FC St. Pauli

Ein Spaßmacher, ein Pechvogel und manche Enttäuschung

Der größte Treffer unter St. Paulis Neuzugängen: Rodrigo Zalazar (l.), hier mit dem zweiten Derby-Torschützen Simon Makienok.

Der größte Treffer unter St. Paulis Neuzugängen: Rodrigo Zalazar (l.), hier mit dem zweiten Derby-Torschützen Simon Makienok.

Foto: Witters

Zwölf Spieler kamen zu Saisonbeginn neu in St. Paulis Profi-Kader, überzeugen konnten nur wenige. Das Zwischenzeugnis.

Hamburg. Am Dienstag gewährte St. Paulis Cheftrainer Timo Schultz seinen Spielern einen trainingsfreien Tag und damit Zeit, um individuell das 0:3 gegen den Karlsruher SC und den damit verbundenen Sturz auf den 17. Platz der Zweiten Liga zu verarbeiten. Nach rund einem Fünftel der Saison bietet die derzeitige Länderspielpause aber auch Gelegenheit, eine erste Bilanz zu ziehen, wie sich die im Sommer neu ins Team gekommenen Spieler bisher geschlagen haben.

Das Zwischenzeugnis der Zugänge:

Dennis Smarsch (21 Jahre, 0 Spiele): Der von Hertha BSC gekommene Torwart saß bisher in fünf der sieben Ligaspiele und auch im DFB-Pokalmatch in Elversberg als Ersatz für Stammkeeper Robin Himmelmann auf der Bank und hat damit Svend Brodersen als Nummer zwei de facto verdrängt. Letzterer soll eigentlich in der Regionalliga Spielpraxis sammeln, was derzeit nicht möglich ist.

Leart Paqarada (26, 5 Spiele, 293 Minuten): Der aus Sandhausen geholte linke Außenverteidiger blieb bisher hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere brachte er seine Stärke, Flanken und Standards mit links, zu selten ins Spiel. Er kam nur in den ersten beiden Partien über die vollen 90 Minuten zum Einsatz.

Leon Flach (19, 2 Spiele, 8 Minuten): Der Jungprofi und Linksverteidiger aus dem eigenen Nachwuchs hatte zwei ansprechende Kurzauftritte und verpasste nur knapp den Siegtreffer gegen den HSV.

Rodrigo Zalazar (21, 7 Spiele, 502 Minuten, drei Tore): Bisher ist der Uruguayer zusammen mit Kyereh St. Paulis bester Zugang und spielte sich vor allem im Derby beim HSV in die Fanherzen. Die Leihgabe von Eintracht Frankfurt ist dribbelstark und hat eine gute Schusstechnik. Noch fehlen dem lauffreudigen Spaßmacher etwas Übersicht und eine ökonomischere Spielweise.

Afeez Aremu (21, 1 Spiel, 21 Minuten): Der „Sechser“ kam bisher nur beim 4:2 gegen Heidenheim zum Einsatz und verfolgte alle anderen Spiele komplett von der Bank aus. Er befand sich zuletzt körperlich in einem Loch und war auch daher keine Option für die Startelf.

Maximilian Dittgen (25, 7 Spiele, 470 Minuten, 1 Tor): Der linke Außenbahnspieler, der aus Wiesbaden kam, hat mit seinem Tempo und seiner physischen Wucht ein neues Element ins Spiel gebracht. Er ist in seinen Aktionen aber bisweilen überhastet und ungenau.

Lukas Daschner (22, 7 Spiele, 171 Minuten, 4 Torvorlagen): Bringt als „Joker“ meist frische Impulse ins Spiel und bereitete schon vier der zwölf Treffer seines Teams vor. Als der offensive Mittelfeldspieler in Sandhausen in der Startelf stand, nutzte er diese Chance aber nicht.

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Christian Viet (21, 0 Spiele): Das Eigengewächs war bisher nur im Stadtderby im 20-Mann-Kader. Das vielseitig einsetzbare Talent soll im U-23-Team Spielpraxis sammeln, ebenso im anstehenden Test bei Werder Bremen am Freitag.

Jannes Wieckhoff (20, 3 Spiele, 190 Minuten, 1 Tor): Vor der Saison hätte niemand gedacht, dass man den Jungprofi aus dem eigenen Nachwuchs vermissen würde, wenn er verletzt ausfällt, wie es gerade der Fall ist. Seine mutigen Dribblings und sein Tor gegen Heidenheim haben Lust auf mehr gemacht.

Guido Burgstaller (31, 2 Spiele, 105 Minuten): Der prominente Österreicher ist der größte Pechvogel unter den Zugängen. Die Gefäßverletzung im Bauchraum, die er gegen Nürnberg erlitten hatte und operiert wurde, lässt frühestens in vier Wochen wieder eine volle Belastung zu.

Simon Makienok (29, 6 Spiele, 1 Tor, 1 Torvorlage, 422 Minuten): Sein Treffer gegen den HSV machte den Sturmriesen zum Derbyhelden. Der Däne muss aber noch besser ins Spiel eingebunden werden, um richtig wertvoll zu werden.

Daniel-Kofi Kyereh (25, 7 Spiele, 3 Tore, 2 Torvorlagen, 598 Minuten): Nach seinem Turbostart mit zwei Treffern in Bochum und einem gegen Heidenheim stockt seine Torproduktion derzeit. Dennoch ist der technisch starke, bewegliche Stürmer im Moment unverzichtbar.