr als 20 Monate langen Sieglosserie außerhalb Hamburgs gehofft, doch am Ende konnten die Spieler des FC St. Pauli froh sein, beim SC Paderborn nur eine 0:2 (0:1)-Niederlage erlitten und kein Debakel erlebt zu haben.

Doch auch so schmerzt die dritte Saisonniederlage, die durch einen unnötig verursachten Strafstoß von Rodrigo Zalazar und einen schlimmen Ballverlust von Kapitän Christopher Avevor an der eigenen Strafraumgrenze zustande kam. So verlor St. Pauli durch die Treffer von Dennis Srbeny und Chris Führich und bleibt Tabellenvorletzter der Zweiten Liga.

St. Paulis Trainer Schultz rotiert kräftig

St. Paulis Trainer Timo Schultz hatte seine Anfangself gegenüber dem 0:3 gegen den Karlsruher SC auf gleich vier Positionen verändert. Überraschend war dabei, dass James Lawrence sein Startelfdebüt in dieser Saison geben durfte. Der walisische Nationalspieler war erst in der nach zu Donnerstag vom Nations-League-Sieg gegen Finnland nach Hamburg zurückgekehrt. Er hatte gegen die Finnen aber nur 45 Minuten gespielt und war nun bereit für einen Einsatz über 90 Minuten.

Zudem waren Kapitän Christopher Avevor, Maximilian Dittgen und Kevin Lankford neu in die Startformation gekommen. „Ich hätte mir ein anderes Resultat für mein Startelf-Comeback gewünscht. Positiv ist immerhin, dass ich wieder voll durchspielen konnte und fit bin“, sagte Lawrence. „Er wird uns in den kommenden Spielen zu mehr Stabilität verhelfen. Man sieht, welche Qualität er hat, vom Stellungsspiel her und mit seiner Ruhe am Ball“, sagte Trainer Schultz. Was ihm in Paderborn allerdings fehlte, war ein ebenso sicherer Nebenmann als zweiter Innenverteidiger.

Gebrauchter Tag für St. Paulis Zalazar

Zur unglücklichsten Figur der ersten Halbzeit entwickelte sich Rodrigo Zalazar. Der Uruguayer vergab nicht nur den per Videobeweis zugesprochenen Handelfmeter (21. Minute), mit dem er sein Team hätte in Führung bringen können, sondern er verursachte auch noch mit seinem Foul an Svante Ingelsson auch noch den Strafstoß, der zum Rückstand führte.

Torwart Robin Himmelmann konnte dabei zwar den Schuss des sonst so sicheren Elfmeter-Schützen Dennis Srbeny parieren, doch der Ball sprang dem Schützen genau vor die Füße, so dass er kein Problem hatte, im Nachschuss das 1:0 für den SC Paderborn zu erzielen. „Wir sind in der Szene zwei gegen eins, und Ingelsson läuft Richtung Eckfahne“, beschrieb Schultz das unnötige Foul Zalazars. Vergeblich habe Torwart Robin Himmelmann auf Spanisch noch „ruhig, ruhig“, gerufen.

St. Paulis Kapitän verhilft Paderborn zum 2:0

Wieder einmal also war St. Pauli nach einer zunächst ansprechenden Leistung in Rückstand geraten, und wie in allen Saisonspielen blieb der schuldlose Himmelmann nicht ohne Gegentor. Nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit kassierte der Schlussmann auch noch den zweiten Treffer. Diesmal hatte Kapitän Christopher Avevor beim Spielaufbau den Ball an der rechten Strafraumgrenze verloren, Sbreny bediente den freien Chris Führich, der mit einem Flachschuss rechts unten ins Tor traf (56.).

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Für Sekunden flammte bei St. Pauli noch einmal Hoffnung auf, als der eingewechselte Boris Tashchy per Flachschuss ins Tor traf (82.). Doch Vorlagengeber Lukas Daschner hatte zuvor im Abseits gestanden. Eine Aufholjagd, wie in dieser Saison schon in Bochum und in Darmstadt ebenfalls nach 0:2-Rückständen erfolgreich bestritten wurde, gab es diesmal nicht.

St. Paulis Trainer Schultz ist mächtig sauer

„Wenn man gewinnen will, muss man auch mal in Führung gehen. Dazu gehört dann eben auch, einen Elfmeter zu verwandeln. Aber auch andere Spieler wie Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Dittgen hatten gute Chancen dazu und müssen sie einfach mal nutzen“, sagte Trainer Timo Schultz.

„Ich bin zum ersten Mal sauer darüber, dass wir uns überhaupt nicht für das belohnen, was wir in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht haben. Da waren wir klar die bessere Mannschaft und geraten komplett durch eigenes Verschulden in Rückstand“, sagte Schultz weiter und war sichtlich erbost. „Wenn wir auf Zweitliganiveau Spiele gewinnen wollen, darf uns das einfach nicht passieren.“

Auch für Paderborns Trainer Steffen Baumgart waren die beiden Strafstöße „die Knackpunkte des Spiels“. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Wir können uns nicht beschweren, wenn wir in Rückstand geraten“, sagte Baumgart weiter. „Wenn wir in Führung gehen, haben wir eine gute Chance, hier zumindest ein Unentschieden mitzunehmen“, sagte Schultz.

St. Paulis Trend geht nach unten

Nach acht Saisonspielen steht für St. Pauli weiterhin nur ein Sieg zu Buche, der bereits am zweiten Spieltag mit dem 4:2 gegen Heidenheim eingefahren wurde. Seitdem ist das Team sieglos und hat jetzt aus letzten beiden Niederlagen eine Bilanz von 0:5 Toren. Umso wichtiger wird das nächste Heimspiel am kommenden Freitag gegen den VfL Osnabrück, um dem Abwärtstrend zu stoppen.