FC St. Pauli

Schließt sich in Paderborn endlich ein quälend langer Kreis?

Startelf-Kandidaten: Daniel-Kofi Kyereh (l.) und Afeez Aremu.

Startelf-Kandidaten: Daniel-Kofi Kyereh (l.) und Afeez Aremu.

Foto: TayDucLam / WITTERS

Im 25. Versuch will St. Pauli mal wieder auswärts gewinnen. Trainer Timo Schultz erklärt, wie dieses Vorhaben gelingen soll.

Hamburg.  Dieses Datum und dieser Ort haben sich in die Köpfe der St.-Pauli-Fans eingebrannt: Sonnabend, 2. März 2019, Benteler-Arena in Paderborn. Als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus das Match nach vier Minuten Nachspielzeit abpfeift, hat das Team vom Millerntor dank eines Kopfballtores von Alexander Meier 1:0 gewonnen. Es war bekanntlich bis heute der letzte Zweitligasieg des FC St. Pauli außerhalb Hamburgs.

An diesem Wochenende, wieder an einem Sonnabend um 13 Uhr, und wieder beim SC Paderborn, startet der FC St. Pauli den schon 25. Versuch, von einer Auswärtstour in ein anderes Bundesland wieder einmal drei Punkte mitzubringen. Auch wenn Trainer Timo Schultz angesichts von erst drei echten Auswärtsspielen unter seiner Regie mit Recht betont, dass er sich mit dieser mehr als 20-monatigen Durststrecke nicht identifiziert, ist der Druck, einen Befreiungsschlag zu landen, nicht eben gering. Denn der aktuelle Absturz vom dritten auf den 17. Tabellenplatz innerhalb von fünf Spieltagen ist bedenklich.

FC St. Pauli: Schultz sieht keine mentale Belastung

„Nach sieben Spieltagen ist noch kein Zeitpunkt, an dem sich der Blick auf die Tabelle lohnt. Wenn sie so aussieht wie jetzt, lohnt es sich noch viel weniger, weil das eher mit den Köpfen etwas macht, was es nicht machen sollte, wenn man junge Spieler hat“, sagt dazu St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann.

Trainer Schultz beteuert dagegen, dass er eine mentale Belastung seiner Spieler wegen des Tabellenplatzes bislang nicht ausgemacht habe. „Wenn wir gegen Karlsruhe gewonnen hätten, wären wir Siebter gewesen. Dann wäre hier auch keine Euphorie ausgebrochen. Genauso wenig bricht jetzt hier die große Trauer aus“, sagt er. Dennoch habe es gutgetan, nach dem 0:3 gegen den KSC mit dem 4:2 im 105-Minuten-Testspiel bei Werder Bremen ein Erfolgserlebnis verbucht zu haben. „Man hat gesehen, dass wir mit der Viererkette kompakter stehen und schnell umschalten wollten. Das ist mit den schnellen Spielern, die wir in Bremen auf dem Platz hatten, immer eine gute Waffe und auch in Paderborn eine Option“, sagte Schultz jetzt.

St. Pauli soll weiter "wild" nach vorn spielen

Eine komplette Abkehr von der zuvor praktizierten Spielweise solle es allerdings nicht geben. „Dieses Wilde nach vorn sollte uns weiter auszeichnen. Das wird unser Spielstil bleiben, dafür haben wir auch die Spielertypen. Man kann ja nicht der Mannschaft etwas überstülpen, was nicht zu ihr passt“, sagte Schultz am Donnerstag. Er fordert aber auch: „Es ist wichtig, dass wir gerade nach Ballverlusten die Struktur und die Ordnung so anpassen, dass wir nicht immer sofort in Konter laufen und es gefährlich wird.“ Eine wichtige Rolle könnte dabei, wie anfangs in Bremen zu sehen, auch Afeez Aremu als defensiver Mittelfeldakteur spielen. „Er geht gern auch mal robust in die Zweikämpfe“, sagt Schultz.

Zum Kader wird voraussichtlich auch wieder James Lawrence gehören. Der Innenverteidiger gewann am Mittwochabend mit der walisischen Nationalmannschaft 3:1 gegen Finnland. Wales schloss damit seine Nations-League-Gruppe als Erster ab und stieg in die A-Liga auf. Der 28 Jahre alte Lawrence wurde zur Pause – offenbar aus taktischen Gründen – ausgewechselt. „Er ist schon wieder in Hamburg, aber wird wohl noch nicht mit der Mannschaft trainieren“, sagte Schultz am Donnerstagmorgen. Eine Option für die Startelf in Paderborn wird er daher eher noch nicht sein. Das ist dagegen Stürmer Daniel-Kofi Kyereh. Seine Maske, die er nach einem Nasenbeinbruch trägt, behindere ihn nicht, versicherte der Trainer.